Unterwegs

#3wegsam-Bilder-10: Elblängs zur Grenze

Immer noch dreht sich hier vieles und ist noch lange nicht besänftigt. Die Tage wollen im Moment erstmal nur geschafft werden. Raum für Vertiefung suche ich vergebens, so gelingt mir auch Einkehr in Worträume kaum.
Aber mich an Bildern entlanghangeln und ein paar Gedanken hinauströpfeln lassen, das geht und tut gut. Während wohlige Erinnerungen in mir rühren und das Derzeitige sanft einbetten mit ihrem Fingerzeig auf den Fluss vom Gewesenen zum Künftigen, in welchem einzig das Jetzt, selbst das derzeitige Jetzt, die Brücke bilden kann. Ich lerne zu verstehen. Und lasse mich von meinen Bildern ein weiteres Mal forttragen.

In Dresden war ich stehengeblieben mit meinem Erzählen. Nach dem Begegnungsabend ist viel zu schnell Abschied. Jedoch: nur dann kann es neue Begegnung geben. Bald schon? In wenigen Wochen, stimmt’s?

 

Unten am Fluss blicke ich wehmütig flussabwärts. Es ist seltsam, an der einstigen Heimatstadt vorbeizufahren, ohne sie „richtig“ betreten zu haben. Natürlich war das Haus, in dem ich willkommen geheißen wurde, „richtiges“ Dresden, mehr als das. Was ich meine, sind wohl meine damaligen Orte und Kreise. Die waren allesamt im Stadtzentrum, hier flussabwärts hinter der Biege irgendwo auftauchend. Nächstes Mal werde ich nicht vorbeifahren.

 

Heute sehr wohl. Es geht nach Süden.
Nachdem ich den Fluss via Blaues Wunder gequert habe. Noch immer weiß ich nicht, ob der Name dieser Brücke irgendetwas mit der Redewendung „sein blaues Wunder erleben“ zu tun hat. Ich jedenfalls erlebe hier mein blaues Wunder – ganz wörtlich zu verstehen:) – und freue mich an der Samstagsstimmung auf Straßen und Wegen …

 

 

… und am lebendigen Uferleben, selbst wenn der eine oder andere allzu lebendige Spaziergänger mir vor’s Rad springt. Macht ja nichts, ich habe Zeit.

 

Schloss Pillnitz quert meinen Weg, und von da ab so manch bekannter Ort.

 

Bin ich doch zwei Jahre zuvor diese Strecke in umgekehrter Richtung mit dem Sohn gefahren, damals ging es von Prag an die Ostsee. Heute (und die nächsten drei Tage) fahre ich dem Damaligen entgegen und werde wehmütig. In Erinnerung an den ersten Reiseabschnitt mit ihm, nur wenige Tage ist das ja her, in Erinnerung an unser damaliges gutes Miteinandersein, und vor allem immer wieder mit dem Gedanken, dass solch gemeinsames Erleben in den nächsten Jahren immer seltener werden, je mehr er flügge wird. Damals wusste ich noch nichts Genaues von seinem Italienjahr, es war noch nicht klar, WIE nah das Weggehen sein wird, und doch spürte ich es.
Hier etwa – wie an vielen Ecken – ist er so präsent, dass ich ungläubig staune über die Detailliertheit meiner Erinnerungen. Wie uns damals scharfer Gegenwind fast zum Stehen und abwechselnd in die Verzweiflung trieb. Heute ist schon wieder Gegenwind, offenbar muss das hier so sein. Nur bin ich ruhiger und stampfe nicht mit dem Fuß auf, selbst innerlich nicht.

 

Wie wir damals an selbiger Stelle standen und den Brückentouristen ebenso wie den Kletternden zuschauten. Und ich dem Sohn erzählte von meinen Jahren in Dresden, in denen uns – dank einer wanderbesessenen Freundin – allsonntäglich der 6.37-Zug in diese Felsformationen brachte, auf dass wir atemlose Tage in ihnen erlebten.

 

Irgendwann stehe ich an einer Schranke. So ist das von Zeit zu Zeit, das war noch auf jedem Streckenabschnitt so.
Innerhalb des ohnehin schon ruhigen radelnden Unterwegsseins ist der Aufenthalt an Schranken nochmals der Inbegriff des Zur-Ruhe-kommens. Man steht dort und steht. Ohne etwas zu tun. Ohne weiterzukönnen. Ohne sich richtig in eine Pause zu begeben. Man steht eben. Einfach so. Man hat es auszustehen. Kein Wunsch, kein Wirken, kein Eingreifen. Ausharren und Sein.
Ein wahrer Zwischenzustand in der Mitte von allem, was man gemeinhin mit dem Attribut „sinnvoll“ belegt.
Augenöffnende Schranken.

 

Eine Pause nehme ich mir in Rathen, ich sitze und schaue auf den Fluss, um mich zu sammeln und mir klarzuwerden, dass ich wiederum überhaupt noch nicht weiß, wohin ich heute will. Es ist Nachmittag, und ich werde mich wohl nochmal noch ein Stückchen den Fluss entlangtreiben lassen.
(Rätselhaft immer wieder das, was nicht im Bild ist. Auf dieser menschenleeren Uferwiese sitzen nur ich und mein Fahrrad. Gähnende Weite. Eine Großfamilie mit Hund und Streit nähert sich. Und wo lassen sie sich nieder? Zwei Meter von mir entfernt. Ich verstehe das nicht. Ich verstehe es wirklich nicht.)

 

Wieder eine heftige Sohneserinnerung, ich gebe zu, heute ziehen die ein wenig im Herzen. Dort drüben, auf der anderen Seite der Fähre, unterhalb der Festung Königstein, sind wir damals eingekehrt, geschlaucht von Gegenwind, Wegsteigungen und einer morgendlichen Felswanderung, zu Fuß. Heute habe ich bis auf Gegenwind nichts von all dem gehabt. Einkehren muss ich trotzdem, sagt mir die Wehmut. Ohne Hunger, ohne Durst, aber den Ort brauche ich nochmals. Es ist ein seltsam Ding mit dem Erinnern.

 

Nun, und dann geht der Samstag in Dunkelheit über. Weil die Sonne untergeht, und weil Regenwolken aufziehen. Schnell kaufe ich noch ein, um vor den ersten Tropfen den letzten Zeltplatz auf deutscher Seite anzusteuern. Im Kirnitzschtal baue ich auf, direkt neben dem Zelt fährt eine Straßenbahn vorbei (doch doch, mitten in den Bergen:)), und pünktlich nach Kochen und Essen beginnt es zu regnen. Und wie.
Der Morgen empfängt mich voller Pfützen.

 

Das Tal in Niesel und Nebel, eng ans Haus schmiegt sich die Straßenbahn (Beweisfoto!), und ich breche auf, in Regensachen fühlt sich dieser sanfte Regen fast gemütlich an.

 

Unten im Ort, in Bad Schandau, reißt der Himmel mehr und mehr auf, ich wage mich zu setzen und ….

 

… das viele Nass auf dem Rad zu drapieren, dass es ein wenig trocknen möge.

 

Ja, tatsächlich, bis auf eine einstündige Dusche später am Tag bleibt es blauhimmelig, ich bin dankbar, weil ich das Elbtal nochmals in vollen Zügen einatmen kann, bevor es sich auf der tschechischen Seite aufweiten und einen ganz anderen Charakter bekommen wird.

 

Vor lauter Einatmen verpasse ich mehrfach die Fähre, das muss man erstmal schaffen. Und auch auf diese darf ich nur dank  besonderer Großzügigkeit. Denn – „junge Frau, können Sie nicht lesen???“ – oben am Steg stand doch ein Schild, dass man diesen nicht betreten darf, bevor nicht die Erlaubnis … naja … gleich bin ich in Tschechien, manchmal sind deutsche Regeln und Gehorsamkeit ganz schön anstrengend.

 

Auf der anderen Flussseite ist schon Grenze, das ehemalige DDR-Grenzgebäude hat nur noch Strohmannfunktion, verströmt aber rein optisch immer noch seinen geballten Uncharme, manchmal gruselt’s mich, wenn ich mich an damalige Entwürdigungsprozeduren erinnere.

