Monatsblicke

im Februar

verlief manches anders als gedacht, wobei sich dies vor allem auf meine inneren Prozesse bezieht und ich jetzt zum Monatsende kaum ausmachen kann, was dieses „manches“ alles beinhaltet, und wann genau ich mich so außerhalb meiner selbst zu fühlen begann
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natürlich war es in der Schule heftig, mit Elternsprechtag und Elternabend und Wettbewerben und Konferenzen und vielen Vertretungen (alle sind krank, mich traf es ja auch ein zweites Mal) und der Terminhäufung am zweiten Dienstort – aber das ist es ja immer
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war ich erleichtert, als die Kinder ein paar Tage zu Schulorchesterproben verreist waren und die Termindichte darum ein wenig nachließ
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hatten wir lieben Berliner Besuch hier im Haus, was zwar einerseits kaum in den Alltag zu integrieren ist, aber andererseits in wohltuende, hilfreiche Gespräche führte
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spielte ich viel Cello – was sonst:) – und dies ist mir tatsächlich in so kurzer Zeit zu meinem wichtigsten Seelenbalsam geworden
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überlebte ich den 15. Februar und werde ihn von nun an als meinen zweiten Geburtstag im Jahr feiern (mehr möchte ich hier nicht davon erzählen)
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versuche ich nun, in den kurzen Ferientagen in unserer wohlvertrauten Bergwelt wieder in die Ruhe des Jahresanfangs zurückzufinden, was mir durch den heute gefallenen Schnee erleichtert wird, wenn dieser auch ziehende, schmerzende, traurige Erinnerungen aufwirbelt
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habe ich große Sehnsucht nach dem Frühling mit seiner lindernden Lichtheit

im Januar

ging es wie zu jedem Jahresstart erst einmal mit einem langsamen Tempo, einer noch stillen Zeit los – welch ein Glück diese langen Weihnachtsferien doch jedes Jahr sind!
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fanden darum – neben anderen Seelendingen – viel Schreiben, viele Bücher und sogar einige Filme Platz, bis der Wiederbeginn der Schule das Schwelgen in Buchstabenwelten ein wenig abebben ließ
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folgten auf erholsamste Ferienwochen vollgestopfte Schulwochen mit 120 Klassenarbeitskorrekturen, 140 Zeugnisnoten, Zeugnisschreiben, haufenweise Konferenzen, einer Reihe Unterrichtsprüfungen, Elterngesprächen, mehreren zu organisierenden Mathematikwettbewerben und und und … im Kalender dominiert in diesem Monat die Schulfarbe deutlich:(
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hat es mich zusätzlich gefordert, dass ich mittendrin für mehrere Tage fiebrig im Bett lag, wobei Termine – Zeugnisse und Prüfungen und so – ja nicht entsprechend nach hinten verschoben werden, so dass ich einen Kompromiss zwischen waagerechter Körperposition, Trotzdemkorrigieren, Krankmeldung für die Unterrichtsstunden und Nebenbeigesundwerden finden musste
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bin ich aber dennoch heil, auch innerlich, durchgekommen, und habe sogar jetzt zum Monatsende noch das Gefühl, ein wenig von der Anfangsruhe des Jahres in mir zu tragen
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war doch dieser Monat ein Versuch, mich nicht im ewigen To-do gefangen zu fühlen, sondern mich stärker zu besinnen auf das, was gelungen, geschafft, erarbeitet und erreicht ist, statt auf das, was immer und immer wieder noch fehlt – auch das gelang soweit und hinterlässt kleine Ahnungen, dass sich durch diesen anderen Blick ein insgesamt gesünderes Alltagssein leben lässt
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hat zu meinem inneren Wohlgefühl ganz wesentlich mein – ja, ich sage schon „mein“! – Cello und die Stunden, die ich mit ihm verbrachte, beigetragen; die Lehrerin, zu der ich in den Weihnachtsferien erst nur telefonischen Kontakt gehabt hatte, erwies sich in den ersten vier Stunden als für mich so passend, und die Ahnung von dem Bewegungs-, Singe- und Klanggefühl, welche das Instrument schenken kann, die ist nach wie vor einfach hach!
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musizierten auch die Kinder wie immer im Januar intensiv auf vielen Proben, Probevorspielen und zum Monatsende dem Jugend-musiziert-Wettbewerb, der – ich schrieb davon – diesmal eine ganz neue Erfahrung für uns brachte, welche ein jetzt umso intensiveres Zusammengehörigkeitsgefühl im Tochterquartett nach sich zieht, und ein fleißiges Üben bei Streicherduo und Sohn, da beide in zwei Monaten in der nächsten Runde weiterspielen dürfen
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hatten wir einigen, auch überraschenden Besuch hier im Haus und verbrachten warme Stunden mit Freunden
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reichte es mal wieder für so vieles nicht, aber das ist ja nichts Neues und wohl etwas, an das ich mich werde gewöhnen müssen, weil ich eben einfach so bin, dass ich immer mehr möchte als der Tag Stunden hat:)

im Dezember

schloss sich der Kreis dieses ereignisreichen Jahres mit stillen Tagen „zwischen den Jahren“, in denen wir wie immer kaum etwas taten außer – zumeist im Schlafanzug – vor uns hin zu leben, in den Bücherbergen aus der Bibliothek zu versinken, wieder zu uns zu finden und in innere und äußere Ruhe zu kommen;
dabei verabschiedete sich das Jahr mit einer hauchzarten Schicht Schnee am Altjahrstag, Beglückung für Kinderhände und Erwachsenenaugen gleichermaßen
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hatten wie immer in der Adventszeit Musikproben und -vorspiele das terminliche Zepter fest in der Hand: es waren – für beide Kinder zusammen – insgesamt 27 zusätzliche Proben und Vorspiele, das muss man erstmal in einem Monat unterbringen
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bewunderte ich die Kinder einmal mehr dafür, wie sie das aus- und durchhalten, dabei immer wieder voller Begeisterung musizieren und fast nebenher den Klassenarbeitsregen in der Schule absolvieren
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kam es daher einem Wunder gleich, dass wir dennoch Samstage für den Weihnachtsbaumwaldbesuch und unser traditionelles Plätzchenbacken mit der Plätzchenbackfreundin fanden – so spät zwar, dass wir nicht mehr schafften sie zu verzieren, aber der Wille zählt:)
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bot die Schule nicht nur für die Kinder, sondern auch für uns Lehrer nochmal alles auf, was zu einer ordentlichen Ferienreife nötig ist, so dass wir uns nach der letzten Stunde am 21. Dezember guten Gewissens einem stundenlangen Kollegiumsglühweintrinken hingeben durften
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konnte ich auf einem Stufentreffen des Abijahrgangs 2011 viele ehemalige Schüler wiedertreffen und auf teilweise erstaunliche Biographien blicken, soviel Unerwartetes geschah in so kurzer Zeit!
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waren einer der Höhepunkte wohl die zwei Celli, die hier Einzug hielten, und mit ihnen eine neue Passion: nach ersten Tönen auf dem 3/4-Instrument der Tochter war ich fasziniert und erstaunt, dass ich mir das Gefühl auf diesem Instrument immer genau so vorgestellt und erträumt hatte, unausweichlich also der Schritt, mir ein eigenes, ganzes Instrument zu leihen, ersten Unterricht zu nehmen und nun schon viele viele quietschend-kratzende Übungsstunden hinter mir zu haben, mit immer mehr Faszination, immer mehr Verliebtheit in diese Töne und dieses Gefühl, hach:)

