Die Freuden des weißen Wahnsinns -12

Die Projekttage werfen ihre Schatten in meinen Traum und in meine Morgengedanken. Weil ich Projekttage im Allgemeinen bzw. diese konkret nicht mag? Weil ich noch nicht absehen kann, wie wir das gestern spontan Konzipierte heute bis zum Mittag zu einem Abschluss gebracht haben werden? Weil ich es einfach anstrengend finde, am Freitag in die Schule zu gehen, wo das doch einer meiner Tage am anderen Dienstort ist und ich dessen Arbeit folglich irgendwann – wann eigentlich? – nachholen muss?
Dazu fällt der Tochter ein, dass sie heute in der Schule ihr Cello braucht – Du musst mich mit dem Auto mitnehmen! – Ich fahre aber mit dem Rad, eigentlich.
Ach Mist, steig ein, vielleicht ist Radfahren ja überbewertet.

Jedenfalls: ich komme müde, unlustig und ohne Plan in der Schule an. Was sich schlagartig ändert, als wir – dann doch ganz gut und zügig an unserer Fotopräsentation arbeitend – vom ausfallenden Schulintranet aufgeschreckt werden.
Meine erste Reaktion ist kleinkindhaft: Dann machen wir eben nix fertig, geben einfach die einzelnen Fotos ab. Bäh. Und überhaupt.
Im zweiten Schritt sehe ich zu, wie sich die Gruppen umorganisieren, ganz von allein: Lass uns alles auf den Laptop ziehen – die Sachen vom Tauschverzeichnis bearbeiten wir dann halt nochmal – ich hol schnell noch nen Laptop von zu Hause – wir können den auch morgen zur Präsentation nehmen – Mist, der Anschluss zum Beamer klappt nicht – ich geh gerade Herrn T. fragen, was mit dem anderen Schulbeamer ist – komm, wir reservieren uns diese mobile Einheit, bevor sie weg ist – benennt Ihr schonmal Eure Dateien um? – da hinten in der Flurecke ist’s dunkel, da bauen wir das morgen auf – ich kann eher kommen, das kriegen wir hin.
Aha. So geht das also. Eigentlich brauchen sie mich nicht. Ich bin beeindruckt.
Und als wir – improvisierend – fertig sind, funktioniert auch das Schulintranet wieder:)

Feierabend, um 13 Uhr schon. Der Rest des Tages ist mal privat. Radreisevorbereitungen (hach!), Wäscheberge (bäh!), Kinderdinge (zoff!).

Am Abend ein Festakt im Schuldorf, welches 1000 Jahre alt wird. Das Schulorchester spielt, meine Kinder mittendrin, natürlich gehe ich hin. Und treffe am Rand auf all die Orchestermiteltern, wir finden beim anschließenden Sektumtrunk zusammen. Das Gespräch kommt auf Schule, auf die Berlinfahrt schließlich. Wie toll alle die fanden, Kinder wie Eltern: das Konzept, das Programm, unsere Lockerheit, die Freiheiten, das Ganze halt. Hach. Das sauge ich auf.
(Eltern dürften sowas ruhig öfter sagen, auch von sich aus, auch wenn man sich nicht zufällig später irgendwo trifft. Verbale Blumensträuße tun nämlich gut. Gerade wenn man sich nun wirklich viel Mühe gibt in seinem Job. Aber wie meine Mentorin im Referendariat schon sagte: „Du bist nicht in diesem Beruf, um Blumensträuße zu bekommen.“ Wie Recht sie hatte.)

 

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6 Kommentare

    1. In der Grundschule denken Eltern noch mehr daran, klar, da ist die Lehrerin ja als Bezugsperson noch weit wichtiger, für Kinder wie Eltern …
      (Gesund zu bleiben hoffe ich … und erinnere mich ans letzte Jahr, wo mich die Sommerferien ja erstmal flachgelegt haben.)

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