 

Der erste tschechische Ort – Hrensko – auf der anderen Seite, hier übernachteten wir vor zwei Jahren.

 

Und dann ist der Fluss nur noch Fluss, wird von keinerlei Häusern mehr gesäumt …

 

… bis die Grenzsteine auftauchen. So unsichtbar können Grenzen sein. Man schiebt hinüber, und schon darf man in einem anderen Land sein. (Ich bin sehr dankbar dafür.)

 

 

Die damaligen Live-Berichte finden sich hier und hier.

#3wegsam-bilder-9: Begegnungen

Schon viel habe ich gelernt auf diesem Reiseweg. Zum Beispiel, dass ich am gar nicht so frühen Nachmittag weiterfahre, ohne noch zu wissen wohin. Immer weniger brauche ich das feste (Tages)Ziel, kann ich eine gewisse Unbestimmtheit aushalten.
Hier an der Talsperre Spremberg ist schonmal Wasser, solche Plätze sind mir die liebsten. Allerdings ist es zu steril, befinde ich, und zu früh am Tage außerdem.

 

Und während ich so gedankenverloren weitertreidele, bin ich plötzlich in Sachsen.

 

Und noch überraschender: Ich bin in meinem Geburtskreis, und der liegt doch eigentlich an der östlichen Bundeslandgrenze, während ich hier im nördlichen Zipfel bin … naja, Geographie war nicht mein Lieblingsfach, und irgendwie fühlt es sich sehr heimelig an, unerwartet „zu Hause“ zu sein:)

 

Wasser findet sich auch, ein Zeltplatz in untergehender Sonne – am Horizont immer ein Kraftwerk, es ist Braunkohletagebaugegend.

 

 

 

Im morgendlichen Büro entsteht zunächst der tägliche Livebericht …

 

… bevor sich mir der Weg versperrt. Diese Furt nämlich ist im Weg. Nicht wirklich, natürlich. Ein Winzling an Furt. Aber die Schilder auf der anderen Seite weisen kilometerweit das Umkehren an, und entgegenkommende Radler berichten von Nichtpassierbarkeit und fast schon hochwasserartigen Zuständen. Nun ja, zehn Umwegkilometern und der Wahrheitsgehalt von Gerüchten und so …

 

Ein weiterer Tagebausee, Renaturierung nennt sich das Wiederherstellen der Landschaft. Auch wenn wiederum ein Kraftwerk aus der Ferne winkt und es der Landschaft etwas an Naturbelassenheit fehlt: Ich bin beeindruckt. Tatsächlich wächst und gedeiht es hier wieder.

 

Vorbei am Schloss Uhyst, welches wirkt, als ließe sich hier sehr authentisch ein Tbc-Sanatoriumsfilm drehen …

 

… und auf von der Welt verlassenen Sträßlein …

 

… komme ich irgendwann in Bautzen an.
Ein Minitwittertreffen winkt – hier im Bild der Blick von diesem auf Spree und Stadt – und erfreut mich sehr. Danke! Der Abend, die Gespräche und der Wein sind nicht auf Bildern festgehalten.

 

Der nächste Morgen bringt den Abschied vom Spree-Fluss mit sich, und viele viele Dörfer. Überall kontrastieren sich Alt und Neu, ist das Ursprüngliche mit neuer Farbe übertüncht, manchmal stehe ich verständnislosd davor, weiß ja aber, dass ich nicht im mindesten weiß, wie sich das Leben in diesen Dörfern im Wesen anfühlt.

 

Eines der Dörfer – ja, es liegt am Wegesrand, ich bin keinen Umweg gefahren – ist unsere Partnergemeinde. Huch – ich hatte das auf der Karte vorher nicht gesehen – und hach: als ich beim Dorfbäcker erwähne, woher ich komme, ist die Gastfreundschaft in Form geschenkter Kekspakete groß und fast zu voluminös für mein Fahrrad:) Ich freue mich heute noch an dieser Begegnung.

 

Und radele der nächsten entgegen.
Du Liebe, die Du  mir diesen Weg abseite der Haupttrasse empfohlen hast, leider weiß ich den Namen des Schlösschens nicht mehr (und bin jetzt, spät nachts) zu faul, dies zu recherchieren:)

 

Ich begegne einer Artgenossin …

 

… und Hügellandschaft zum Seeletanzenlassen. Was ich tue.

 

In Vorfreude zumal, dass ich gleich in Dresden erwartet werde. Und mir sogar entgegengefahren wird, hach. Ein Treffen mitten auf der Kreuzung, ein Weg durch die Dresdner Heide mit Plätzen, die Lieblingsortpotential haben, sollte ich jemals wieder in diese Stadt ziehen.

 

Für heute aber beziehe ich als Gast ein wärmendes Haus mit Speis und Trank und langen Lagerfeuer-Seelengesprächen.
Danke! Auch wenn es schon so lange her ist: Es wärmt noch immer.

 

Die Live-Berichte dieser Tage finden sich hier, hier und hier.

#3wegsam-Bilder-8: Längs der Spree

Oh, das tat gut gestern, das Blättern in den alten Bildern und Erinnerungen. So lasse ich gleich heute – nachdem der Tag mich erschöpft hat – weitere folgen.

 

Ein ruhiger Streckenabschnitt beginnt. Wieder treffe ich die Spree, sie wird jünger und jünger, bis Bautzen werde ich in ihrer Nähe bleiben. Doch zunächst verzweigt sie sich zum Spreewald, der hier seine ersten Ausläufer tastend vorausschickt …

 

… und dann die Landschaft allmählich zur Ruhe bringt.

 

 

 

 

 

Das Wasser kommt näher …

 

… bis ich das erste „Spreewaldboot“ entdecke, hach.

 

Leider ist der Lübbener Zeltplatz laut, kleiner Planungsfehler, ich hätte ja gleich in die mittige Stille der Wasserarme fahren können. So bleibt mir für morgens noch ein Stück Kanalweg …

 

… ein wenig Unruhebeobachtung  in den Stocherkahnhäfen …

 

 

… und dann bin ich allein.

 

Ich finde den idyllischsten Zeltplatz bisher. Vor lauter Einatmen-Ausatmen und seligem Seufzen vergesse ich zu fotografieren:)
Und dann ist da ein kurzzeitiger Fahrzeugwechsel, ich hatte mich darauf so hingefreut, auch dies wieder eine wärmende Erinnerung. Man treidelt so einsam durch die Wasserkanälchen, außer dem Eintauchen des Paddels (was in der Fachsprache sicher anders heißt:)), den Wasser- und Baumgeräuschen und dem eigenen Atem ist nichts zu vernehmen. Die Schleusen stören nicht durch Motorgeräusche, man bedient sie kurbelnd per Hand. Nur wenn man allein ist, kann man das Boot ja schlecht leer in der Schleusenwanne lassen. Also trägt man es einfach auf dem Landweg um die Schleuse herum. Das geht leichter als es sich anhört. Was danach allerdings weit schwerer als vermutet geht: Das Einsteigen ins Boot – ohne jeden Halt am Ufer. Nuja, ich möchte mein Eiern und Schwanken nicht von außen gesehen haben, aber nass geworden bin ich jedenfalls nicht:)

 

 

Am Morgen hat es geregnet, ich halte den tropfendnassen Zeltplatz doch noch auf einem Bild fest …

 

… und bewege mich weiter Richtung Süden. Die verschiedenen Gestalten des Weges, immer den Fluss an der Seite, Asphalt und Sand wechseln sich ab, es ist wohltuend leer …

 

 

… und ja, er kann auch bürgerlich-brav-parkartig, der Spreeradweg, wie man sieht.

 

 

Und plötzlich, in solchen Momenten merke ich immer, wie sehr ich versunken bin im Grün, steht man an so einer Ecke. Ein Schreck, weil die Welt eben doch keine bukolische ist.

 

Cottbus. (Nach)Mittagspause. Neben meinen Brötchen und Äpfeln ausgebreitet liegt die Karte, und es kreist im Kopf die Überlegung, wo ich wohl heute zelten könnte.