im November

boten Himmel und Wetter alles dar, was sich auf ihrer Farbenpalette fand: vom goldenen ersten Tag, den wir für eine Herbstlaubwanderung nutzten, über nebliggraukalte „echte“ Novemberstimmung, bis hin zu den wieder blauhimmeligen frostweißen letzten Monatstagen
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standen bei beiden Kindern aufregende Neuigkeiten an:
für die Tochter fanden wir ein spektakulär gut klingendes 3/4-Cello und eine neue Cellolehrerin, mit der es sofort stimmte – auf beides muss sie jetzt zwar noch ein halbes Jahr warten, aber die Vorfreude und so…;
derweil sind die Jugend-Musiziert-Anmeldungen abgeschickt und das Üben am Klavier und in den Streicherensembles in vollem Gange – an Proben und Vorspielen bestand diesen Monat also kein Mangel;
viel wichtiger aber: der Sohn bekam nach einem Bewerberseminar eine Zusage für ein Schuljahr in Italien, jubelte laut, hatte mit uns zusammen eine dicke Bewerbungs- und Unterlagenmappe auszufüllen, muss nun in der Schule so manches regeln und bereitet sich innerlich darauf vor, hier – zunächst – auszuziehen (ja, das Mutterherz, das bis zuletzt ein wenig egoistisch auf eine Absage spekuliert hatte, weinte natürlich los, als die Zusage kam, hat sich aber mittlerweile in echte Mitfreude begeben und hofft einfach nur, den Moment des Abschieds am Flughafen im September dann irgendwie zu überstehen);
vielleicht ist es kein Zufall, dass wir uns gerade in diesen aufregenden Zeiten erstmals seit Jahren wieder eine Magen-Darm-Grippe ins Haus holten? (andererseits können wir uns ja glücklich schätzen, dass es ein solch banaler Infekt in die Monatserinnerungen schafft, weil er Seltenheitswert hat:))
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hatte ich nach den Ferientagen natürlich auch ein pralles Leben in der Schule, mit einem Pädagogischen Tag, viel Steuergruppenarbeit, der Organisation einiger Mathe- und Physikwettbewerbe und einem dreitägigen Schullandheim mit unseren lebendigen 5ern, das sich als unerwartet unkompliziert und berührend-erfreulich erwies;
nahm ich allmählich innerlich Abschied von meiner zweiten Dienststelle, weil meine Tätigkeit dort auslaufen wird, wie ich nun endlich offiziell regelte
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versuchten wir in unserem Haushalt ein wenig zu entschlacken – die Tochter ihre Kinderspiele, denen sie entwachsen ist, sowie eine Million Kleinstgeraffelteile, wie sie sich in einem Mädchenzimmer nunmal so ansammeln, und ich in den diversen Bereichen des Hauses, in denen sich die Kann-man-nochmal-gebrauchen-Dinge ballen; wir begannen damit, täglich je 10 Dinge auszusortieren, das wurde aber nach drei Wochen zu schwierig, daher müssen wir alltagskompatiblere Wege finden, oder aber den nächsten Entschlackungsschub einfach erst in den nächsten Ferien stattfinden lassen, mal schauen – der Prozess fühlt sich jedenfalls grundsätzlich sehr gut und erleichternd an
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reiste ich ein wenig mehr als sonst herum: ein Wochenende zu liebsten Freunden, und eines zu einem Jubiläumsschultreffen und damit in meine Vergangenheit – beides war innerlich sehr wärmend (wenn es auch schwer ist, mitten im Alltagsbetrieb übers Wochenende wegzufahren, weil der Arbeitsstapel danach fast nicht mehr aufzuholen ist);
planten wir eine große Reise für die Osterferien;
verlockte mich das neue Tochtercello, welches einem „ausgewachsenen“ schon sehr nahe kommt, es auch einmal zu probieren – und so streiche ich seit Tagen mit wachsender Faszination darauf herum, bin also infiziert und erwäge ernsthaft … naja, mal schauen, was der nächste Monatsrückblick darüber zu berichten weiß …;
bastelte ich erstmals eigene Adventskalender für die Kinder (macht ja sogar Spaß:)): da müssen sie also erst aus dem Haus gehen, damit ich das mal schaffe

im September

ein Monat zwischen einer großen und einer kleinen Radreise: die ersten 11 Tage gehören zum langen Sommer-#3wegsam, der Nachmittag des letzten Septembertages zu einer Kurzradtour mit der Tochter nach Strasbourg;
ein guter Monat also, der sich zwischen solchen Pfeilern aufspannen darf, und der zudem fast sommrig daherkommt, mit Hitze, dass es hinter den Glasfenstern der Schule schon zu viel ist, und mit Sonne, die wärmt und erhellt und freut und all das
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dazwischen ein Schuljahresstart, der mich in einiger Hinsicht selbst überrascht;
wie ich etwa mein langsames Reisetempo in den abrupten Hamsterradstart übernehme und erstmals seit … Berufsbeginn? … mich nicht gehetzt fühle, keine Kopfschmerzen in der ersten Schulwoche habe;
dass ich es an vielen Tagen schaffe, meine Vorbereitungen am Nachmittag fertigzustellen, oder wenigstens abends nicht länger als bis zehn am Schreibtisch zu sitzen, einfach dadurch, dass ich Arbeit für den nächsten Tag liegen lasse;
weil ich mehr als früher ein Schritt-für-Schritt schaffe, weniger parallel bearbeite, insgesamt ruhiger vor mich hin werkele
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dabei ist es viel in diesem Schulstartmonat, wie immer:
das Kennenlernen von 120 neuen Gesichtern (und die Erkenntnis, dass mir Namenlernen jedes Jahr schwerer fällt);
ein rasanter Start mit unserer neuen 5. Klasse, die sich als unerwartet verhaltensoriginell erweist, wie man es freundlich formulieren könnte, die uns – auch nach mehreren Wochen noch – vor große Rätsel und etliche Probleme stellt;
ein holpriger Start mit dem neuen Mathekurs, der zum Monatsende aber schon die Aussicht auf glattere Wege öffnet;
erste Elterngespräche und Klassenkonferenzen;
Fachkonferenzen und Gesamtkonferenz, eine Tagung, etliche kollegiale Kooperationstreffen – für einen Monat mehr als genug
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gleichzeitig starten die Kinder ihr neues Schuljahr, als Sechstklässlerin und als Neuntklässler: ihre Freuden- und Unmutsäußerungen über die Lehrerzuteilung, über die ersten Schultage, über neue Rituale, über Empörendes auch, sind häufiger als sonst Thema am Abendessenstisch;
Musikunterricht und Sport beginnen wieder, alles wie gehabt;
für den nunmehr 15jährigen konkretisieren sich unsere Überlegungen, ob er das nächste Schuljahr im Ausland verbringt, allerdings ist bisher noch offen, ob das, was er wünscht, überhaupt funktionieren kann;
die gerade noch so kleine Tochter beginnt mit Farbe auf Nägeln und im Gesicht zu experimentieren – huch, sie werden so schnell groß:)
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zum Monatsende spüre ich erste Erschöpfung, die natürlich schwer willkommen zu heißen ist, aber wohl eine wichtige Botschaft mit sich bringt: merke ich doch, dass ich in dem eingeschlagenen langsameren Tempo, das mir angemessen ist und gut tut, einfach nicht alle Dinge bewältigen kann, die mein Alltag so vor mir ausbreitet;
schwierig mir dies einzugestehen, da ich es ja jahrelang dennoch bewerkstelligte – und doch sollte ich wohl ernstnehmen, was mir im erschöpften Grauschleier der letzten Monatstage entgegenkommt:
so wie in den letzten Jahren kann und will und werde ich nicht weiteragieren;
nur: das Gefüge meiner Alltagsdinge ist durch so viele Hebel, Stangen, Zahnräder und Riemen miteinander verknüpft, dass es eine sehr langfristige Aufgabe wird herauszufinden, an welchen Stellen zu schrauben sein wird, damit nicht alles auseinanderfällt und sich dennoch ändert, was mir im Moment die Luft nimmt

im Juli

(auch diesen Monatsrückblick habe ich, wie schon den Vormonatstext, vergessen einzustellen; weil ich wie gesagt so lange auf Reisen war)

