im April

war es voll, sehr voll –  wann ist das bei mir denn mal nicht so? – und trotzdem, oder nein: einfach so, ohne trotzdem, ohne deswegen, einfach so: war es ein guter Monat
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im schleppenden, immer wieder verzögerten Frühlingsbeginn erste sonnige Radtouren und immer mehr Balkon- und Terrassenkaffees genossen
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wunderbare Konzerte bei einem Musikfestival gehört
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einen sehr berührenden Brief von der Freundin bekommen,
und dazu ein Notizbüchlein mit dem Titel „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“, welches ich als Anregung nahm und seither nutze, um darin tatsächlich die Momente meines Alltags festzuhalten, welche ich „verlorene“ Zeit (und Kraft und Energie) nennen könnte – das schenkt mir einen erhellenden Blick auf all das Tun und Sein in meinen Tagen und meine Möglichkeiten, mich nicht im Ungesunden zu verlieren, sondern im Guten zu sammeln
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mit den Kindern – wie immer zu Frühlingsanfang – das Manöver Klamotten- und Schuhkauf angegangen, und zwar, weil ich dazulerne, diesmal mit getrennten Einkaufsterminen – also einzeln je einen halben Samstag im Örtchen mit den Geschäften verbracht, und – tata! – bei allem Notwendigen (bzw. überhaupt der Frage: notwendig oder nicht) weder mit der Tochter noch mit dem Sohn in eine Missstimmung geraten (wir fühlen uns darum sehr friedensnobelpreisverdächtig:))
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beide Kinder begeistert über ihre GirlsDay-BoysDay-Erfahrungen berichten hören – Tochter war beim Bäcker, Sohn in der Apotheke, und wie immer brachten sie unglaublich viel Neues mit
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einen ruhigen Schulmonat bei beiden begleitet – ist ja logisch, so wie ich zu Hause nichts zu korrigieren habe, schreiben auch meine Kollegen derzeit wenige Arbeiten, und folglich musste hier niemand auf irgendwelche gehäuften Klassenarbeitsserien lernen – hach, wie gut
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Musik gab es dafür ein wenig mehr im Haus, weil die Tochter über die Rückkehr der Quartettlehrerin aus dem Sabbatjahr glücklich und der Sohn durch den neuen Klavierlehrer hochmotiviert ist, so dass er viel und intensiv übt wie selten im Leben
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in der Schule wenig Korrekturen
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dafür umso mehr Gespräche, nämlich vor allem Vor- und Nachbesprechungen der großen Schülerjahresvorträge (für Hiesige: das sind die GFS) und weitere schwierige Beratungssituationen
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Abituraufsichten – aber das war’s auch schon für mich mit dem diesjährigen Abitur, weil ich erstmals in meinem Berufsleben weder Erst- noch Zweit- noch Drittkorrekturen habe (ob die mich vergessen und aus ihren Listen gestrichen haben;-)?)
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wie immer ein paar Konferenzen
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und ein Pädagogischer Tag, an dem ich für einen der Workshops zuständig und – zugegeben – ein wenig aufgeregt war (neidvoll auf die Kollegen schauend, die einfach  morgens hinkamen und sich wie die Schüler in die Reihen und Angebote setzten:))
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die Ergebnisse des Känguru-Wettbewerbs aus Berlin zugeschickt bekommen, also an der Schule die Preisverleihung organisiert
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weiterhin für die 10er-Stufenfahrt nach Berlin viele Stunden herumtelefoniert, sortiert, geplant (und umgeplant) – und kein Ende damit in Sicht
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und – hurra! – einen beruflichen Entschluss nicht nur zu Ende gefasst, sondern durch dienstliche Mitteilung nach „oben“ zur endgültigen Umsetzung gebracht:
ich werde meinen zweiten Dienstort verlassen und in absehbarer Zeit wieder nur noch an der Schule arbeiten;
eine lange Liste an Gründen gibt es dafür, am wichtigsten aber: dass mir die zeitliche und kräftemäßige Zerrissenheit auf so vielen „Baustellen“ immer weniger gut tat;
noch ein reichliches Jahr also, und dann werde ich wieder fokussierter auf meine Schule und vor allem auf die direkte Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen sein – JA!

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3 Kommentare

  1. Ich habs selbst ja nicht so mit Rückblicken, jedenfalls nicht in dieser Kontinuität, umso lieber lese ich sie und staune.
    (Ich stelle mir vor, dass sie einer/m dabei helfen, sich vor Augen zu führen warum man immer so verdammt müde ist. 😉)

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    1. Gerade diese ritualisierten Rückblicke schreibe ich mittlerweile am meisten für mich selbst. Wenn ich schon nicht auf andere Weise regelmäßige Aufzeichnungen über den Alltag anlege. Meine alten Rückblicke (naja: ein Jahr alt oder so:)) lese ich entsprechend gern. Manches hätte ich schon längst wieder vergessen. Wie das erst später sein wird …
      Und ja, diese Dichte wird mir meist erst beim Aufschreiben präsent. Manchmal hat das Rückblicken genau diese entlastende Funktion: Ich wundere mich nicht mehr über Erschöpfung, staune eher, was alles in meine Tage gepasst haben soll.

      Gefällt 1 Person

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