 
Doch davon später …

Die Live-Berichte dieser Reisetage finden sich hier, hier und hier.

#3wegsam-Bilder-7: Erinnerungen rund Berlin

Ob ich die Bilder der letzten noch bis zur nächsten Radreise sortiert haben werde???
Das gegenwärtige Leben ist allzu prall gefüllt, immer wieder lasse ich den nächsten Bilderordner „für morgen“ liegen, wie das so ist.

Nun aber, da hier ringsum soviel Unschreibbares geschieht, wo ich in den Gegenwartsdingen schwer ins Innehalten finde, nehme ich mir für einen Abend das Versenken in vergangene Reisetage als Ruhepol.

Das letzte Mal über diese Reise erzählte ich hier. Dort schrieb ich auch, wie dicht hier die Erinnerungen am Wegrand lagern und wieviel verschlossene Erinnerungskammern sich plötzlich öffnen. Dies ist mit der Stadtgrenze Berlins mitnichten vorbei, im Gegenteil.

Bahnhof Fangschleuse. Der Name lässt Glocken in mir klingen, der Blick auf die Karte verrät, dass ich es richtig erinnere. Mönchwinkel und der Störitzsee, häufiger Kindheitswochenendverbringort …

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… ich muss dorthin, unbedingt. Ein Pfad durch den Wald lässt mich den See finden. Und ja, er ist’s:) Auch wenn ein Jugendcamp das gewohnte Ufer belegt und der Blickwinkel ein anderer ist, ich sitze an genau diesem See …

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… und fahre durch genau diesen Wald wie damals. Nur das Haus, in dem wir immer wohnten, das steht wohl nicht mehr. Keines von denen, die ich sehe, kommt in Frage … ich fahre weiter.

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An Ferienlager-, Klassentreffen- und Tagesausflugsorten vorbei, bis zum Scharmützelsee, dessen spezieller Name mir heute erstmals auffällt. Doch nein, die Recherche bei wikidingens ergibt, dass das Wort überhaupt nicht bedeutet, was es nahelegt. Man kann sich also beruhigt an den Ufern des Sees niederlegen.

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Oder auch sich einen Campingplatz suchen. Auf einem mit Telefon am Eingang, ha. Soweit begeistert mich der Blick in die Vergangenheit.

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Als ich mich am späteren Abend dann allerdings ans Seeufer zur Badestelle aufmache und nur marode Holztritte finde …

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… umgeben von einer in der Vergangenheit schon verrotteten Feriensiedlung …

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… deren einziger Seezugang von Yachtbadenden belegt ist, da ist mir die Romantik des nostalgischen Blicks zusammen mit der Badelust vergangen.

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Ich begnüge mich mit dem Schauen aufs Wasser. Auf’s gegenüberliegende Ufer, auf jenen Hafen, in dem viele Jahre lang „unser“ Boot lag.

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Und in die Abendrotstille …

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Nach einer ersten Nacht im Zelt …

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… führt mein Weg weiter am See entlang, wenn er nicht durch Golfplätze oder Wellness-Ressorts versperrt ist. Oder aber durch neue Ferienanlagen, jetzt wird auch klar, warum alles Alte verrotten muss. Ich irre ein wenig durch diese immer gleichen Häuserzeilen, auch jetzt noch geschüttelt von deren Monotonie und Sterilität, ein Schnell-weg-Bedürfnis macht sich in mir breit.

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Zumal der See vollbebootet und ferienmenschenumlagert ist.

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Es gibt stillere Pfade. Entlang dem Kleinen und dem Großen Glubigsee zum Beispiel. Das klingt schon wieder, als wäre ich hier im Ferienlager gewesen … was ich aber nicht mehr herausfinden kann.

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Ob das hier war?

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Egal. Ich lasse mich auf den Wald ein, es duftet nach Kindheit, nach Heimat, nach Geborgenheit, mehr kann ein Reisetag kaum schenken.

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Und wenn sich dann am Wegesrand noch eine Mittagessensbank findet …

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Die Live-Reiseberichte der damaligen Tage finden sich hier und hier.

Die Menschen am Fuße der Berge #1

Ob sie schon immer in diesem Ort gelebt hat, weiß ich  nicht. Erzählt hat sie uns aus ihrem Leben nur von jenem Tag an, als ihr Mann verunglückte und sie plötzlich mit drei kleinen Kindern allein dastand. Diese mussten ernährt werden, und so begann sie zu tun, was sie am besten konnte: zu kochen. Zunächst in den Küchen fremder Gasthäuser. Später, als sie ihre Kraft einzuschätzen gelernt hatte, im eigenen Haus. „Da Anita“ stand von da ab über der Tür.

Als wir sie kennenlernten, war das Gasthaus schon gut besucht. Es hatte sich im Laufe der Jahre herumgesprochen, was und wer sich hinter der düsteren Fassade in jener Seitengasse verbirgt. Auf den schlichten Holzbänken war zuweilen kaum ein Platz zu finden; manchmal verließen wir die Stube notgedrungen wieder, um anderswo zu Abend zu essen.

Oft aber saßen wir dort. Und Anita kochte. Sie kochte mit Liebe und mit Schürze. Das Bild, wie sie aus der Küche tritt, immer in ihrer vom Kochen gezeichneten Schürze, an diesem Tisch ein Ciao in die Runde winkt, sich an jenem kurz niedersetzt, zwischendurch, die Arme in die Hüften gestemmt, in der Ecke der Wirtsstube verharrt und beobachtet, was ihre Gäste brauchen. Manchen gibt sie ihr Lächeln, den meisten gleich eine Umarmung mit Küsschen-rechts-Küsschen-links, und wer sie offen anschaut, mit dem beginnt sie ein Gespräch über diese und jene Lebensfrage. Wenn ein Kind seine Eltern nicht in Ruhe essen lässt, nimmt sie es auf den Schoß, spielt, lacht, singt, ruft mit ihm in unsere Richtung „Ciao“, bis wir zu Ende gegessen haben. Ja, wir. Unser Sohn saß oft bei Anita auf dem Schoß. Kein Jahr, dass sie ihn nicht zu Beginn unseres Urlaubs mit fliegender Begrüßung im Kreis gewirbelt und am Ende der Woche mit fester Umarmung für ein weiteres Jahr verabschiedet hätte.
Ihre eigenen Kinder waren damals schon groß und arbeiteten mit.

Zeitsprung. Jahre später.
„Da Anita“ ist aus der engen verwinkelten Gasse in ein weites Haus gezogen. Ein eigens neu gebautes, mit Bergblick, mit mehr Raum, mit einer ganzen Flotte an hellen Tischen, und nunmehr mit Gästezimmern, wenn man die Treppe hinaufgeht.
Die aus alten Holzbalken herausgehobelte Modernität will sich für mich bis heute nicht mit dem vertrauten Namen verbinden. Wie ein schlecht angepasster Anzug, denke ich jedes Mal, umgibt das neue Haus die Seele des Ortes, Anita eben.

Anita. Lange schon steht sie nicht mehr allein in der Küche. Die Tischanzahl lässt auf eine ganze Riege von Köchinnen schließen. Die Drehtür zur Küche kommt kaum zur Ruhe, und um die Tische schwirrt eine Reihe unbekannter Gesichter.
Nie aber dauert es lange, bis uns eines der Anita-Kinder erkennt, umarmt und – wenn wir etwa gerade aus einem kalten Schneesturm hereinflüchten – mit Caffè corretto und Strudel di mele aufs Haus aufwärmen lässt. Und immer kommt Anita aus der Küche uns zu begrüßen.
Es ist ja doch noch derselbe Ort. Dieselbe Herzwärme, mit derselben Schürze bekleidet. Die Jahre scheinen spurlos an den strahlenden Augen und dem flinken Schritt vorbeigegangen zu sein. Küsschen-rechts-Küsschen-links, vor allem für den Sohn, zu dem sie sich längst auf Zehenspitzen recken muss. Manchmal reicht die Zeit, sich kurz niederzusetzen. Sie plaudert mit uns, wir lachen zusammen, sie fragt nach unseren Lebensdingen, manchmal lässt sie sich zu einem Grappa einladen. Auf sich anstoßen zu lassen jedoch, das mag sie nicht.
Irgendwann eilt sie zurück in die Küche. Oder zu anderen Gästen.

