Lesenswelt

Mich in die Phantasie meines eigenen Südens hineinwärmen,
den Schauer einer in all mein Sein hineingreifenden Gesundheitsdiktatur auf dem Rücken spüren,
mich über die skurrilen Abenteuer eines Deutschen im postsowjetischen Sankt Petersburg – erinnernd und wiedererkennend – ausschütten,
in der Depression der Zwischenkriegswiener Vorstädte oder auch des New Yorks der 60er Jahre mitverzweifeln,
in den großen Bögen von Menschen- und Menschheitskrankheiten das eigene Oben und Unten suchen,
angestoßen werden, gedanklich, warum die Kinder gerade auf diesen und jenen Pfaden unterwegs sind, und ich auf anderen, und die Eltern wiederum auf jenen, und überhaupt alle Menschen in ihren jeweils verschiedenen Phasen,
einen milden Blick auf die eigene Erschöpfung bekommen, wenn ich lesend die klare Botschaft beginne zu begreifen …

Lesend, gelesen, all das, von all diesem. Und noch viel mehr.
Eine ganze Welt, hier, unter der Decke auf meinem Lesesofa.
Während sich vor dem Fenster der erste Reif niedergesetzt hat.

 

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