Ich, Celloschülerin

Ich will immer alles. Sofort.

Aber ohne es geschenkt zu bekommen, das auch wieder nicht. Und ohne mich auf irgendeine Weise beschwichtigen zu lassen.

Wenn es nicht auf Anhieb klappt, werde ich unzufrieden mit mir. Ich hadere und sehe nicht, was ist. Sondern nur, was fehlt.

Dabei werde ich zum kleines Kind. Brauche das Gelobtwerden. Bräuchte es. Und wenn ich es bekomme, wehre ich es ab.

Selbst kann ich mir kaum einen positiven Blick schenken. Es siegt stets die Kritikerin, die innere Richterin.

Ich übe oft mehr, als mir und meinem Körper guttut. Das spüre ich, aber es hält mich nicht vom Übermaß ab.

Um dies zu verbergen, verstecke ich die Anspannung, sogar vor mir selbst. Arm und Hand etwa bleiben locker, dafür verkrampfen rechter Fuß und Kiefer. Ich finde geschickte Wege, mich zu überlisten.

Ich will immer alles. Sofort.

 

Was für einem Spiegel ich mich da ausgesetzt habe …

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15 Kommentare

  1. Oh ja, liebe Frau Rebis, das kommt mir sehr bekannt vor, gerade habe ich mit neuen Übungen angefangen und kann kaum erwarten, dass sie Erfolge zeigen … als ob ich es nicht besser wüsste, ja, gut Ding will Weile haben und ich, Unverbesserliche, ich, ich eile … als gäbe es wirklich etwas zu verlieren oder zu gewinnen!
    Herzensgrüsse an dich
    Ulli

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    1. Nun, dann gilt es jetzt also, uns von Unverbesserlichen zu Verbesserlichen zu transformieren:)
      Was übst Du denn, wenn ich neugierig fragen darf? Vielleicht auch etwas Meditatives, dessen „Voran“gehen weniger in Tagen als vielmehr in Lebensaltern sichtbar werden wird?
      Mich wird nun beim Üben dieser Gedanke begleiten: Es gibt nichts zu verlieren. (Danke!) So einfach, eigentlich. So schwer, wiederum.
      Herzlichst, Frau Rebis

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            1. Oh, ja, stimmt ja:)
              Hast Du „urs“ gesagt??? Diese Sprache meiner/unserer Kindheit? Hachz …
              Allerdings sagten wir „ursT“. Vielleicht ein feiner Ost-West-Unterschied? Oder waren es verschiedene Epochen des Wortes?
              Jedenfalls: Du siehst mich hier erinnerungsselig lächeln …

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    1. So oder auf andere Weise erhellend ist es sicherlich bei jedem, der in eine ungewohnte Rolle schlüpft. Das Schülerinsein, das muss ich erstmal neu lernen. Dabei ist es sehr hilfreich, wenigstens in Ansätzen vorstellen zu können, wie es den Kindern geht, und meinen Schülern. Auf der anderen Seite des „Tisches“ …

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        1. Und den eigenen Kindern auch. — Es ist nicht das erste Mal. Hab als Erwachsene, also: als ich schon Kinder hatte – schon ein drittes Fach studiert, Klavier gelernt, mit den Kindern und aus Spaß Latein mitgelernt … Ich schaue tatsächlich anders als die Prozesse dabei als als Kind. Ist ja eigentlich klar:)

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