Und wir reisen ab, um nächstes Jahr wieder bei ihr einzukehren.

Wie viele Menschen hier im Laufe der Jahrzehnte wohl Wärme und Nahrung gefunden haben. Wie viele sich an ihren Tischen heimisch gefühlt haben und noch fühlen.
Wie viel Liebe ein einzelner Mensch in die Welt hinausschenken kann.

Winterwoche

Während sich in den letzten Tagen der Frühling entfaltet hat und heute der erste richtige Garten- und Terrassentag Leib und Seele erwärmt hat, platzen diese Bilder jetzt vielleicht etwas unerwartet ins aufsprießende Grün. Trotzdem. Für mich selbst wenigstens bin ich nochmals zurück in die Ferienwoche gereist und erinnere mich …

 

… an Francescas kleines Hotelchen, das wir nun im zehnten Jahr besuchten (Jubiläum:)) …

 

 

… an den so vertrauten Blick aus unserem Zimmer, jeden Tag sich wandelnd …

 

 

 

 

 

 

 

 

… an Himmel und Weite …

 

 

 

 

 

 

 

 

… an die weißen Weiten …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

… an die eindrückliche Gestalt der Berge …

 

 

 

 

 

 

 

 

… und natürlich an Dolce Vita:)

 

 

 

 

Bis zum nächsten Jahr dann …

 

 

 

WmDedgT 03/2017

Sonntag, der Tag ohne Weckerklingeln, lässt mich aus einem Traum aufwachen, in dem es um eine Tasche ging, welche in Form, Größe und Haptik meinem Ideal nahekam, welche ich also nicht haben kann und werde, die somit eine Traumtasche bleiben wird, was gut so ist, ich lächle beim Erwachen.

Diesen Tag heute hätte es eigentlich gar nicht gegeben, was heißen soll: Hätte es nicht gestern im Bergort geschneit und genebelt und geregnet, dann wären wir heute erst abgefahren und kaum erst hier, so dass wir direkt von der Autobahn in den Alltag hätten stolpern müssen. So aber hat das Wetter eine Entscheidung und damit diesen Tag ohne jeden Plan, frei von jeglichem Tunmüssen geschenkt. Die Tageszeiten fließen unter mir hinweg und das Uhrzeitkonzept erreicht mich heute nicht. Hach.

Zunächst, was liegt im Morgenbett näher: Ich lese, lese und lese. Die Enden meiner Reiselektüren sind im heutigen Tag besser aufgehoben als in den kommenden Tagen, wenn das Rad wieder hektisch zu kreisen begonnen haben wird. Ich lese also, so lange, bis die Kinder nach Frühstück verlangen. Es gibt faule Aufbackbrezeln mit nicht viel dazu; nach der satten italienischen Woche braucht es das auch nicht.

Weil das Gespräch auf den Alltag kommt und ohnehin schon Märzanfang ist, greife ich mir nach dem Essen den Familienplaner und beginne – wir sind da ganz undigital:) – all unsere Terminzettel und -hefte für den nächsten Monat zu synchronisieren. Nebenher läuft die erste Wäsche, und damit, finde ich, habe ich zunächst genug getan – der Sonntag darf wieder sonntäglicher werden.

Wobei ich beim Lesen von den Büchern mittlerweile zu Blogs und weiter weg ins Netz abschweife und dabei – ganz heimlich, noch ohne mich irgendwo zu melden – mal in meine beiden Dienstmailaccounts schaue. Uiuiui, schnell wieder zumachen. Ich bin ja eigentlich noch gar nicht da:)

Gehe ich lieber ans Cello, heute ist unser letzter Tag, eigentlich hatten wir uns vor der Reise schon verabschiedet. (Morgen wird es beim Geigenbauer getauscht, was nicht an mir oder ihm, dem Cello, liegt, sondern eine eigene Geschichte ist.) Nun also treffen wir uns doch noch einmal. — Es ist ein wenig ernüchternd. Die Hände haben alles verlernt. Scheinbar natürlich nur. Aber trotzdem. So spiele ich eine ziemlich große Weile vor mich hin und sinniere über Verlieren und Wiederfinden und Lebensgeduld und Gelassenheit …

Bis mich das frühlingliche Draußen verlockt, da tut sich plötzlich ein Weg vor mir auf, der unbedingt gegangen werden will. Jetzt. Und öfter noch. Genau genommen habe ich mir mit dem heutigen Gang ein Ritual geschaffen. (Und dass ich nach erstmaliger Durchführung bereits das Perfekt verwende, liegt an meiner Entschiedenheit und der Bedeutung, die dieser Weg für mich hat.)

Der Fotoapparat war auch dabei, auf dem heutigen Weg, und auf der Ferienreise ja sowieso. Während nach meiner Heimkehr ins dämmernde Haus all die Fotos auf den Computer hinüberwandern, linse ich ihnen zu – und staune schon einmal. Vorfreude auf das Sichten und Wiedererkennen macht sich breit.

Jetzt erstmal Essen, inzwischen Abendessen zu nennen, und anschließend mit den Kindern zusammen Reisetaschen auspacken und die ersten Wäschehaufen verräumen. Und weil wir alle so gut in Trab sind, packen wir gleich noch die Schultaschen für morgen, erinnern uns an zu unterschreibende Zettel, zur richtende Räder, zu bestellendes Essen, zu organisierende Fahrten und zu stellende Wecker. Soifz, jetzt doch kurz ein Ferienendewehmutsgefühl.

Ich dämpfe es noch ein wenig ab, indem ich den Rest des späten Abends in Erinnerungen lese, dazu Seelenmusik höre, ein wenig mit Farbstiften experimentiere, jetzt hier schreibe und viel zu spät ins Bett gehe. Morgen an meinem langen Schultag werde ich das bereuen, aber für jetzt fühlt es sich genau richtig an.

 

Andere Was-machst-Du-eigentlich-den-ganzen-Tag-Erzählungen gibt es bei Frau Brüllen.

 

Heimkehr

Die Berge hinter Nebelschwaden versteckt, als verweigerten sie den Abschied. Was der kleine Mensch nur immer interpretiert, denken sich die großen Berge. Und verstecken sich weiterhin.
Wolken schütteln sich aus, ein Frau-Holle-Schneeregen grüßt.
Die Sonne malt einen Regenbogen, wir fahren mitten hindurch. Frühlingswärme unter Schneegipfeln, Farbdurcheinander zum Schwindeligwerden.
Dazu Erinnerungen aus einem halben Reiseleben, Gewitter gab es viele, sie liegen längs der Strecke und winken.
Ein Drama, was der Himmel heute bietet.

Und dann sind wir daheim. Ein einziges Wetterwirbeln im Kopf. Und jetzt?

Reisen

Könnte es nicht sein, dass nicht die Reisenden sich bewegen, sondern dass vielmehr die Welt unter ihren Füßen Fahrt aufnimmt, und sie sich gleich bleiben? In Wirklichkeit gelangt man immer nur an einen weiteren treibenden Ort, um sich dann neuerlich abzustoßen und vielleicht endlich an jenem instabilen Ort einzutreffen, den ich nur deshalb „Zuhause“ nenne, weil er mehr Rituale versammelt als andere, das Zuhause der Wiederholungen. Ich kann ja nicht einmal sagen, dass ich ihn besser kenne …

(Roger Willemsen: Die Enden der Welt)

Und morgen reisen wir nach Hause.

