im November

boten Himmel und Wetter alles dar, was sich auf ihrer Farbenpalette fand: vom goldenen ersten Tag, den wir für eine Herbstlaubwanderung nutzten, über nebliggraukalte „echte“ Novemberstimmung, bis hin zu den wieder blauhimmeligen frostweißen letzten Monatstagen
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standen bei beiden Kindern aufregende Neuigkeiten an:
für die Tochter fanden wir ein spektakulär gut klingendes 3/4-Cello und eine neue Cellolehrerin, mit der es sofort stimmte – auf beides muss sie jetzt zwar noch ein halbes Jahr warten, aber die Vorfreude und so…;
derweil sind die Jugend-Musiziert-Anmeldungen abgeschickt und das Üben am Klavier und in den Streicherensembles in vollem Gange – an Proben und Vorspielen bestand diesen Monat also kein Mangel;
viel wichtiger aber: der Sohn bekam nach einem Bewerberseminar eine Zusage für ein Schuljahr in Italien, jubelte laut, hatte mit uns zusammen eine dicke Bewerbungs- und Unterlagenmappe auszufüllen, muss nun in der Schule so manches regeln und bereitet sich innerlich darauf vor, hier – zunächst – auszuziehen (ja, das Mutterherz, das bis zuletzt ein wenig egoistisch auf eine Absage spekuliert hatte, weinte natürlich los, als die Zusage kam, hat sich aber mittlerweile in echte Mitfreude begeben und hofft einfach nur, den Moment des Abschieds am Flughafen im September dann irgendwie zu überstehen);
vielleicht ist es kein Zufall, dass wir uns gerade in diesen aufregenden Zeiten erstmals seit Jahren wieder eine Magen-Darm-Grippe ins Haus holten? (andererseits können wir uns ja glücklich schätzen, dass es ein solch banaler Infekt in die Monatserinnerungen schafft, weil er Seltenheitswert hat:))
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hatte ich nach den Ferientagen natürlich auch ein pralles Leben in der Schule, mit einem Pädagogischen Tag, viel Steuergruppenarbeit, der Organisation einiger Mathe- und Physikwettbewerbe und einem dreitägigen Schullandheim mit unseren lebendigen 5ern, das sich als unerwartet unkompliziert und berührend-erfreulich erwies;
nahm ich allmählich innerlich Abschied von meiner zweiten Dienststelle, weil meine Tätigkeit dort auslaufen wird, wie ich nun endlich offiziell regelte
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versuchten wir in unserem Haushalt ein wenig zu entschlacken – die Tochter ihre Kinderspiele, denen sie entwachsen ist, sowie eine Million Kleinstgeraffelteile, wie sie sich in einem Mädchenzimmer nunmal so ansammeln, und ich in den diversen Bereichen des Hauses, in denen sich die Kann-man-nochmal-gebrauchen-Dinge ballen; wir begannen damit, täglich je 10 Dinge auszusortieren, das wurde aber nach drei Wochen zu schwierig, daher müssen wir alltagskompatiblere Wege finden, oder aber den nächsten Entschlackungsschub einfach erst in den nächsten Ferien stattfinden lassen, mal schauen – der Prozess fühlt sich jedenfalls grundsätzlich sehr gut und erleichternd an
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reiste ich ein wenig mehr als sonst herum: ein Wochenende zu liebsten Freunden, und eines zu einem Jubiläumsschultreffen und damit in meine Vergangenheit – beides war innerlich sehr wärmend (wenn es auch schwer ist, mitten im Alltagsbetrieb übers Wochenende wegzufahren, weil der Arbeitsstapel danach fast nicht mehr aufzuholen ist);
planten wir eine große Reise für die Osterferien;
verlockte mich das neue Tochtercello, welches einem „ausgewachsenen“ schon sehr nahe kommt, es auch einmal zu probieren – und so streiche ich seit Tagen mit wachsender Faszination darauf herum, bin also infiziert und erwäge ernsthaft … naja, mal schauen, was der nächste Monatsrückblick darüber zu berichten weiß …;
bastelte ich erstmals eigene Adventskalender für die Kinder (macht ja sogar Spaß:)): da müssen sie also erst aus dem Haus gehen, damit ich das mal schaffe

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11 Kommentare

  1. Liebe Frau Rebis, hu, das kann ich mir gut vorstellen, wie es da in dir aussah, als der Sohn die Zusage bekam, andererseits ist es eine trennung auf Raten und die finde ich doch sehr viel angenehmer, als von jetzt auf gleich. Die Seele braucht ja immer eine Weile, egal worum es geht, sie ist und bleibt eben Fussgängerin.
    Gerne habe ich deinen Novemberrückblick gelesen, hoffe, dass der Virus wieder aus dem Haus ist und sich deine Grossen an dem Gebastelten erfreuen … eine Übung für die Enkelkinder, lach und nun aber gaaanz schnell weg :)
    liebe Grüsse
    Ulli

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    1. Bis zur Abreise sind es ja noch neun Monate, wie ’ne Schwangerschaft, viel Zeit zum Drangewöhnen. Und hoffentlich kommt er anschließend ja nochmal für zwei Jahre zurück. Es wird aber nie mehr dasselbe sein. Aber das ist gut so … ich gewöhne mich allmählich an das Gefühl. Und freue mich natürlich riesig für und mit ihm auf das Bevorstehende …
      Die Kalender sind „textlastig“ und kommen erstaunlich gut an, da war ich mir vorher gar nicht sicher:)
      Sei lieb gegrüßt.

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  2. Schöne Vorfreude auf alles …! Schön, wieder von Dir zu lesen und Du klingst nicht mehr ganz so unter Druck.

    Ostern wird auch hier erwartet (erster Flug für die Jungs) … und das mit dem Klangkörper … wenn Recherche das Handeln ersetzen würde, dann … ; )
    (mal sehen – es wäre leichter, wenn ich mal eines in Händen/im Arm hielte)

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  3. Kann ich gut nachvollziehen, das mit dem Auslandsaufenthalt des Sohnes; so die ersten Flüggewerdschritte. Ging unsere Tochter doch mit knapp sechszehn in die Staaten, wo sie heute immer noch ist. Vielleicht wird Euer Sohn ein Italiener :-)

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    1. Heißt das, sie ist anschließend überhaupt nicht mehr zurückgekommen? Uiuiui, könnte das bei ihm auch passieren? Vielleicht?
      Wenn er später (aber bitte bitte noch nicht sofort) gen Italien auswandern würde, fände ich das gar nicht schlecht, übrigens:)

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      1. Doch, doch, sie kam zurück, um hier ihr Abi zu machen, dann eine Ausbildung im Hotelwesen, dann der erste Job im Hotel dort, viele neue Freunde, später eine neue Arbeitsstelle dort, wo sie noch immer ist, aber einige ihrer wenigen Urlaubstage verbringt sie bei uns, bzw. in Europa. Ihr Leben ist dort. Obwohl sie irgendwann für immer kommen will – heim – ist sie sich noch nicht sicher, wirkt immer mehr dort „eingebürgert“…
        Dein Sohn, ein zukünftiger Guiseppe Verdi oder so ähnlich :-)

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