Die Freuden des weißen Wahnsinns -2

Übermorgen gibt es Zeugnisse. Endlich endlich, das ist das Grundgefühl dieser letzten beiden Tage der „Rumpfwoche“. Zwei Doppelstunden heute für mich, zwei Abschiede. Ich darf es den Klassen sagen, soll nur ein „aller Wahrscheinlichkeit nach“ einfügen. Weil man nie weiß, was über den Sommer noch passieren wird mit dem Deputat.
Mein übliches Abschiedsgeschenk, ein Worträtsel, einer jeden Klasse individuell aus ihren Nachnamen gebastelt, das sowohl mir beim Ausdenken als auch den Beschenkten beim Lösen immer sehr viel Spaß gemacht hat, das habe ich dieses Jahr nicht geschafft. Am Wochenende hatte ich einige müde Startversuche, erste Verschlüsselungen aufgeschrieben, denn mir sind diese individuellen Worträtsel sehr wichtig. Doch letztlich bin nach den letzten Wochen zu erschöpft für eine solche kreative Leistung.
Bleiben Rätsel von der Stange. Solche habe ich genug, auch einige, die immer gut ankommen.
Vor den Rätseln meine übliche Feedbackrunde, nach den Rätseln dann doch noch ein Abschiedsgeschenk: Eis essen gehen. So ist der Plan für die Doppelstunden. Und so laufen sie.

Den 7ern lege ich die Übersicht von vor einem Jahr auf: was sie von sich, was sie von mir in diesem Jahr erwartet hatten. Was gelungen ist, was nicht.
Für mich gibt’s viel „Daumen hoch“. Ganz ehrlich, das freut mich. Wir hatten es ja nicht leicht miteinander am Anfang. Die individuellen Rückmeldungen werde ich in den nächsten Tagen gründlich durchlesen, da steht immer viel Wertvolles, auch zwischen den Zeilen. Für heute aber, während sie rätseln, lasse ich meinen Blick nur über die Blätter schweifen und pflücke mir für den Moment das, was ich gerade brauche und was mir gut tut. Ich sei eine „gute Lehrerin: streng, aber total nett“. Dass ich gut erklären könne. Dass sie endlich was verstanden hätten. Und als Wunsch für künftigen Matheunterricht steht da öfter: dass ich bleiben solle. Hach. Danke. Wenn man schon keine Blumen bekommt in diesem Beruf …

Rätseln, Eisessen, bisschen reden, das ist nicht viel. Und doch bin ich unglaublich müde, als der Vormittag vorbei ist. Es ist wohl alles auf Ferien eingestellt.
Zu Hause türmen sich die Urlaubsstapel, die noch zu bearbeitende-umzustellende-upzugradende-aufzuladende Technik, das nervt mich ein wenig. Die SIM-Karte der Tochter ist plötzlich geschrottet, der Mensacaterer wechselt und es braucht mehrschrittige Ummeldeaktivitäten, alles mal drei genommen, plötzlich ist ein Geschenk für einen Kollegenabschied auszudenken und ein verschwundenes Klassenbuch zu ersetzen. Ein Packtaschenringtausch und damit Gepäckträgerschrauberei wird notwendig, weil der Sohn keinesfalls mit den lila Taschen fahren kann (orrr!), und dass ich bei den Bauarbeiten letzte Woche im Bad frischgewaschene Wäschekörbe in der Ecke vergessen hatte, die jetzt baustaubgepudert sind, das fällt mir auch erst heute auf.
Das Universum sorgt dafür, dass mir nicht langweilig wird;-)

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