Bergreisenotizen

Wenn ich den ganzen Tag Zug fahren darf, bin ich ganz vorfreudig und aufgeregt.
*
Wir sitzen in Wagen 259. Das ist 7 mal 37. Sooo schön – mein Herz hüpft.
*
K1 und ich daddeln beide auf unseren Tatschfohns rum. Geben uns den Anschein eines total unkommunikativen Mutter-Sohn-Paares. Dabei diskutierten wir eben noch, ob man den Südpolsatz einfach so im Beweis verwenden dürfe. Und weitere Absonderlichthemen.
*
„Wenn das Herz denken könnte, stünde es still.“ Gelesen.
*
Wer bin ich, wenn ich alle Gewänder und alle Etiketten ablege?
Was meine Lektüre so an Fragen aufwirft.
*
Umsteigen in München. Unbeirrt von geographischen Realitäten singt es in mir „Jetzt fahr’n wir über’n See, über’n See, jetzt fahr’n wir über’n …“
*
Berge in Sicht, italienische Zugansagen, Sonne vor dem Fenster.
Der helle Süden jubiliert in mir.
*
Brennero. I carabinieri tragen Pistole und telefonino. Zum Glück benutzen sie nur letzteres. Solange steht der Zug.
Ich bin solange der Zug auf nem Bahnhof steht, darfste nicht aufs Klo Jahre alt.
*
Hoch über uns die Brennerautobahn. Ich suche mit den Augen nach dem Go-Trabi-Go-Huckepack-Gefährt.
*
Ende der Zugfahrt in Bolzano. Über dem Bahnhofsdach winken uns die zart alpenglühenden Berge zu.
*
Das Auto schraubt sich in die Höhe. Seine Dachbox singt ein Lied in Quarten. Nicht ganz sauber. Muss mal wieder gestimmt werden.
*
Seekrank, da tippend während Serpentinenfahrt.
Hatte das Jetzt-fahr’n-wir-über’n-See-Lied doch Recht.
*
Angekommen. Nach weniger als 12 Stunden Fahrt.
Francesca umarmen. „Siete arrivati a casa.“
Si:)
Prosecco&Essen&Rotwein.
Und jetzt Bett.


Anderswo

Immer noch infektgeplagt, sind mir die eigenen Worte heute blockiert. Darum teile ich einfach, was ich anderswo fand und las.

Von Bahnhöfen und reisendem Unterwegssein, von fremden Orten und Welten und einer Hoffnung, dass wir uns unsere jeweilige Andersartigkeit bewahren, schreibt Ulli in ihrem Blaue-Stunde-Text.

Um Begegnungen mit Menschen, welche von Beginn weg nicht so privilegiert wie wir leben dürfen, und um unsere – unser aller – Verantwortung füreinander geht es bei Anna.

Und das Fragen, die Frage an sich, auf dem Land und anderswo, jedenfalls dem gegenseitigen Verständnis und der Öffnung für Neues dienend, betrachtet der Landlebenblog.

Was für wunderbare Bloglektüre sich mir immer wieder öffnet …

#3wegsam-Bilder-6: Zwischenziel Berlin

Nach elf Tagen rollen wir auf Berlin zu, die Zeit verging viel schneller als gedacht und gewollt, und weil diese Etappe die letzte gemeinsame ist (wer weiß: für immer? der Sohn ist 15, und ob er nochmal mit seiner alten Mutter … naja … jetzt nicht sentimental werden …), feiern wir die mit einem Rieseneisbecher irgendwo in Berlins sich weit hinziehenden Speckgürteldörfern.

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Die Einfahrt in die Stadt dann ist unkonventionell, weil das Navi uns kurz vor dem Ziel auf eine autobahnartige Schnellstraße führen will und uns nur der Feldweg daneben bleibt, um zu überleben. Dieser aber biegt alsbald von der Straße ab und führt über Felder, Wiesen, Brache und Niemandsland. Hier kennt sich auch das Navi nicht mehr aus. Einzig der Sonnenstand zeigt an, dass wir noch halbwegs auf dem richtigen Planeten sein müssen.
Und bald auch das bekannte Kraftwerk, nicht schön, aber wegweisend:) …

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… dann ein Stück auf dem Mauerradweg entlang … 

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… durch eine Kleingartenanlage, über breitspurige Bahnanlagen, durch ein Kleinvillenviertel, und plötzlich stehen wir vor dem Mama-Oma-Haus, in dem wir schon sehnlichst und mit Essen erwartet werden. Die Tochter ist übrigens auch hier:)

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Die Tage in der Großstadt sind anstrengend, wie immer, ich bin nicht mehr metropolenadaptiert, das ganze Laute, Viele, Umtriebige tut mir fast körperlich weh, zumal nach den ruhigen Fahrradzeiten. Der Sohn und ich empfinden es anfangs beide als Lücke, morgens nicht mehr aufs Rad zu steigen; erst nach ein paar Tagen gewöhne ich mich daran und denke, dass es auch ein Leben nach dem Radeln gibt.
Doch nach einer Woche geht es – nachdem ich die Kinder schnell mal eben mit dem Zug nach Hause gebracht und von dort mein Zeltzeug geholt habe – weiter. Von hier aus allein.

Das Rad wird neubepackt, da liegt das Alleinreisegeraffel ausgebreitet. Es sieht viel aus, auch für mich. Am Ende aber wird gar nicht so viel Überflüssiges dabeigewesen sein. Lediglich ein paar der warmen Sachen – ich hatte den Bayerischen Wald im September als kalt befürchtet, was er aber nicht war – und Fahrradreparaturzeugs sowie Sanitasche – glücklicherweise – werden am Ende nicht benutzt worden sein.

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Nun aber schnalle ich erstmal alles aufs Rad, von hier ab fahre ich mit Vordertaschen weiter, und frühstücke ein letztes Mal im Vatergarten, bevor ich allein auf dem Weg bin.

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Stadtausfahrt über Köpenick, radwegformidabel und – zumal am Sonntag – schön ruhig, das sind hier alles vertraute Kindheitsblicke.

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Der Himmel und das Rathaus – ohne Hauptmann:) – von Köpenick …

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… und dann geht es längs der Spree zum Müggelsee. 

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Hier waren wir in der Kindheit baden, Schlittschuh laufen, Volleyball spielen, radeln, sonntagsausflügeln … das Verkommen macht umso trauriger. 

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Auch staune ich, wie wenige Menschen hier sind. Es ist ein wetterprächtiger Sonntag im August, es ist auch vom Stadtzentrum nicht zu weit, und doch ist auf Radwegen, am Ufer und in Picknickstuben gähnende Leere, ich wundere mich.

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Wenigstens ab und zu ist eine Menschenseele am See, möchte ich fast aufatmen:)

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Der weitere Weg ist gesäumt von Erinnerungen an Ausflüge, Wandertage, Spaziergänge, auch schon mit dem Sohn, der ja seine ersten drei Lebensjahre in Berlin aufgewachsen ist … all das flutet mich. Diese Kanäle gehören zum sogenannten Neu-Venedig, naja, es ist nicht ganz was der Name verspricht:)

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Die umliegenden Ortsteile sind vollgepropft mit villesken Neubauten. Da freut sich das (Kamera)Auge, wenigstens ab und zu ein echtes Haus vor die Linste zu bekommen. Mit Altersspuren als Zeichen seiner Lebendigkeit …

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Nicht weit mehr, dann treffe ich auf die Stadtgrenze. Und weil wir ortseingangs auf dem Feldweg um ein Berlin-Schild gebracht worden waren, halte ich jetzt wenigstens das Ausfahrtsschild fest. Berlin grenzt hier nämlich direkt an die nächste Gemeinde namens Erkner. Endstation der S-Bahn-Linie, mit der ich damals so oft fuhr …

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Auch hier Müggelspreewasser noch und noch …

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… und plötzlich stehe ich, unvermutet, an einer Ecke des Werlsees, der uns in Oberschulzeiten als DER Badesee diente, wenn wir hitzefrei und deswegen schon gegen Zwei Schulschluss hatten. Wie oft sind wir mit den Klassenfreunden hierhergeradelt und lagen dann genau hier, weiter unten am Ufer, im Sand, so mit 15, 16, 17, 18 … hach …
 

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Das waren die ersten von zahlreichen Wiederbegegnungen, die nächsten Tage werden voll davon sein. Ich lege ein wenig meine Route danach aus und werde noch vieles wiedertreffen.

Die damaligen Live-Berichte dieser Tage finden sich hier, hier und hier.