ein Monat, in dem ich viel schrieb, es wurde fast jeden Tag ein Blogtext, um – vor allem für mich selbst – das Schuljahresende mit seiner nicht nur gefühlten Überfülle an Dingen einmal festzuhalten
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selbst wenn man das alles in einer Liste knapp zusammenfasst, wird es eine stattliche Aufzählung:
das Ende der Berlinstufenfahrt, einer rundum gelungenen Reise, die dennoch eine lang nachhallende Erschöpfung im Schlepptau hatte;
eine Steuergruppentagung in einem pittoresken Tagungsort in der Nähe, von dem wir nur leider vor lauter Tagen nicht viel mitbekamen;
ein Begrüßungsnachmittag für die künftigen 5. Klassen, bei dem Vorfreude aufkommt, bald wieder mit den ganz Kleinen:) zu tun zu haben;
Hausunterricht bei E.;
ein nachgeholtes Fachschaftstreffen mit einem pensionierten Kollegen;
Projekttage, die in ein Schulfest mündeten;
endlose Korrekturstapel, und anschließend natürlich Notenschluss, Nachmittage voller Notenkonferenzen, Zeugnisausdrucke, all das;
das Überstehen der letzten Schultage, mit Abschieden Ausblicken, mit Feedbackrunden und Rätseln, mit Eisessen und Kinobesuch;
der Zeugnistag mit den traditionellen Kollegiumsverabschiedungen, diesmal mit ganz besonders vielen Kolleginnen und ganz besonders vielen Tränen;
und parallel dazu: Aufräumarbeiten am heimischen Schreibtisch, im Lehrerzimmer und in der Physiksammlung, dazu viele viele Vorbereitungen fürs nächste Schuljahr – das alles drängte sich auch noch in die letzten Schulwochen, will ich doch vom ersten bis zum letzten Ferientag wegfahren
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den Kinder merkte man die Ferienvorfreude auch mehr und mehr an, ihre Erleichterung, wenn die letzten Arbeiten vorbei sind, wenn die Termine allmählich ausdünnen, wenn die Reisevorbereitungen immer mehr Raum einnehmen;
so Terminhäufungen zum Schuljahresende, wie sonst nur im Advent: Klaviervorspiele und Orchesterkonzerte, ein Modulfest, Fußballspiele und Trainingsgruppensommerfeste;
eine Übernachtung bei Freundinnen und ein Kindergeburtstagsbesuch;
ein Kinderkardiologentermin, bei dem glücklicherweise wie vor Jahren schon nur Harmloses im Arztbericht steht;
und am Ende des Monats zwei Zeugnismappen, so dass wir nun quasi einen 9t- und eine 6t-Klässlerin haben:)
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das Schuljahresende mündet in Radreisevorbereitungen, der Monat endet mit dem Start der großen sechswöchigen Reise …

 

im Juni

(oh je, ich hab vergessen, den Text einzustellen, einfach so vergessen; vielleicht weil ich zum Monatswechsel in Berlin und später so lange auf Reisen war?)

nach dem Wasserrohrbuch muss getrocknet werden, im Keller, im frisch renovierten Treppenhaus, in den angrenzenden Räumen, unterm Parkett und den Fliesen – darum stellt man uns fünf dröhnende Maschinen in die Räume, die mich im Laufe der Wochen ziemlich Nerven kosten werden: da alle Türen ausgehängt sind, kann ich nicht mal ne akustische Dämpfung zwischen mich und den Lärm schieben
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zum Glück ergibt es sich, dass ich in der Trocknungszeit ein wenig wegfahren darf,
einerseits nach Berlin nämlich, mit vier 10. Klassen, eine riesige Stufenfahrt, die wohl gut konzipiert ist und rundum gelingt – sagen alle:) – Berlin ist hektisch, anstrengend und laut, hat aber im Hostel wenigstens keine Trocknungsmaschinen stehen;
andererseits nach Leipzig zum Bachfest, wo ich meine wunden Ohren mit Musik und Begegnungen heilen lassen darf
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die Kinder reisen ebenfalls ein wenig umher:
beide zusammen zu einem Musikwochenende in die südtschechische Partnergemeinde,
der Sohn zur Bundesrunde der Mathematikolympiade in Jena,
die Tochter zu Probentagen mit ihrer Musiktheater-AG
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und dazwischen versuchen wir Alltag unterzubringen:
den Klassenarbeitsmarathon des nahenden Schuljahresendes – für die Kinder tritt danach Entspannung ein, für uns Lehrpersonen die heißeste Phase des Schuljahres;
all die Musikaktivitäten, wie immer, dazu Sohns erstes Klaviervorspiel beim neuen Lehrer (es ist überraschend:));
Tochters engagiertes und verstärktes Fußballtraining mit dem ersten Turnierspiel ihrer noch jungen Karriere;
und eine letzte U-Kinderuntersuchung – jetzt ist sie also groß, und mir ist ein wenig wehmütig
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in die Schule hinein weht schon der Hauch des nahenden Schuljahresendes:
ich lasse alle restlichen Klassenarbeiten schreiben (und packe sie für Berlin in die Reisetasche, von wo ich sie am Ende der Reise unangetastet wieder herausholen werde);
überschlage mich am anderen Dienstort fast vor lauter Beratungsgesprächen verschiedenster Art;
freue mich unendlich, dass E., die vor Monaten so schwer verunglückt ist, endlich aus der Klinik heimkehrt und von nun ab von uns zu Hause unterrichtet wird;
und – nicht ganz unwichtig – genieße einen wunderbaren Kollegiumsausflug mit einem wunderbaren Kollegium
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und dann gibt es noch Tochters Kinderübernachtungsgeburtstag, der wegen Gewitterwarnung in Form eines riesigen Matratzenlagers im Dachstudio stattfindet und – erste Male! – nicht von mir mit Spielen ausgestattet werden muss („Mama, sei nicht peinlich!“), weil die tollen Mädchen (11 sind es!) sich nachmittags, abends, nachts (?) und morgens mit Sport-, Sprach-, Lach- und Essspielen zu beschäftigen wissen, dass einem beim Zuschauen und Zuhören das Herz ganz warm wird

 

im Mai

das Thema Treppenhaus und seine Renovierung rahmte den Monat ein:

er begann mit der wohltuenden Erfahrung, dass dieser Arbeitsberg, vor dem ich innerlich hufte, weil mir Ausräumen, Abkleben, Organisieren, all das unüberwindlich schienen, dass also solch riesiger Berg doch abzutragen ist, und zwar unerwartet schnell und leicht,
und damit einhergehend kam mir der Gedanke, dass ein Teil meines Belastungsgefühls immer im Vorgestellten, im Antizipierten verortet ist … was da für Möglichkeiten inneren Freiwerdens durchschimmern … und wie viel es noch zu üben gilt …

