Beckstein – Würzburg (#3wegsam3)

Die Schreibsprache ist mir heute schwer, es ist halt der dritte Tag. Das ist bei mir meist der, an dem die meisten Gewöhnungsprozesse sichtbar werden. Auf dieser Reise ist es die Schreibsprache, die das sichtbar macht, indem sie mir selbst unsichtbar wird. Ich weiß nicht wie beginnen, worüber erzählen, wie enden, wie das Ganze auch noch abrunden. Ich sitze völlig planlos vor meinem weißen Blatt Papier (in Form eines Handydisplays natürlich) und bemerke, dass – während der Tag in meiner Erinnerung vorbeizieht – einfach keine Worte kommen wollen. Obwohl wir gut unterwegs waren. Oder weil?

Den Anstieg vom Vorabend als Abstieg herabgeflogen,
uns gegen den vollausgebauten Riesenradweg (auf der Radkarte: fetter roter Balken) entschieden, zugunsten des Hinterlandes (auf der Radkarte: zarter grüner Strich),
in die Grünsamkeit dieser Strecke getaucht, ein verzauberter Weg, der sich das Tal mit Eisenbahnlinie (unbefahren) und Straße (fast leer) teilt,
hin und wieder aufgeschreckt von in die Stille hineinragenden Industrieanlagen, nicht nur landwirtschaftlichen Zwecks (Mensch, Mensch, was machen wir da nur!),
in eine Biergarten-Pizzeria eingefallen, weil diese zum Stolpern am Wegesrand lag (nur schade, dass die schattigsten Plätze für eine 35-köpfige Gruppe reserviert waren, welche dann doch nicht kam, während wir … naja, es war der Wirtsfrau dann selbst unangenehm),
auf Wegen hoch über den Flüssen mäandert und immer wieder den Weitblick eingeatmet für künftige Zeiten,
ernüchtert dann nach Würzburg hinabgerollt, weil es sich von unserer Seite als radwegfreier Verkehrsmoloch präsentierte,
am Mainstrand den ersten Bungeejump meines Lebens beobachtet (mein Herz pochte wohl mehr als das der Springenden:)),
einen langen Nachmittag und Abend in der Stadt verbracht, mit Nachdenken, Gesprächen, fränkischem Biergarten inklusive in eine Schleuse hinabsinkendem Flusskreuzfahrtschiff, Telefonieren, Spazieren zwischen den vielen Menschen, die an der Brücke (an DER Brücke!) ihren Brückenwein trinken (die Stimmung ist speziell, sieht sehr anheimelnd aus, mir war nur nicht nach Wein),
sehr früh eingeschlafen, da es morgen doch und recht früh weitergehen soll …

… das wären so Stichpunkte, Bausteine für einen Blogartikel.
Tut es doch selbst. Füllt die Zwischenräume mit Eurer Phantasie. Reist in das Nichterzählte und macht es für Euch zu etwas Wirklichem. Das wäre für heute mein Vorschlag …

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