#3wegsam-Bilder-5: Auf die Heimat zu

Das graue Wetter vor dem Fenster, das Ende der rastlosen Korrekturtage und dass ich begonnen habe, ein Buch über eine lange Radreise zu lesen, haben mich wieder zu den Fotos gezogen. Die letzten Sommerradreisebilder gab es hier.

Unsere Pension in Dessau ist nicht viel idyllischer als dieses Flugzeugmuseum, lohnt also das Fotografieren nicht. Hier dagegen hält es den Sohn für eine Weile.

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Der Weg aus Dessau heraus ist holprig …

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… und von einem weiteren verlockenden Museum gesäumt. Wenn es nur nicht schon so spät wäre …

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… hätte es für mehr als das Lesen eines wegweisenden Satzes gereicht.

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Wiederbegegnung mit dem Elberadweg …

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… und dann mit – ha, nein, das ist noch gar nicht die Elbe, sondern die Mulde:) …

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… und nun der Elbe also.

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Auf der anderen Seite fühlen wir uns schon wie kurz vor Berlin, mit dem Fläming beginnt die kindheitsvertraute Landschaft.

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Nur ist lang nicht mehr alles wie es war, die Dörfer leergewohnt, …

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… die ehemaligen LPGs stehen verwitternd im Gras, …

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… nach offenen Gasthäusern muss man lange suchen.

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Es bleiben Weite und Himmel …

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… und das Heimkommen ins Land Brandenburg.

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Auch wenn der Weg zuweilen versperrt ist, plötzlich und unerwartet, wenn wir also durch märkische Sandwege schieben und uns streckenweise am Sonnenstand orientieren müssen, …

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… es fühlt sich heimisch an. (Zu den Kindheitserinnerungen kommen ab Bad Belzig auch die an die Tour vor drei Jahren, als wir die Berlinstrecke in umgekehrter Richtung fuhren.)

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Bad Belzig hält eine Biergarten-Eiscafé-Herberge für uns bereit, …

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… und am nächsten Tag werden die Wälder sandig-kieferndominiert, es heimatet sehr.

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Hier hatten wir vor drei Jahren übernachtet …

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… und hier ebenso Ärger beim Fotografieren bekommen wie jetzt. Warum ich das damals fotografieren wollte, ist unwichtig, ich weiß nur noch, wie mir fast die Kamera aus der Hand geschlagen wurde. Diesmal war es ähnlich.

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Berlin ist nahe, die Großbaustelle ist eindeutiges Indiz.

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Auf den nächsten Bildern – ein ander Mal – werden wir am Ziel sein.

 

Die damaligen Live-Berichte dieser Tage finden sich hier und hier.

 

 

#3wegsam-Bilder-4: Ebene Leichtigkeit

 

Der Regen hat aufgehört. Bevor er wieder anfangen wird. Doch bis dahin werden noch ein paar Kilometer vergehen.
Zunächst: Den Ausgang von Mechterstädt finden …

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… und hinauf, irgendein Hügel ist immer im Weg. Der Blick zurück auf den Thüringer Wald …

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… lässt unsere Schönwetterhoffnung schwinden.
Dafür können wird es beim Fotografieren von Himmelsbildern nicht langweilig …

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… und bei Flussbildern sowieso nicht. Das hier ist die Unstrut, der wir mehr als einen Tag lang folgen werden. Einer der schönsten Radwege, die ich getroffen habe.

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Nach also einem weiteren Regentag übernachten wir in Sömmerda, in einer Pension, die sich im Innern weitaus freundlicher gibt als es dieser Hinterausgangsblick vermuten lässt.

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Am Morgen werfen wir einen kurzen Blick ins Stadtzentrum …

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… bevor uns die grünen Weiten wieder haben.

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In der Ferne der Kyffhäuser ..

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… Schotterwege, wie ich sie liebe (wirklich! das Geräusch ist so heimelig) …

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… und Felder, die schon den Herbst anzeigen.

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Kurz vor Querfurt erreichen wir Sachsen-Anhalt — und werden von diesem Dramahimmel empfangen.

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Auf Querfurts Burg bin ich fast allein. Der Sohn ist im Hotel geblieben, und auch sonst streicht niemand hier umher.

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Ein Fenster trägt Bart …

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… und der Turm Zopf.

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Und der Himmel schenkt Licht. Endlich. (Um zu spoilern: Morgen Vormittag wird er uns wieder haben, der Regen.)

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Wir verlassen Querfurt, um den ganzen Tag durch die weite Ebene zu fahren, möglichst bis zur Elbe, so ist der Plan.

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Zunächst schiebt uns Rückenwind, wenn auch – ja, schon wieder – mit Regen.

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In Halle klart es auf, mit der Geschwindigkeit eines Aprilwetterwechsels ist es plötzlich blau am Himmel.

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Und bunt auf dem Marktplatz: Beachvolleyball ohne einen Beach weit und breit.

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Am Nachmittag spüren wir endlich Sonne auf dem Rücken und im Gesicht. Wie ich das vermisst hatte, merke ich erst jetzt. Auch die Stimmung wird hell.

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Zum Glück. Denn der Weg zieht sich. Der Wind hat sich gegen uns gestellt. Die Landschaft ist flach, baumlos und folglich ohne Windschatten, und die Ortschaften halten kein Eis bereit. Heute hätten wir es gebrauchen können …

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Aber nun, irgendwann kommen wir an. In Dessau an der Elbe, wie morgens angedacht. Ein Katzensprung noch nach Berlin …

 

Die damaligen Live-Berichte dieser beiden Tage finden sich hierhier und dort.

 

#3wegsam-Bilder-3: Rennsteigquerung

 

Am nächsten Morgen wird es laut, wir wohnen gegenüber einer Baustelle, die ab sechs Uhr in Schwung kommt,  das ist einfach ein Imperativ: Schnell weg aus der Stadt!

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Laute lärmende staubige graue Straßen, wir erwischen wohl eine unidyllische Trasse, aber wenigstens ist sie gut ausgeschildert.

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So dass wir schnell im „Freien“ sind, in ruhiger, großstadtarmer Landschaft also.

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Irgendwo stoßen wir auf eine Autobahn. Der Blick auf die Karte verrät: Wir sind schon oft auf dieser grauen Spur gereist. Welch Kontrast das ist: Unsere 7-Stunden-Strecke nach Berlin dehnen wir gerade auf knapp zwei Wochen aus.

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Unser tägliches Eis bekommen wir in einem Ort, dessen Name insbesondere den Sohn begeistert:)

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Während mein Glücksmoment eher der erste Hauch von Mittelgebirgsatmosphäre ist, es wird nadelwaldiger und karger, irgendwie. Wir nähern uns spürbar den Bergen.

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Der nächste Morgen zeigt sich schon im Ansatz verregnet. Zunächst ist es Niesel, später wird daraus ein ausgewachsener Landregen mit Schauer-Zwischenspielen.

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Darum bleibt die Kamera bilderarm, man will sie nicht unnötig baden. Nur ab und zu, wenn das Nass abschwächt oder ich ein wenig geschützt stehen kann, hole ich sie raus. Es kommt auf’s Bild, was zufällig am Wegesrand liegt.

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Manchmal ist es ein hoffnungtragendes Blümchen in einer riesigen grauen Mauer.

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Nach etlichen Auf-und-Ab-Kilometern – wir überqueren Rhönausläufer – liegt das Werratal vor uns. Unten treffen wir wieder eine Brücke unserer Berlin-Autobahn, darunter quer der Werratalradweg, auf dem mich meine Tour des vergangenen Jahres ein paar Kilometer entlanggeführt hat.

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Und während ich schwelgend fotografiere, hachze und mit Erinnerungsschwaden um mich werfe, übt der Sohn sich in Geduld und sucht sich seine Art von Beschäftigung.

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Der Rest der Strecke bleibt verregnet. Es wird immer ärger. Sogar der Sohn – auf obigem Bild noch in der coolen Mama-ich-frier-doch-nicht-Kleidung eines 15jährigen – zieht sich die Regenjacke über. Hose und Gamaschen verweigert er weiterhin hartnäckig, klar, das Ende der Regenmesslatte ist noch nicht erreicht, fahren wir doch tapfer bis sechs Uhr weiter.