und er endete mit dem gleichen Thema, nämlich: „All die Tapeten an den betroffenen Wänden müssen ab“, so sagte der Mann von der Trocknungsfirma, nachdem er mit Hightech-Geräten vermessen hatte, was vom Ereignis drei Tage zuvor als Zeugnis verblieben war: feuchter Boden, auch unter dem Estrich, feuchte Wände, feuchte Möbelfüße, und feuchte Dinge ja sowieso
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drei Tage zuvor nämlich war im Moment unserer Urlaubsheimkehr die Wasserzuleitung im Haus geplatzt – ganz großes Kino: binnen Minuten Kellerboden vollgelaufen, inmitten der Fontäne irgendwie doch den Hauptwasserhahn abgedreht, die Wasserströme durch Textilien- und Bettenberge versucht aus den Wohnräumen fernzuhalten (mäßiger Erfolg), bis endlich die Feuerwehr kam und auspumpte, und der Nachtschichtinstallateur das Rohr reparierte …
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in dem Moment trat Entspannung ein, und Dankbarkeit: für all die Helfer (selbst der Bürgermeister kam, so ist das auf dem Dorf:)), für die sofortige Reparatur, obwohl wir schon Klo- und Duschangebote vom halben Dorf hatten, für die schnelle und kompetente Versicherung (bisher jedenfalls …) und vor allem dafür, dass es nicht während unserer Reise passiert war
(und im Nachhinein – zwei Tage später begannen überall ringsum die großen Unwetter und Überschwemmungen – dafür, dass es bei uns vergleichsweise glimpflich aussieht)
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jetzt also ein neuer Berg Arbeit: immer noch Dinge weitertrocknen, Regale ausräumen und von den Wänden wegrücken, all das Geraffel in den Zimmermitten stapeln, Wände und Böden durch Geräte trocknen lassen, danach tapezieren lassen, Fußboden vielleicht neu machen lassen … (aber das ist schon nicht mehr im Mai, und vermutlich wird auch der Juni dafür nicht reichen)
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Themensprung, es gab im Mai auch anderes:
zum Beispiel unseren wunderbaren Italien-Radreise-Urlaub
(ich empfehle übrigens ausdrücklich häusliche Unglücke der oben beschriebenen Art im erholten Zustand anzugehen, dann kann man sie entspannt und lächelnd wegstecken:))
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noch ein wenig mehr verreisten wir: der Sohn zu einem Matheseminar nach Magdeburg (in den Ferien, ganz freiwillig;-)) und beide Kinder zusammen mit dem Schulorchester nach Frankreich in die Nähe von Paris, während ich auf einer kurzen Pfalzfahrt liebsten Freunden begegnete
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kurz vor den Ferien gab es für den Sohn ein letztes Klaviervorspiel bei seiner alten, nun schon ehemaligen Lehrerin; nach 8 Jahren hatte ich Tränchen in den Augen, und er wohl auch (innerlich natürlich nur, wie das mit 14 so ist); dennoch sind sich alle sicher, dass Lehrerwechsel die richtige Entscheidung war und er bei dem neuen Lehrer ebenfalls aufblühen wird (seinem Spiel jedenfalls ist nach der kurzen Zeit schon so manches anzuhören)
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und Schule?
ja, Schule habe ich auch gemacht, ein bisschen, ohne Extratermine und Extrajobs, einfach Unterricht vorbereitet und gehalten: solche Zeiten muss man ja auch mal festhalten (auch wenn sie nur 9 Schultage lang währten:))

 

im April

war es voll, sehr voll –  wann ist das bei mir denn mal nicht so? – und trotzdem, oder nein: einfach so, ohne trotzdem, ohne deswegen, einfach so: war es ein guter Monat
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im schleppenden, immer wieder verzögerten Frühlingsbeginn erste sonnige Radtouren und immer mehr Balkon- und Terrassenkaffees genossen
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wunderbare Konzerte bei einem Musikfestival gehört
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einen sehr berührenden Brief von der Freundin bekommen,
und dazu ein Notizbüchlein mit dem Titel „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“, welches ich als Anregung nahm und seither nutze, um darin tatsächlich die Momente meines Alltags festzuhalten, welche ich „verlorene“ Zeit (und Kraft und Energie) nennen könnte – das schenkt mir einen erhellenden Blick auf all das Tun und Sein in meinen Tagen und meine Möglichkeiten, mich nicht im Ungesunden zu verlieren, sondern im Guten zu sammeln
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mit den Kindern – wie immer zu Frühlingsanfang – das Manöver Klamotten- und Schuhkauf angegangen, und zwar, weil ich dazulerne, diesmal mit getrennten Einkaufsterminen – also einzeln je einen halben Samstag im Örtchen mit den Geschäften verbracht, und – tata! – bei allem Notwendigen (bzw. überhaupt der Frage: notwendig oder nicht) weder mit der Tochter noch mit dem Sohn in eine Missstimmung geraten (wir fühlen uns darum sehr friedensnobelpreisverdächtig:))
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beide Kinder begeistert über ihre GirlsDay-BoysDay-Erfahrungen berichten hören – Tochter war beim Bäcker, Sohn in der Apotheke, und wie immer brachten sie unglaublich viel Neues mit
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einen ruhigen Schulmonat bei beiden begleitet – ist ja logisch, so wie ich zu Hause nichts zu korrigieren habe, schreiben auch meine Kollegen derzeit wenige Arbeiten, und folglich musste hier niemand auf irgendwelche gehäuften Klassenarbeitsserien lernen – hach, wie gut
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Musik gab es dafür ein wenig mehr im Haus, weil die Tochter über die Rückkehr der Quartettlehrerin aus dem Sabbatjahr glücklich und der Sohn durch den neuen Klavierlehrer hochmotiviert ist, so dass er viel und intensiv übt wie selten im Leben
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in der Schule wenig Korrekturen
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dafür umso mehr Gespräche, nämlich vor allem Vor- und Nachbesprechungen der großen Schülerjahresvorträge (für Hiesige: das sind die GFS) und weitere schwierige Beratungssituationen
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Abituraufsichten – aber das war’s auch schon für mich mit dem diesjährigen Abitur, weil ich erstmals in meinem Berufsleben weder Erst- noch Zweit- noch Drittkorrekturen habe (ob die mich vergessen und aus ihren Listen gestrichen haben;-)?)
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wie immer ein paar Konferenzen
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und ein Pädagogischer Tag, an dem ich für einen der Workshops zuständig und – zugegeben – ein wenig aufgeregt war (neidvoll auf die Kollegen schauend, die einfach  morgens hinkamen und sich wie die Schüler in die Reihen und Angebote setzten:))
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die Ergebnisse des Känguru-Wettbewerbs aus Berlin zugeschickt bekommen, also an der Schule die Preisverleihung organisiert
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weiterhin für die 10er-Stufenfahrt nach Berlin viele Stunden herumtelefoniert, sortiert, geplant (und umgeplant) – und kein Ende damit in Sicht
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und – hurra! – einen beruflichen Entschluss nicht nur zu Ende gefasst, sondern durch dienstliche Mitteilung nach „oben“ zur endgültigen Umsetzung gebracht:
ich werde meinen zweiten Dienstort verlassen und in absehbarer Zeit wieder nur noch an der Schule arbeiten;
eine lange Liste an Gründen gibt es dafür, am wichtigsten aber: dass mir die zeitliche und kräftemäßige Zerrissenheit auf so vielen „Baustellen“ immer weniger gut tat;
noch ein reichliches Jahr also, und dann werde ich wieder fokussierter auf meine Schule und vor allem auf die direkte Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen sein – JA!

