#3wegsam

Am Anfang war die Frage, ob es eigentlich ein Gegenteil von „unwegsam“ gäbe. Und – zufällig zur gleichen Zeit – die Suche nach einem Hashtag, einer Kurzbezeichnung, unter der ich bei Twitter von meiner Sommerradreise schreiben wollte.
Eine Reise im Kreis wird es, von Zuhause wieder nach Hause. Genau genommen eine Reise im Dreieck, mit längeren Zwischenstationen in Berlin und in Südtschechien. Ein Rad-Dreisprung. Nur steht mir weder das Springen, das Sportliche, im Fokus noch die drei „Ecken“ als Ziele und Zwischenziele. Eigentlich mache ich mich ja auf drei Wege. Oder auf einen, wer weiß schon, wie man Wege zählt. Aber da es die längeren Pausen nunmal geben wird, lege ich mich auf die Zahl drei fest.
Drei Wege. Dreiwegsam. Dreifach nicht unwegsam. 3wegsam.
So wünsche ich mir mein Unterwegssein. Wobei ich mir bewusst bin: Unwegsamkeit beginnt im Kopf. Dreiwegsamkeit auch.

Wie wo was genau passieren wird, darüber werde ich wohl nicht nur bei Twitter, sondern auch hier schreiben. Täglich, wie bei bisherigen Radreisen? Oder unregelmäßiger? Wer weiß schon, was passiert.
Noch nie war ich sechs Wochen radreisend unterwegs. Noch nie fuhr ich im Kreis von hier nach hier zurück, von Tagestouren abgesehen. Noch nie verbrachte ich die gesamten Sommerferien im Nomadensein.
Ich bin selbst gespannt, was das in mir bewirken wird. Und wie ich mich anschließend – in sechs Wochen und drei Tagen – wieder in die Schule begegeben werde.

Auf der ersten Etappe bis Berlin reist übrigens der Sohn mit. Er ist, genauer gesagt, der Initiator dieser Strecke. Ursprünglich wollte ich erst in Berlin starten. Er möchte diese nun als gemeinsame Reise voranstellen, und ich freue mich darüber. Sind wir hier doch schon einmal zusammen gefahren, in umgekehrter Richtung, und entlang einer anderen Strecke.
Dies wird also unsere Rückreise von damals. Damals, als er keine 12 war, ein 26er Rad hatte und dieses mit den Packtaschen noch kaum in der Balance halten konnte. Jetzt sehen die Gröenverhältnisse schon ganz anders aus. Und die Geschwindigkeiten. Wie kurze gemeinsame Testfahrten in den letzten Wochen ergeben haben, packen wir die schweren Dinge dieses Mal lieber ihm in die Taschen. Wenn ich ihm darüber hinaus nicht noch Sand ins Getriebe streue, wird er mich einfach abhängen und vorausfahren.
Na macht nichts, er möchte eh jeden Tag ein kurzes Reisevideo erstellen. Das kann er am Ziel dann schon tun, während ich noch die letzten 20-30 Kilometer radle.

Hach, ich bin vorfreudig. Das zu bemerken war bisher keine Zeit. Bis gestern Abend waren wir am Packen und Vorbereiten. Es wollte ja auch die Abwesenheit vorbereitet werden. Und nicht zuletzt der Schulstart, zu dem ich knapper denn je anreisen werde.
Denn erst in sechs Wochen werde ich wieder hier sein, wenn alles so wird wie geplant. (Und wenn nicht, werde ich hoffentlich auch in sechs Wochen wieder hier sein. Nur eben nicht ausschließlich per Rad. Wir werden sehen.)

Übrigens: Ob man auf diese Weise auch andere Un-Wörter ins Positive kehren kann?
3tam. 3förmig. 3rat. 3selig. 3hold. 3wirsch. Ver3glimpfen. 3flätig. 3rast.
Einfach mal positive Wörter erfinden:)

 

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7 Kommentare

  1. Reist gut und sicher. Eine tolle Tour, die ihr zwei da radelt. Ich wünsche Dir, dass die sechs Wochen – trotz der körperlichen Anstrengung – Entspannung bringen. Ich les‘ gelegentlich rein.

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