Am nächsten Morgen: Himmel leider unverändert. Man braucht die Abfahrt gar nicht hoffnungsvoll hinauszuzögern, von einem Ende des Horizonts bis zum anderen weht es uns grau an.

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Wir richten uns innerlich auf einen unsonnigen Tag ein und starten gen Rennsteig. Nicht an seiner höchsten Stelle wollen wir ihn überqueren, aber doch müssen wir ein wenig hoch. Die „Hohe Sonne“ ist als Querungspunkt anvisiert.

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Bis dahin regnet es, und regnet, und regnet. Wir halten kaum an, außer für die Wegsuche. Der auf der Karte eingezeichnete Radweg erweist sich leider als Mountainbike-Pfad, für uns nicht zu machen, also werden es ein paar Kilometer Bundesstraße. Da der Regen aber schon unsere gesamte Genervtheit aufbraucht, kommt es auf ein paar Autos nicht mehr an:)

Oben!
Ein Dach zum Untersetzen!

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Und warme Nahrung. Die hat es allerdings nicht aufs Bild geschafft, weil die flüssige ihr die Show stiehlt. Fassbrause als Farbtupfer des Tages. Denn der Himmel ist grau. Das sagte ich ja schon.

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In der Ferne dort unten, das ist die Wartburg. Später rollen wir an ihr vorbei, haben aber keine Lust, die Kuscheligkeit unserer Regenklamotten zu verlassen und abzusteigen. Darum bleibt es bei diesem Fernblick.

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Von Eisenach gibt es aus gleichem Grunde keine Bilder. Wir fahren durch, lassen uns von Autos nassspritzen und schauen nicht groß rechts und links. Ohnehin waren wir letztes Mal ausgiebig hier. So durchradeln wir die historische Stätte, stellen fest, dass die Unterkünfte teuer sind, legen deswegen noch ein paar Kilometer drauf, vorbei an der „Wuthaer Verwerfung“ (was man sich so von Schautafeln für Wörter merkt;-)), bevor wir in Mechterstädt ein Dach über dem Kopf finden.

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Von hier müssen wir nach Berlin nur noch herunterrollen. Glauben wir. Und der Regen lässt nach. Glauben wir auch:)

 

Die damaligen Live-Blog-Berichte dieser Tage finden sich hier, hier und hier.

 

#3wegsam-Bilder-2: Auf und Ab zum Main

 

Ein nebelschwadendurchzogener Klostermorgen, …

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… und wenn man mit einem pubertierenden Kind unterwegs ist, darf man die ersten Morgenstunden in Seelenruhe und -frieden allein im Klosterhof verbringen, schreibend schwelgend träumend, und natürlich kaffeetrinkend.

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Den Schlaf lässt sich der Sohn erst von der unmittelbar bevorstehenden Frühstücksbüfettschließung nehmen – da springt er auf und drängelt direkt auch schon zum Losfahren. Es hat ihn gepackt. Mich ja sowieso:)

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Das sanfte Jagsttal behält uns noch gut zwanzig Kilometer bei sich, dann geht es ans Aufsteigen. Auf eine Hügelkette nämlich, die hinüber zum nächsten Fluss führt. Die sieht hier so arglos aus, ist aber in Wirklichkeit von 35 Grad, Schattenlosigkeit, staubverbreitenden Mähdreschern und einer lauten Autostraße gesäumt. Tritt für Tritt schaffen wir uns hoch – wie gesagt, dem Bild sieht man den Schweiß nicht an.

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Drüben, unten, dort, wo es endlich Eis gibt, heißt der Fluss zu meiner Überraschung gar nicht Main. Es ist die Tauber, der Main wird uns erst morgen begegnen. Geographie 5, setzen:)

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Es ist jedoch egal, Radweg ist Radweg. Wir bringen den heutigen früh zu Ende, legen sogar einen Aufwärts-Schlussspurt ein (drahtig wie dieser hier:)) …

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… und übernachten in einem Weinort, ohne uns vom abendlichen Weinfest verlocken zu lassen. Schlafen ist dringlicher, schließlich ist erst der dritte Ferientag und das Erholungsbedürfnis entsprechend.

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Am nächsten Tag also geht es  nun wirklich zum Main, wieder durch ein Auf und Ab. Heute schaffe ich es weit besser, in einen meditativen Zustand hineinzufinden. Als fliegen wir durch die goldgelben Welten.

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Kurz vor Würzburg wird es waldig. Ein Symbolbild für unser Unterwegssein …

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Die Stadt empfängt uns mit einem Spektakel am Mainstrand, mit viel zu vielen Menschen und dann doch einem unerwartet sommerlauschigen Abend auf ihren Brücken und Plätzen.

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Die damaligen Live-Berichte dieser beiden Tage finden sich hier und dort.

#3wegsam-Bilder-1: Der Starttag

 

Die Sommerreise, mein sechswöchiges Radreisen unter dem Hashtag #3wegsam ist unendlich lange her, so scheint es. Die Bilder blieben monatelang unbeachtet liegen. Erst in diesen Ferien kam ich dazu, sie zu öffnen. Und damit öffnete ich auch meine zurück- und vorwärtsgewandte Sehnsucht in den Reisezustand hinein.

Wenn ich sie jetzt herzeige, dann werde ich vor allem dieser meiner Sehnsucht gerecht. Ich werde mich nicht zu lange in Auswahl und strukturiertes Zusammenfassen vertiefen, sondern einfach chronologisch durch die Tage gehen. Auch wenn es viele Bilder werden, zu viele vielleicht. Ich durchreise das jetzt alles noch einmal. Während draußen die Winterkälte weht …

 

So starten wir also, einen Tag nach Ferienbeginn.

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Die Felder rund um unseren Ort, in Tagestourenentfernung, lesen sich noch nicht wie der Beginn eines langen Unterwegsseins. Immerhin könnten wir ja umkehren und gleich wieder daheim sein, heute noch.

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In Bad Wimpfen allerdings, wir essen dort zu Mittag, werden wir angesprochen. Wir berichten über unsere Pläne und sind plötzlich gedanklich doch ganz schön weit weg. Jetzt geht es los, so richtig. Auf der anderen Neckarseite beginnt Neuland, auch wenn hin und wieder noch bekannte Orte unter die Reifen schwappen.

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Das Hinaufkeuchen auf das Hochland zwischen Jagst und Kocher lässt Mittelgebirgsvorahnung aufkommen, wir sind noch ganz schön anstrengungsentwöhnt. Die Belohnung erfolgt – so ist das in den Bergen – auf dem Fuße: wir fliegen hinab. Das Bobfahrergen kommt zu seinem Recht.

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Das erste Eis der Tour in Möckmühl wird zum Startpunkt eines täglichen Rituals. An keinem einzigen Tag werden wir uns fragen, ob wir, sondern stets nur, wo und welches Eis wir essen.

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Der Sohn benötigt Fotopausen, immer wieder. Es ist spannend zu sehen, was ihn verlockt. Ich versuche mich an diesen Stellen auch fotografierend. Schon deshalb, weil ich eh auf ihn warten muss:)

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Nach 90 Kilometern nähern wir uns dem Kloster Schöntal, ein mir schon vertrauter Ort. Wir beziehen unser Zimmerchen ganz oben in einem Seitentrakt des Klosters, die Räder bekommen eine Extragarage, und der Rest der Familie kommt zum Abendessen noch einmal zu uns. (Sie waren nämlich zusammen mit Kinderbesuch tagsüber in der Nähe in einem Museum.)

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Der damalige Live-Bericht dieses Tages findet sich hier.