im März

die Osterferien, in denen dieses Monatsende liegt, taten und tun gut:
vorher war wie immer viel liegengeblieben, und jetzt liegt ein bisschen weniger hier auf den ewigen Bergen herum, da ist sogar soviel abgearbeitet, dass der Monat mit einem Gefühl der Ruhe enden darf;
und mit der Erinnerung an kalte Tage, an ein verregnetes Ostereiersuchen auf der Terrasse (nicht im Garten, wegen der Nässe), an eine Reise nach Leipzig, bei der das Wetter sich ebenfalls wenig frühlingshaft zeigte – aber: das war alles nur im Außen, die Temperaturen, der Wind, der Regen, das ist alles nicht so wichtig; im Innen war und ist Frühling
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in der Schule „prallvolle Vorferientage“ so schrieb ich im Februar – und so schreibe ich auch jetzt (das gilt wohl immer vor Ferien):
zwei Konferenzen, ein Tag der offenen Tür, neben diesen zentralen Terminen viele Eltern- und Schülergespräche, manchmal häuft sich das eben;
den Känguru-Wettbewerb an der Schule organisiert und durchgeführt;
für unsere Stufenfahrt der 10. Klassen nach Berlin etliche Museumsbesuche und weitere Programmpunkte organisiert und mich dabei wie eine Reiseveranstalterin gefühlt (was übrigens nicht mein Traumberuf wäre);
dazu war am anderen Dienstort vieles und noch mehr zu tun;
und neben oder bei oder über all diesem waren da lange Wochen voll inniger Gedanken an das Mädchen, an meine Schülerin, welche auf dem Heimweg von der Schule mit ihrem Fahrrad unter einen LKW gekommen ist – ein Schock, ein Ereignis zum Tiefdurchatmen, zum Hoffen und Beten, und in den letzten Tagen zum Aufatmen, weil sie es geschafft hat und sogar schon daran denken kann, dass sie in einigen Monaten wieder zu uns kommen wird …
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berührt auf einem Abschlussabend den Filmbericht von Sohnes Südafrikareise gesehen und die jetzt, nach der Reise, sehr miteinander verbundenen Jugendlichen erlebt – hach! (und wieder mal gedacht: was für ein Glück unsere Kinder mit ihren zahlreichen Musiklehrern haben);
mit dem Sohn zum Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ nach Böblingen gefahren (also nee: natürlich mit beiden Kindern gefahren, nur hat die Tochter diesmal dort nicht gespielt) und einen tollen Preis für seine Cellopartnerin und ihn gefeiert;
ein Preisträgerkonzert und ein Kammerkonzert gehört;
und Sohns Abschied von der langjährigen besten Klavierlehrerin der Welt begangen, mit ein wenig Weh auf allen Seiten, doch der Schritt war längst fällig, der neue Lehrer wurde von ihr ausgesucht und vermittelt, vom Sohn beim Probevorspiel für „in Ordnung“ befunden (und vice versa wohl) und wird also ab nächste Woche versuchen, mit dem Sohn ebensogut zusammenzufinden wie die bisherige Lehrerin es vermochte
*
mehr als in den Vormonaten fotografiert und mich daran erfreut:)
mehr als in den Vormonaten Klavier gespielt und mich daran erfreut:)
mehr als in den Vormonaten gelesen und – man errät es leicht – mich daran erfreut:)
*
erste Male:
beim Schreiben eines Blogtextes die Diktierfunktion des Handys benutzt (als mir der Text nämlich einfiel und gerade keine Zeit mehr zum Schreiben war)

und das war’s schon mit den ersten Malen? kann ja fast nicht sein … und ist es vermutlich auch nicht …

im Februar

(Meine entschuldigende Vorrede ist diesmal schon keine mehr. Ich lerne dazu und merke seit Tagen, seit Dienstag dem Ersten genaugenommen, dass es richtig und stimmig ist, wenn ich meinen Monatsrückblick erst am Wochenende schreibe. Dann nämlich, wenn ich Zeit und Ruhe dafür habe.)

einen hellen, heilen Monat durchlebt, mit der Ahnung künftiger Räume, nicht nur zum Schreiben …
damit sich diese allerdings öffnen könn(t)en, müss(t)en Schule und sonstige Arbeit, ja, so manches in meinem derzeitigen Alltag, auf lange Sicht weniger Raum ein- und wegnehmen, mich weniger fordern und erschöpfen, was sie im Moment arg tun
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nämlich, da war viel Schule:
wie immer prallvolle Vorferientage, durch die man sich so schleppt und an denen man sooo viel liegen lässt für die Woche nach den Ferien, in der man dann ja frischerholt sein wird;-)
die Nachferientage mit einem emotional schwierigen Pädagogischen Tag begonnen, mit der Beleuchtung einer schweren Situation für unsere Schule, aber einer umso friedlicheren Stimmung, einer berührenden Schulleiterrede (unter Tränen) und einem Abschluss dieser Phase, die uns nicht nur geknickt hinterlässt;
ansonsten noch Fachkonferenz, Elternsprechtag und zwei Elternabende gedrängt in zwei Wochen, naja, man ist das ja gewohnt:(
erstmals seit Monaten wieder an andere Schulen gefahren und Referendare besucht
*
zwischen all dem unsere traditionelle Fastnachtsferienskireise nach Italien, diesmal mit nur einem Kind;
dort in „unserem“ Ort trafen wir übrigens auf der Straße ewig nicht wiedergesehene Freunde (der Zufall ist kleiner als er scheint, denn vor 12 Jahren hatten wir sie genau dort auch kennengelernt)
*
die Kinder bei etlichen aufregenden Dingen begleitet:
Jugend-musiziert-Preisträger-und  Kammerkonzerte sind wir ja gewohnt, die Schulorchester“frei“zeit auch (diesmal allerdings neu: auch die Tochter darf mit und ist stolz und beglückt gleichermaßen);
neu: ein spannender Robotikwettbewerb des Sohnes (mit Zuschaumöglichkeit) und ein Mathewochenendseminar (ohne Zuschauer – was will man da auch sehen:));
das Aufregendste aber: seine Südafrikareise mit dem Musikschulorchester, für ihn ein Wow-Erlebnis vom Feinsten
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und dann gab es in diesem Monat noch meine kleine „Schreibreise“, in der der Raum zwischen Stiften und Papier mit ganz viel von allem gefüllt war …
*
erste Male:
einen Blog erfolgreich zu WordPress umgezogen;
ein Kind „allein“ in ein Flugzeug steigen lassen, und dann gleich noch in eines auf die andere Erdhalbkugel – und meine Aufregung überlebt:)
ein Kinderinstrument kaputtgehen sehen und ersetzen müssen (was neben Versicherungsaufwand vor allem Herzblut kostete);
im Winterurlaub kein Meterchen Ski gefahren (einfach weil ich’s nicht (mehr) mag und dies eingestehen und äußern konnte);
drei Tage lang beide Kinder gleichzeitig nicht im Haus gehabt – so freie Tagesgestaltung im Schulalltag hatte ich das letzte Mal vor etwa 15 Jahren:)

im Januar

(Ich gebe es auf, ich richte mich damit ein, und das ist wahrscheinlich sogar gut. Nämlich dass es mir in diesem Leben, na: in diesem Blog jedenfalls, wohl nicht mehr gelingen wird, pünktlich zu sein. Nicht bei selbstverursachten Terminierungen wie etwa dem Wunsch(?), genau zu Monatswechsel zu schreiben. Nicht bei Anlässen, die dringlich schreibendes Reagieren nahelegten und mich damit in langandauerndes innertextliches Verharren ohne Finale (=Textprodukt) werfen. Nicht bei der Aufarbeitung von Vergangenheiten irgendwo zwischen Radreisen und Familiensachen.
Jedenfalls: Ich gebe es auf. Die nächste Stufe wäre jetzt, die entschuldigende Vorrede auch noch wegzulassen. Für heute setze ich sie erstmal ganz klein. In der Hoffnung, dass Menschen mit schwerlesenden Augen genug technische Hilfsmittel beherrschen, um sich die Schriftgröße altersgerecht:) hinauszuzoomen.)

den Monat und das Jahr mit ein paar kranken Tagen, Schlappgefühl und Halsweh begonnen, die noch aus dem alten Jahr herüberragten; trotzdem aber war mir im Innern heil und hell zumute – an den Kranktagen und danach, den Monat hindurch und darüber hinaus, immer heiler, immer heller, ja …
*
Schule und Arbeits langsam angehen können, weil wir zunächst einen Drittelmonat Schulferien hatten, dann aber umso heftiger starten mussten:
mit 120 Klassenarbeiten, Korrekturen, mündlichen Noten und Zeugnissen,
mit Konferenzen am laufenden Band,
mit einem fast doppelten Klassenlehrerjob, da mein Coklassenlehrer ausfiel,
dabei mit viel Unterstützung durch meine Chefs, immerhin,
und mit einem Neustart am anderen Dienstort (der meine Für-mich-Zeitfenster wieder kleiner werden lässt, ich muss zusehen, trotzdem in der Ruhe zu bleiben)
*
irgendwann hatte der Korrektur- und Notenmarathon ein Ende, und ich verbrachte das letzte Wochenende des Monats auf einem einsamen Gehöft mit zwei (wenn auch leider nicht drei) wunderbaren Menschen, in Innen- und Außenfeuerherzensgespräche eingewoben
*
und Musik gab es – wie immer in unserem Hause, wie immer in diesem Monat zumal: beide Kinder spielten wieder bei Jugend musiziert,
und ich hatte erstmals den Eindruck, dass ich mich emotional nicht mehr so stark hineinhänge, nicht mehr fürs Üben so sehr verantwortlich fühle – ein sehr gutes, befreiendes Gefühl,
umso besser (! – ja, doch: das könnte so stimmen) gelang beiden ihr Vorspiel; der Sohn darf jetzt noch weiterüben, da es eine Runde weitergeht
*
Was noch?
Ach, ich könnte, wenn ich’s denn hier erzählen würde (was ich aber nicht tue), noch einen Roman anfügen. In dem spielen Telefone, Briefpapiere, Krankenhäuser, Zahnärzte, Fotoapparate, Kopfhörer und weitere marginale Alltagsgegenstände wichtige Rollen. Die Hauptrollen aber … ach, ich wollte ja nicht erzählen. Deswegen bleibt hier nur stehen: Die Hauptrollen spielen drei Pünktchen, noch unausgefüllt.

