#bergundtal-4 – Tochtertage

Sie startete und endete an der eigenen Haustüre, führte in einer großen Schleife durch Flusstäler und über Höhenzüge hinweg, durch einige warme Begegnungen hindurch und vor allem letztlich in innere Ruhe hinein – meine Pfingstradreise. Erzählt habe ich von unterwegs diesmal nichts. Aber einige Bilder mitgebracht.

 

Der Weg mit der Tochter beginnt mit einem gemeinsamen Freiburg-Nachmittag, an dem wir in einem kuscheligen Biergarten an der Dreisam zwei meiner ehemaligen Schülerinnen treffen. Wie toll, diese jungen Frauen auf ihrem Weg zu sehen, saßen sie doch gerade noch bei mir auf der Schulbank. „Gerade noch“ fühlt sich natürlich nur für uns Erwachsene so an. De facto ist es zwei bzw. fünf Jahre her.

 

 

Auf dringende Empfehlung von E. schauen wir am nächsten Morgen die neue Unibibliothek an. Sie hat offen, obwohl Feiertag ist. Und sie ist voll von jungen Menschen, die hier lesen, lernen, diskutieren, zukunftsträumen. Mir wird ganz sehnsüchtig nach dieser Zeit in meinem Leben, in der ich den Großteil des Tages genau so verbringen durfte wie diese hier …

 

 

Nun aber, es war gut, eine solche Zeit gehabt zu haben. Das Leben, meine Lebensform ist nun eben eine andere, und ja auch nicht die schlechteste, denke ich, als ich hinter der Tochter herradele und wir uns in unser gemeinsames Unterwegssein hineintasten.

Heiß ist es heute, kaum zum Aushalten. Nach 25 Kilometern schon brauchen wir ein Eis, so sehr brennt die Hitze auf den Kopf. Wir wollen sogar eine zweite Eispause einlegen, allein – es findet sich nichts in den verlassenen Dörfern. So müssen wir mit Wasserkühlung in verschiedener Form vorlieb nehmen.

 

 

 

Übrigens: Wir sind zu dritt unterwegs. Dies erfahre ich selbst erst in der zweiten Pause des Tages. Der kleine Reisegefährte – der übrigens haargenau so alt ist wie die Tochter und immer noch auf ihren Wegen mitmuss, so findet sie – wird in Szene gesetzt und dokumentarisch festgehalten, bevor er wieder seinen Platz auf dem Lenker einnimmt.

 

 

Nach schweißtreibender Fahrt erreichen wir kurz vor dem Gewitter den angepeilten Zeltplatz. Eine Erfahrung der besonderen Art (von der ich hier schrieb).

Das Seeufer mit Abendessen …

 

 

… das Seeufer nach dem Abendessen …

 

 

… und morgens ein Blick in das kreative Chaos unserer Behausung. (Wenn man genau hinschaut, sieht man mitten im Geraffel irgendwo das Tochterkind schlummern.)

 

 

Vom warm-heißen Hinterland gelangen wir heute wieder an den Rhein, wie gut: Es ist kühler hier, und zu sehen gibt es am Wasser immer etwas.

 

 

 

 

In Kehl radeln wir an dem Zeltplatz vorbei, der uns im Herbst bei unserer Strasbourg-Fahrt beherbergt hat. Von hier ab ist es bekannte Strecke. Und doch sieht alles anders aus: andere Richtung, andere Blickwinkel (was wir damals alles übersehen hatten!), andere Jahreszeit.

 

 

Nur eines ist gleichgeblieben: Der Wind weht gegen uns. Wir versuchen, dieses Phänomen wegzulachen und wegzujubeln – und wirklich: wie so vieles ist es eine mentale Sache.

 

 

Müde sind wir trotzdem, als wir spätabends auf dem Zeltplatz ankommen. Auf einem völlig überfüllten noch dazu, wir müssen unser Zelt in eine unbehagliche Ecke quetschen, in der wir weder Lust zum Kochen noch morgens zum Frühstück haben.

 

 

Darum fahren wir morgens vor allen anderen ab und holen Brötchen und Kaffee in der Campingplatzbäckerei.
Während des Frühstücks macht die Tochter Vordertascheninventur. Wie sie dieses Durcheinander nach nur einem Tag geschafft hat! (Hier scheint eine Expertin in Sachen Damenhandtasche heranzuwachsen:))

 

 

Der Tag vergeht im Flusswegradeln, wie toll das immer wieder ist.

 

 

 

 

An einer Schleuse vergessen wir die Zeit …

 

 

… an einem Hafen tragen wir – sportlich! – unsere Räder über die Brücke …

 

 

… und gegen Abend sind wir schon dort, wo wir manchmal von zu Hause aus ein Fischrestaurant besuchen.

 

 

Eine Zeltplatzübernachtung ist trotzdem noch drin, und nicht die schlechteste. Zumal wir die letzten 35 Kilometer nicht mehr geschafft hätten; die Tochter war mit den 87 bis dahin eh schon über sich hinausgewachsen.
Wir landen auf einem wunderbaren Zeltplatz ganz in Heimathausnähe. Und treideln am Morgen durch blühende, immer vertrautere Landschaften allmählich nach Hause.

 

 

 

Und nun, während die Sommerferien schon begonnen haben, steht das nächste gemeinsame Radeln unmittelbar bevor …

 

Andere Bilder dieser Reise sind hier zu finden:

#bergundtal-1 – Anlauftage

#bergundtal-2 – Freilaufen

#bergundtal-3 – Begegnungen

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