Seelenperlen

Es gibt Tage, da kommen sie auf mich zu.
Es gibt Tage, da suche ich sie, sehnlichst.
Und wenn ich es recht verstehe, hat jeder Tag immer beides. Das Suchen und das Kommen. Das Geschenk und der Durst danach.
Je mehr mich sehnt, desto mehr schenkt es sich. Je mehr mir geschenkt wird, desto mehr wird mir gewahr, wie tief die Sehnsucht danach immer wieder ist.
Ein Schwingen auf dem weiten Bogen von Öffnen und Empfangen.

Heute suchte ich, sehr. Und fand …
… das morgendliche Vermissen. Eine Ruhe im Haus, ganz gelassen konnte ich dem späten Arbeitsbeginn entgegengehen. Und doch fehlte das pubertierende Wirbeln im Haus. – Glücklich, wer vermissen und bald wieder in die Arme schließen darf.
… das dunstige Licht des anbrechenden Frühlings, von der Bergkette her mich anstrahlend, durch den Zauber silhouettiger Baumkahlheit hindurch.
… die wärmend-tröstlichen Worte, die zu halten vermochten, was gerade schon am Auseinanderfließen war.
… meine Traurigkeit, meine treue sanfte Begleiterin, die mich erdet und immer wieder an die Hand nimmt, wenn ich daran bin, mich zu verlieren.
… ein plötzlicher Frieden im Innern. Mir zugeflogen aus undurchschaubarer Tiefe.

Ich atme ja.
Immer weiter.

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2 Kommentare

  1. Liebe Frau Rebis, wie so oft, berührt mich dein Text sehr, ganz besonders dieser Satz: Glücklich, wer vermissen und bald wieder in die Arme schließen darf.Glücklich, wer vermissen und bald wieder in die Arme schließen darf.
    Meine Traurigkeit grüsst deine und schon lächelt es sich leise zu dir hin
    Ulli

    Gefällt 2 Personen

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