im Dezember

weniger als üblicherweise in diesem Monat gearbeitet – nur wenige Korrekturen, nur eine Fortbildung, wenig Extras, weil gerade Pause am zweiten Dienstort ist, aber trotzdem in einem großen Erschöpfungsgefühl gelebt
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wie schon vor einem Jahr: ein dienstliches Nein ausgesprochen, auf das ich – wegen seiner Unmissverständlichkeit – ein bisschen stolz bin:)
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die derzeitige Anspannung auch dadurch gespürt, dass die Erkältungskäfer sich mit keinem Beinchen in die Schulzeit wagten, mich aber sofort zu Ferienbeginn an den Weihnachtstagen und darüber hinaus flachlegten
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diesen kleinen Infekt, der bald vergehen wird, nehme ich aber gern, wenn ich an die schweren Erkrankungen hier im nahen und fernen Umfeld denke, von denen ich in diesen Wochen erfahren habe
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umso mehr wird einem dann wieder bewusst, wie wichtig es ist, die Zeit mit uns selbst und mit nahen Menschen zu nutzen – der Monat hatte viel davon: Freundesbesuche, Treffen auf Konzerten, Verabredungen zum Glühweintrinken, Lebkuchenhausbauen, Spielabende, gemeinsame Lese-, Bau- und Puzzlesessions …
*
Musiktermine waren es etwas weniger als sonst, der Kalender zeigt – kaum zu glauben – nur fünf Vorspiele und Kinderkonzerte;
auch die Jugend-musiziert-Vorbereitungen, die immer in diese Monate fallen, laufen – wegen leichterer Programme – weniger intensiv und fordernd als sonst, was uns allen gut tut;
emotional bewegend dafür Überlegungen, Gespräche, Entscheidung und Vorspiel wegen des lang überfälligen Klavierlehrerwechsel des Sohnes – der ist nun also in die Wege geleitet und führt hier allseits zu einem weinenden und einem lachenden Auge
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erste Male:
wegen leerer Batterie mit dem Auto auf dem Supermarktparkplatz hängen geblieben und abschleppen lassen müssen
das allererste minikleine Tochtercello verkauft, mit ziehendem Herzen (jetzt haben wir immer noch eins zu viel, aber das wird nicht mehr so weh tun)
einen Asylarbeitskreis mitgegründet
anonym etwas zu Weihnachten verschenkt

im November

den Monat mit einer Münchenreise begonnen, von dort in leuchtenden Herbstfarben und fast sommerartiger Wärme nach Hause geradelt;
es war gut, in jenen Tagen Kraft getankt zu haben für den ganzen Monat, denn für weitere Reisen und Unternehmungen (auch innere) fand sich kaum Raum;
nur ein Termin durfte nicht ausfallen: Plätzchenbacken mit der Adventsbackfreundin – wir sind mit dieser Tradition jetzt im 12. Jahr, und es ist besonders berührend, dass auch ihre Abiturientintochter und mein Achtklässlersohn immer noch großen Wert darauf legen dabei zu sein
***
in der Schule weiter in meine reduzierte Stundenzahl hineingefunden – das Ziel wäre: mir ein reduziertes Arbeits- und Lebenstempo so zu eigen machen, dass ich gar nicht mehr anders kann;
und doch war da natürlich bergeweise Arbeit:
Korrekturstapel (in welchem Monat wäre das nicht so?) mit vielen Rückmeldegesprächen
Konferenzen und Steuergruppensitzungen
ein Pädagogischer Tag
Begleitung von Schülern zu einem Mathematikwettbewerb
eine Fortbildung in Tübingen (so ganztägig leider, dass ich kein einziges Eckchen meiner Erinnerung wiedergesehen habe)
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von den Kindern wie immer gut beschäftigt gewesen:
immer noch der Tochter bei der Schulalltagseingewöhnung geholfen (aber sie kommt in die selbstständigen Gänge, da scheint sich gerade ein Schalter umzulegen)
vom Sohn beschenkt worden mit mehreren Elternabenden, mit einem einwöchigen Austauschpartner (dessen „Bespaßung“ sicher nicht zu meinen Lieblingsmuttertätigkeiten gehörte) und mit endlosem Formularkram wegen einer bevorstehenden Südafrikakonzertreise
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in den wenigen Zeitfenstern wie immer viel zu wenig gelesen, geschrieben, fotografiert etc.,
dafür mehr geschlafen und geträumt, einfach nur dagesessen, und, wie ich in diesen Tagen merke, einiges Inneres nach oben kommen lassen – gut dafür wieder Raum zu haben, auch wenn ich mich gerade mit Händen und Füßen wehre und natürlich, es wäre so bequem, ausweichen möchte

im Oktober

Ein Monat, eingespannt zwischen goldenen Tagen zum Anfang und zum Ende: Oktoberorange, wie es unglaublicher kaum sein kann. Bei noch T-Shirt-warmen Temperaturen radelten wir am 3. Oktober zum Rhein nach Speyer, und heute begannen ein paar Münchentage mit herbstsonnigem Englischen Garten, Biergarten inklusive. Mehr Ausflugseinträge weist der Kalender nicht auf – diese beiden aber waren erfüllend genug.

Viel Besuch kehrte bei uns ein: Kinderfreunde und -freundinnen, auch übernachtend, Abendgäste, spontan oder angekündigt, und Geburtstage mitgefeiert habe ich auch ein paar. Die Kinder übernachten immer wieder mal auswärts – so muss das.

Viele Kinderdinge waren zu tun, das reißt einfach nie ab (soll es ja auch nicht, doch manchmal häuft es sich arg):
Tochters Gymnasiumseingewöhnung läuft noch, soll heißen: es läuft noch nicht von allein – sich organisieren, wann welche der langfristigen Hausaufgaben zu machen sind, wann welche Dinge im Ranzen zu sein haben, wann man sich mit den – vielen(!) – neuen Freunden verabreden muss, damit es auch klappt;
Sohnes Schule ist inzwischen Selbstläufer, er zeigt zuweilen ungeahnten Ehrgeiz mitten aus dem Chaos heraus;
dafür gibt er uns zu tun mit diversen Elternabenden seiner tausend Hobbys, den organisatorischen Vorbereitungen für eine Südafrika-Konzertreise (und ich dachte schon, Deutschland hätte Formularwahnsinn), Vorbereitung eines Schüleraustauschs mit der niederländischen Partnerschule, Absprachen und Organisation einer Tschechienreise, wohin er zum Musizieren eingeladen wurde, ein Computerkauf (vom langgesparten eigenen Geld, aber begleiten muss man das ja schon) … und so manches, was mir schon wieder entfallen ist;
Tochter hat – ihr Herzenswunsch – Fußball im Verein angefangen zu spielen; hat mit der Musical-AG der neuen Schule ihre ersten Aufführungen gehabt (wow: mit kleiner Sprechrolle auf die Schnelle – nie nie nie hätte ich mich das in diesem Alter auf so ner Riesenbühne getraut!); geht stolz zu ihren ersten Schulorchesterproben und freut sich wie ein Springball, dass sie bald mit all den ¨Großen¨ auf Probenfreizeit und Auslandsreise gehen wird.

