12 von 12 im Juni

Im Haus übernachtet ein Dachgeschoss voller Tochter-Geburtstagsgäste, sie schlafen genau bis 7.47. Wäre ich eher wach gewesen, hätte mich ihr langes Schlafen gefreut und gerührt. So aber werde ich von ihrem Getuschel geweckt, aus dem immer eindringlicher die Worte „Frühstück“ und „Deine Mutter“ dringen. So sei es also, ich füge mich.

Sie frühstücken kaum von den Millionen Brezeln, welche ich auf Geheiß der Tochter gekauft habe. Dafür brauchen sie heiße Milch, und ich hab mindestens dreißig Jahre keine mehr warmgemacht. Zum Glück haben wir überhaupt welche im Haus.

Während der Mädchentisch also frühstückt und weiter spielt und plappert wie seit gestern Nachmittag, schleiche ich mich in ihr Nachtlager. Gemütlich.

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Auf der Terrasse finden sich ein Restestillleben des gestrigen Abends

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und der Kerzenteller.

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Als alle Mädchen abgeholt sind, bringe ich den Sohn und seinen Freund zum großen Bahnhof in die große Stadt. Zusammen mit ein paar anderen Jugendlichen aus ganz Baden-Württemberg fahren sie zu einem Mathewettbewerb nach Thüringen. Ich habe ein Dejàvu, war das doch allzu oft auch mein Reiseziel. Aber ihm geht es gut damit, und mit meinen Damals-Erzählungen.

Wir sind zu früh, ich biete mich als Kofferwärterin an, während die Jungs in größter Gelassenheit bis kurz vor Zugabfahrt im Buchladen blättern.

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Der Zug ist schon da, die Gruppe auch, alles gut. Natürlich darf ich mich nur mit den Augen verabschieden; welche Mutter eines 14jährigen kennt das nicht.

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Und nein, ich bin nicht peinlich und winke, sondern fotografiere den Zug, bevor er abfährt, und gehe dann.

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Der Rückweg über die Dörfer und Hügel ist immer noch verregnet,

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vernebelt

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und auf seine Art stimmig.

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Der Nachmittag gehört den Aufräumaktivitäten nach der Party, einem mehr als ausgedehnten Mittagsschlaf (ohne Bilder:)) und viel Gartensitzen.

Mit Eis

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Gedankenhängen im verregneten Grün

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und einem Himmelsblick mit Aussicht.

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Mehr 12-von-12’s gibt es hier zu sehen.

 

4 Kommentare

  1. Ich finde es ganz prima, dass auch heute noch Jugendliche ihre Zeit im Buchladen verbringen (koennen) und nicht auf dem Bahnsteig texten!
    Zu dem Eis koennte ich mich schon einladen. Ganz besonders, wenn es hier tagsueber 32 Grad hat. ;)

    Gefällt 1 Person

    1. Ich staune auch über die neuerwachte Leselust. Die Deutschlehrerin dieses Schuljahres ist wohl nicht ganz unschuldig daran, vermute ich. Hat einen Stapel Bücher in die Klasse geschleppt, und irgendwie die richtige Art, damit umzugehen …

      Gefällt 2 Personen

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