 

Radgedankenwandern

Der erste Tritt in die Pedale ist der Beginn einer neuen Autonomie, er ist ein schöner Ausreißversuch, die spürbare Freiheit, die Bewegung der Fußspitze, wenn die Maschine auf das Verlangen des Körpers reagiert und ihm gleichsam vorauseilt. Innerhalb weniger Sekunden befreit sich der begrenzte Horizont und die Landschaft gerät in Bewegung. Ich bin anderswo. Ich bin ein anderer; und dennoch bin ich so sehr ich selbst wie sonst niemals; ich bin, was ich entdecke.
(aus Marc Augé: Lob des Radfahrens)

 

1-eintreten

Dieser Tage überkam mich die Sehnsucht. Ich musste in die Garage gehen, mein Rad streicheln, kurz mit ihm sprechen und ihm sagen, dass wir dieses Jahr nicht so bald und vielleicht gar nicht zu so entfernten Ufern aufbrechen können. Dabei wird ihm das weit weniger ausmachen als mir.

 

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Mir wird wehmütig. Ich sehne mich nach dem Unterwegssein aus eigener Kraft …

 

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… mit Schritten, die ich auf ganz eigene Weise setzen darf.

 

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Glückliche Zeiten, in denen es so einfach möglich ist …

 

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… auf – in umfassenderem Sinne – hellen Wegen …

 

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… sich selbst und alles, was dazu nötig ist, in Bewegung zu setzen.

 

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Mit starker Verbindung zu meinen Kraftquellen …

 

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… mit Möglichkeiten, die Initiative zu übernehmen …

 

9-in-die-quere

… damit nichts in die Quere kommt …

 

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… oder aber auch in gelassenem Improvisieren.

 

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Es ist alles eine Frage der Balance …

 

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… und einer ausgewogenen Verbindung zwischen Innen und Außen.

 

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Warme Erinnerungen dürfen mitreisen …

 

14-gemeinschaft

… und die Gemeinschaft der Menschen ringsum auch.

 

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Das So-schnell-wie-nötig und das So-langsam-wie-möglich treten in einen Dialog …

 

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… so wie überhaupt jedes Unterwegssein eine Brücke bildet zwischen Vergangenem …

 

17-hinuebernehmen-ins-zukuenftige

… und künftigen Bewegungen.

 

Ach.
Ob mich das Rad dieses Jahr über längere Zeit tragen wird?
Sei’s drum. Ich nehme mir Radwandergedanken mit, überall, wohin mich die Wege führen werden. Auch unberädert in das Radgefühl hineineinzufinden, das wäre doch eine Möglichkeit?

 

Dieser Kampf mit dem Raum war eine unvergleichliche und erhebende Übung in Einsamkeit. Der Kampf mit mir selbst war eine intime Erfahrrung, ich lernte meine Möglichkeiten und meine Grenzen kennen: Mogeln ist beim Fahrradfahren nicht möglich. Jede Anmaßung wird unverzüglich bestraft.
(aus Marc Augé: Lob des Radfahrens)

 

im November

boten Himmel und Wetter alles dar, was sich auf ihrer Farbenpalette fand: vom goldenen ersten Tag, den wir für eine Herbstlaubwanderung nutzten, über nebliggraukalte „echte“ Novemberstimmung, bis hin zu den wieder blauhimmeligen frostweißen letzten Monatstagen
*
standen bei beiden Kindern aufregende Neuigkeiten an:
für die Tochter fanden wir ein spektakulär gut klingendes 3/4-Cello und eine neue Cellolehrerin, mit der es sofort stimmte – auf beides muss sie jetzt zwar noch ein halbes Jahr warten, aber die Vorfreude und so…;
derweil sind die Jugend-Musiziert-Anmeldungen abgeschickt und das Üben am Klavier und in den Streicherensembles in vollem Gange – an Proben und Vorspielen bestand diesen Monat also kein Mangel;
viel wichtiger aber: der Sohn bekam nach einem Bewerberseminar eine Zusage für ein Schuljahr in Italien, jubelte laut, hatte mit uns zusammen eine dicke Bewerbungs- und Unterlagenmappe auszufüllen, muss nun in der Schule so manches regeln und bereitet sich innerlich darauf vor, hier – zunächst – auszuziehen (ja, das Mutterherz, das bis zuletzt ein wenig egoistisch auf eine Absage spekuliert hatte, weinte natürlich los, als die Zusage kam, hat sich aber mittlerweile in echte Mitfreude begeben und hofft einfach nur, den Moment des Abschieds am Flughafen im September dann irgendwie zu überstehen);
vielleicht ist es kein Zufall, dass wir uns gerade in diesen aufregenden Zeiten erstmals seit Jahren wieder eine Magen-Darm-Grippe ins Haus holten? (andererseits können wir uns ja glücklich schätzen, dass es ein solch banaler Infekt in die Monatserinnerungen schafft, weil er Seltenheitswert hat:))
*
hatte ich nach den Ferientagen natürlich auch ein pralles Leben in der Schule, mit einem Pädagogischen Tag, viel Steuergruppenarbeit, der Organisation einiger Mathe- und Physikwettbewerbe und einem dreitägigen Schullandheim mit unseren lebendigen 5ern, das sich als unerwartet unkompliziert und berührend-erfreulich erwies;
nahm ich allmählich innerlich Abschied von meiner zweiten Dienststelle, weil meine Tätigkeit dort auslaufen wird, wie ich nun endlich offiziell regelte
*
versuchten wir in unserem Haushalt ein wenig zu entschlacken – die Tochter ihre Kinderspiele, denen sie entwachsen ist, sowie eine Million Kleinstgeraffelteile, wie sie sich in einem Mädchenzimmer nunmal so ansammeln, und ich in den diversen Bereichen des Hauses, in denen sich die Kann-man-nochmal-gebrauchen-Dinge ballen; wir begannen damit, täglich je 10 Dinge auszusortieren, das wurde aber nach drei Wochen zu schwierig, daher müssen wir alltagskompatiblere Wege finden, oder aber den nächsten Entschlackungsschub einfach erst in den nächsten Ferien stattfinden lassen, mal schauen – der Prozess fühlt sich jedenfalls grundsätzlich sehr gut und erleichternd an
*
reiste ich ein wenig mehr als sonst herum: ein Wochenende zu liebsten Freunden, und eines zu einem Jubiläumsschultreffen und damit in meine Vergangenheit – beides war innerlich sehr wärmend (wenn es auch schwer ist, mitten im Alltagsbetrieb übers Wochenende wegzufahren, weil der Arbeitsstapel danach fast nicht mehr aufzuholen ist);
planten wir eine große Reise für die Osterferien;
verlockte mich das neue Tochtercello, welches einem „ausgewachsenen“ schon sehr nahe kommt, es auch einmal zu probieren – und so streiche ich seit Tagen mit wachsender Faszination darauf herum, bin also infiziert und erwäge ernsthaft … naja, mal schauen, was der nächste Monatsrückblick darüber zu berichten weiß …;
bastelte ich erstmals eigene Adventskalender für die Kinder (macht ja sogar Spaß:)): da müssen sie also erst aus dem Haus gehen, damit ich das mal schaffe

12 von 12 im November

(Mal wieder ein 12 von 12 . Mal wieder später als alle anderen:))

Sich auf den Weg machen, nur für kurz, nur mal eben unterwegs sein mit dem ältesten aller Reisegepäckstücke, in dem erinnerungsträchtig so vieles mitreist.

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Auf dem Weg zum Bahnhof, unter den sich auflösenden Wolken. Nebel und Dunst ziehen sich zurück, der Himmel verheißt.

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In die Spur finden, immer wieder. (Das Leben hat aber keine Schienen. Manchmal leider, manchmal zum Glück.)

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Herbst fliegt vor dem Fenster vorbei. Das Glas ist trüb, und doch sind da diese Farben.

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Heute ist wohl Tag der beschmutzten Scheibe:), aber nun, die Sonne, was will ich mehr.

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Erinnerungsvertrautheit. In jeder Jahreszeit anders. Mit immer der gleichen Angekommens-Wohligkeit.

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Eine kurze Wanderung, wir zusammen, unter einem Himmel voller Von-allem-etwas.

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Lichtdurchbrüche.

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Scherenschnittstandhaftigkeit.

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Vorbilder im Loslassen.

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Und kaum zu erahnen: ein Himmel auch hier, oben, schwach durchscheinend.

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Der Tag endet in Abendwärme. Wie könnte es besser sein …

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