Und ich?
Ruhiger bin ich, seit Teilzeit ist, und langsamer. Mehr Schlaf, alles dauert länger, der Haushalt liegt ebenso brach wie zuvor. Einzig wichtig aber: das verlangsamte Lebenstempo, DAS!
Zeit für ein paar Spaziergänge, mit und ohne Fotoapparat, ein bisschen gelesen (da ginge immer noch mehr:)), intensiver Klavier gespielt als in den Monaten zuvor, mich im Dorf eingeknüpft in das gerade entstehende Netzwerk zur Aufnahme der bald bei uns einziehenden >100 Flüchtlinge, mit Freundinnen getroffen, all das.
Und gearbeitet, in aller Ruhe, möchte ich fast sagen. Wären da nicht noch ganz frisch die vergangenen drei Tage, an denen ich den halben November vorbereitet und ne Klassenarbeit korrigiert habe. Doch doch, insgesamt ist es ruhiger denn je. Auch wenn es an meinem zweiten Dienstort jetzt bald wieder losgeht und wenn ich seit neuestem in der Steuergruppe der Schule mitwirken darf (intensiv, erfüllend und viel Zeit ausfüllend). Unterrichten ist einfach das schönste (Geldverdien)Geschäft, das ich mir für mich vorstellen kann. Immer noch, immer wieder. In Klassen verliebt sein lässt manchmal gar nicht nach:)

Ein gutes Schlusswort, oder? Bleibe der Text für heute unredigiert, ungekürzt, ungeschliffen hier stehen. Schließlich bin ich gerade im Urlaub und will im Moment eigentlich ziemlich dringlich nur noch ins Bett. Vorher noch ein wenig Ulla Hahn …

im September

Das ist wohl wenig überzeugend: Eigentlich wollte ich erzählen, dass der September von meiner Stundenreduktion, meinem Teilzeitbeginn und damit von einströmender Ruhe und dem wohltuenden Gefühl, endlich wieder alle Alltagsdinge in Gelassenheit bewältigen zu können, dominiert war.
Als erstes aber muss nun hier stehen: Ich habe diesen Septemberrückblick vergessen. Nachdem ich ein paar Stichpunkte notiert hatte, einfach VERGESSEN, daraus einen Post zu machen. So kenne ich mich nicht …
Vielleicht drehe ich`s um und schaue anders darauf: Gelassenheit bedeutet auch, mich nicht durch selbstverordnete Regeln, Disziplinierungen und Rituale einzuzwängen. Blogpläne und -vorsätze werden zu solchen, wenn ich um jeden Preis glaube etwas schreiben zu müssen, wenn es sich in mir so gar nicht nach Schreiben anfühlt.
So also?
Jedenfalls: keine Rechtfertigung, keine Entschuldigung bitte. Der Rückblick kommt verspätet, Punkt. Und was heißt schon verspätet?

Die Schule nun also in Teilzeit:
* obwohl Schulanfangszeit war, habe ich mich nicht gehetzt gefühlt, habe alle anstehenden Dinge Schritt für Schritt abgearbeitet, mir neue „Arbeitsbegrenzungsregeln“ gesetzt (doch: hier dienen mir Regeln als hilfreiches Geländer, damit der Arbeitsgaul nicht mit mir durchgeht) – möglichst nicht nach 22 Uhr arbeiten, möglichst am Wochenende 36 Stunden am Stück freimachen – und bisher eingehalten
* in großer Freude meine ersten Schulwochen durchlaufen: drei komplett neue Klassen mit 90 Schülern kennengelernt (Fotos sind auf Handy, Namenlernen wie Vokabeln, bald kann ich auch die letzten langhaarigen dunkelbrilligen absolut gleich aussehenden Mädchen benennen) und zum Teil auf den ersten Blick in die Klassen verliebt (die Physik-Zehnte am Nachmittag: hach! meine Klassenlehrerklasse: ebenfalls hach! und die Siebte: die hat natürlich auch noch eine Hach-Chance)
* Konferenzmarathon, Steuergruppensitzung, konzeptionelle Arbeit in kleinen Gruppen – und bei allem die gute Atmosphäre im Lehrerzimmer eingeatmet
* zwei, drei freie Vormittage pro Woche genossen und für Schreibtischarbeit genutzt, so dass die Abende weitgehend arbeitsfrei waren: ein ungewohntes Gefühl (ab Januar wird die Woche wieder voller)

Die Kinder werden groß:
* einen 14. Geburtstag gefeiert, erste Stimmbruchüberschlagungen wahrgenommen und wegen Wachstumsschüben stapelweise Kinderklamotten aus den Schränken aussortiert & neue besorgt
* die Schulhefte mit „Klasse 5“ und „Klasse 8“ beschriftet – wow!
*  Tochter am Gymnasium eingeschult, ihre freudigen ersten Schritte begleitet, unter anderem fuhr sie sofort ins Landheim und geht ins große Schulorchester, fährt allein mit dem Rad über die Dörfer und kümmert sich so selbstständig um ihre Dinge, dass mir zuweilen die Kinnlade runterklappt
* das Termintetris an den einzelnen Wochentagen zurechtgeruckelt, wir wissen allmählich, wer wann wohin fährt und zurückkehrt und gebracht und geholt werden muss

Der September hatte aber auch noch Ferientage, die jetzt – vier Wochen später – so fern erscheinen:
* in Berlin bei Eltern und Freunden gewesen
* wieder mal ein Klassentreffen in der Uckermark genossen (wir machen das jährlich, seit vor drei Jahren unser aller Kinder mit dabei waren und jetzt fast mehr als wir Erwachsenen darauf dringen, dass es keinesfalls nächstes Jahr nicht stattfinden darf:))
* über einen Musikschulaustausch eine tschechische Familie mit 13jährigem Cellisten zu Gast gehabt, was uns bestaunenswertes Proben und Konzertieren der beiden Söhne bescherte – und den Vorsatz, nächstes Jahr als Familie einen Gegenbesuch abzustatten, vermutlich auch mit Noten im Gepäck

Und sonst noch:
* lieben Besuch empfangen
* zu lieben Menschen auf ein Fest gefahren
* wieder mehr Klavier gespielt (SEHR viel sogar)
* dafür weniger gelesen
* aber mehr geschlafen als üblicherweise zu Schulzeiten. Das soll ja nicht schaden:)

im August

Der Monat ist vorbei, und – mensch – da war doch meine Rubrik Monatsblicke, in der ich immer meine Monate zusammengeschrieben habe. Ganz vergessen. Ferienzeit ist AusdemKalenderfall-Zeit. Und das gegenwärtige Ringsum, das einen täglich mit neuer Heftigkeit erschüttert, das lähmt meine Worte.
Also der Vollständigkeit halber in ultrawenigen Worten das Viele, das da war:

Urlaubsvorbereitung – mit Kranksein an Hals und Auge und mit viel viel Packen
Urlaub – URLAUB!
Urlaubsnachbereitung – vor allem innerlich, denn wenige Stunden nach der Radtour geht es schon wieder zu Besuch nach Berlin, wo das Monatsende aus einem Geburtstagsvorabend besteht. Doch davon wird der September erzählen.

im Juli

dominierend wie immer in diesem Monat war die Schule
diesmal bei wochenlangen fast-40°-Temperaturen kaum zu ertragen, und obwohl ich mich als echte Das-muss-man-aushalten-Lehrerin sehe, bin ich dieses Jahr ob unserer Südseiten-Glasfront-Klassenzimmer eingeknickt und habe etliche Schulstunden plätschernd und mit Eisessen verbracht
dennoch aber: die letzten Klassenarbeiten des Jahres geschrieben und korrigiert
dazu dann 120 Endnoten fertiggemacht und eingetragen, einige noch mit Elterngespräch abgerundet
immer wieder die Schüler motiviert (und gleichermaßen bewundert, wie die das Tag für Tag aushalten)
mich über jedes Hitzefrei gefreut
nachmittags in unzähligen Sitzungen, Konferenzen, Planungstreffen gesessen
Lehrerzimmer, Physiksammlung und heimischen Arbeitsplatz geräumt, geschrubbt, entmistet und geschreddert
auf den Zeugnistag hingedürstet, und an jenem dann Abschied nehmen müssen von einem Lieblingskollegen und – wie jedes Jahr – unseren zahlreichen Referendaren
durch die letzten Wochen sich ziehend auch der Abschied von unseren 6ern, die wir zwei Jahre begleiten durften: mit einem kurzen Zeltlager, etlichen vorletzten und letzten und allerletzten Stunden und so mancher Träne am allerletzten Tag
***
Sohn war im Landheim und kehrte schneller als gedacht zurück: mit gebrochener Zehe, Notarzt, nächtlicher OP unter Händchenhalten seines großartigen Mathelehrers (ich wäre wohl gestorben bei dem Anblick der einzuschiebenden Drähte und des anzunähenden Nagels, insofern wars im Nachhinein gut so:)), dann holten wir ihn ab, und seither krückt er sich schwimmbad- und fußballlos durch den Sommer, ist natürlich genervt, aber geduldig, und am Mittwoch sollen die Drähte raus und der Gips ab, damit wir in den Urlaub loskönnen – puh, hoffentlich klappt das
***
die restlichen Kinderaktivitäten waren weniger gruselig, wenn auch anstrengend: das Dauerfeiern zum Ende des Schuljahres nimmt adventeske Züge an und hat mit dem ursprünglichen Sinn von Feiern nicht mehr viel zu tun – alle Familien müssen schauen, wie sie’s durchhalten – bei uns diesmal sechs musikalische und drei sonstige Festivitäten – uff!
***
dazu natürlich einige „selbstgemachte“ fröhlich-feuchte Treffen mit Freunden – aber hej: man kann doch diese lauen Sommerabende nicht ungenutzt verstreichen lassen! – und ein Kollegiumsausflug
***
seit ewigen Zeiten mal wieder im Kino gewesen, zu einem Mathematik-Filmfestival: dass ich dort einen Professor und die Hörsäle und Gänge der Moskauer Uni wiedersehen würde, das hatte ich vorher gelesen; dass die Regisseurin aber eine Kommilitonin von mir war, noch dazu eine, mit der ich in meiner Moskauer Zeit befreundet war und die mich damals in Berlin besucht hatte: DAS durchfuhr mich als Ahnung erst, als sie vorn auf der Bühne stand – ich meine, da geht man irgendwo in Mitteleuropa ins Kino und trifft sich nach 25 Jahren einfach wieder? Gibt’s das? – wir waren beide ganz perplex, und ich kann es immer noch nicht glauben:))
***
mittlerweile sind Ferien, und da diese in wenigen Tagen in eine Radreise münden sollen, war ich in den ersten Tagen schnell dran mit Arzt, Optiker, Friseur, Besorgungen, Haushalt, Schulsachenaufräumen, Fahrradreparieren – bis mich am Freitag ein Grippchen erfasste, aber sooo heftig — nun habe ich zwei Tage quasi durchgeschlafen, versuche wieder auf die Beine zu kommen und hoffe ganz sehr, dass wir in vier Tagen unsere Sommerradtour starten können — zum Glück ist vieles schon vorbereitet, und in den ersten Tagen muss ich dort im Norden ja keine nichtvorhandenen Berge versetzen, gell?

im Juni

meine wunderbare Radreise in Berlin beendet,
dort in weniger als 48h zehn erwachsene und einige kleine Freunde getroffen (besonders gut der Samstag: Cafè-Kneipen-Tour mit fünf Stationen, das habe ich nicht mal zu Studentenzeiten geschafft),
im Rest des Monats im Kopf bereits die nächste Tour angeträumt und konkret geplant, Karten besorgt, JuHe gebucht, Radladen konsultiert für ein paar Bauarbeiten an den drei Rädern
ergo: ganz schön viel Urlaubsgefühl für einen Nichtferienmonat
***
aber auch vollgepfropfte Schulzeiten:
Steuergruppentagung mit viel Konzipieren, Ausdenken, Anreißen, Abarbeiten, Lachen (und Trinken, ja, abends)
mündliches Abitur, Abistreich, Abientlassfeier, Abiball (auch mit etwas Trinken, nun ja)
und damit man nicht meint, Lehrer würden nur im Alk schaffen können:
der Pädagogische Tag zu unserem neuen Schulkonzept, die GLK und die Fachkonferenz und überhaupt der tägliche Unterricht verliefen komplett ohne einen Tropfen:)
Verabschiedungsgedanken für einen unserer liebsten Kollegen gemacht – wie weh das tut, wie ungern wir ihn ziehen lassen
***
gefeiert mit dem Sohn: Empfang der Bundespreisträger in der regionalen Musikschule – wie schon letztes Jahr war das unglaubliche Buffett beim besten Willen nicht kleinzubekommen, was ein – wenn auch schwacher – Ausgleich dafür war, dass der kommunikative Ärger mit der Duo-Mitfamilie weiterging, ja, weitergeht
(dass der Sohn nun nächstes Jahr mangels Partner und wegen Lehrerneusuche und überhaupt mit dem Wettbewerb aussetzen will, lässt die ganze Familie aufatmen)
***
Musikhighlights der Kinder wie immer bei uns monatsfüllend:
Sohn auf Orchesterreise geschickt und heile wiederbekommen (dort eine Premiere für ihn: er ist gesegelt)
dann ihm auf dem Schulkonzert gelauscht – erstmals hat er neben seiner Klarinettenrolle in zwei Stücken einen Klavierpart bekommen
Tochter am Tag der offenen Tür der Musikschule mit dem Cello in Aktion gesehen
beide Kinder in Vorfreude aufs nächste Jahr hüpfen sehen: sie, weil sie dann endlich auch ins große Schulorchester darf; er, weil er mit der Musikschule eine Südafrikareise vorhat – man oh man, manchmal werde ich auf meine eigenen Kinder neidisch:)
und mein eigenes Klavierspiel dümpelt ein wenig vor sich hin
***
Tochters Kindergeburtstag gefeiert: eine Zeltübernachtung im Garten, abenteuerlich, nur bissl wenig Schlaf (sagt die Mutter)
***
mit der Tochter geübt: Schulweg mit dem Fahrrad fahren – nächstes Jahr darf sie das allein, und ich muss sie wieder ein Stück loslassen
***
Sohn bestaunt: wie er trotz seiner tausend Nebenschuldinge doch einen vergleichsweise großen Ehrgeiz zeigt, sich für die Schule anzustrengen – ich habe aufgehört mich einzumischen, biete nur noch Hilfe an wenn es wo brennt – und siehe da: ich darf ein unglaublich selbstständiges großes Kind erleben
***
und zum Schluss ein paar unbedeutende erste Male:
Hautarzt-Screening (fühlt sich bissl an wie Fleischbeschau)
Schlüssel verloren (und erst im nächsten Monat wiedergefunden – hihi, das war heute:))
mich einer kurz-prägnanten Schreibform zugewendet, von der ich nie dachte, dass ich jemals … ich übe mich dort noch im inneren Ankommen
Bügelberg abgearbeitet (wobei das nicht wirklich ein erstes Mal ist: vor 17 Jahren hatte ich das schonmal)
***
nun würde ich gern mit einem ganz bedeutenden ersten Mal schließen, fiele mir ein solches ein
jedoch: über sehr lange Zeit, eigentlich den ganzen Monat hindurch, diese Fülle an Leben ein- und auszuatmen gewusst, in einer sehr dankbaren Gestimmtheit – das ist doch auch was.
Das ist vielleicht schon alles!