Herbstgereist: Augsburg – Nördlingen

Soll ich das wagen: Mitten in den Frühlingsaufbruch hinein Herbstbilder stellen? Meine Herbstradreisebilder? Es sind ja Bilder aus einer ganz anderen Übergangszeit als der derzeitigen. Und doch sind sie mir – heute, und überhaupt in diesen Tagen – wieder merkwürdig nah. Weil ich im Kopf gerade schon die Radfahrten des Jahres bereitlege? Oder eher, weil ich in mir eine stille Zeit spüre, so wie auch der Herbst eine war? Oder weil ich mich in diesen Tagen ebenso auf eine innere Suche begebe wie oft beim Radunterwegssein?

Jedenfalls: Ich trau mich mal.
Hier schrieb ich übrigens damals live über meinen zweiten Reisetag.

Und jetzt gehe ich erinnernd durch meine Bilder.

Augsburg Nördlingen (1)

Wie ich noch ganz in den Gesprächen der Nacht versunken, den Ausgang aus der morgenstillen Stadt suche, immer am Lech entlang, der hier kanalgerade die Landschaft durchschneidet, mich irgendwann doch auf seine andere (einsamere) Seite queren lässt …

Augsburg Nördlingen (2)

… und dann für lange Zeit von einem solchen Weg begleitet wird.

Augsburg Nördlingen (3)

Und von einem solchen Wasserspiegelschein.

Augsburg Nördlingen (5)

Irgendwann muss ich den Fluss leider verlassen, es wird hügelig und straßennah.

Augsburg Nördlingen (4)

Der Weg ist von kleineren oder größeren Wallfahrtsstätten gesäumt und die ganze Zeit menschenleer.

Augsburg Nördlingen (6)

Sowie verpflegungsstättenleer – das Thema kennt man ja von Radreisen.

Augsburg Nördlingen (7)

Irgendwo, ich erwarte schon nichts mehr, der Ort heißt Holzen, steht ein Kloster am Wegesrand.

Augsburg Nördlingen (8)

Mit einer Gaststube, Riesentortenstücken, viel Sonne, einer Walkerin mit Musik im Ohr und …

Augsburg Nördlingen (9)

… (ich fliehe, weil mir das nach außen dringende BumBum zu laut ist) einem solchen Garten.

Augsburg Nördlingen (10)

Fast schon unheimlich ist die Einsamkeit oben auf den Hügeln, ich bin froh, unten an der Donau in ein wenig mehr Zivilisation einzutauchen. Wenn auch der Ort – Donauwörth – mich nicht zum Anhalten verlocken kann.

Augsburg Nördlingen (11)

Das Wasser, das schon eher.

Augsburg Nördlingen (12)

Und die Bänke da oben, nun schon auf der anderen Flussseite, die erst recht. Es ist unglaublich warm, ein solcher November war noch nie, soweit ich mich erinnere.

Augsburg Nördlingen (14)

Der Weg führt ein Flüsschen namens Wörnitz hinauf …

Augsburg Nördlingen (15)

… an spektakulärer Abgrundnähe vorbei …

Augsburg Nördlingen (16)

… und lässt immer wieder Lichtspiele tanzen.

Augsburg Nördlingen (17)

Damit man aber nicht zu sehr in bukolischer Idylle versinkt, kann er auch Radwegebaustellen.

Augsburg Nördlingen (18)

Hier die bei Schloss Harburg, welches man dank Umleitung also aus nächster Nähe und ungeplanter Höhe betrachten kann.

Augsburg Nördlingen (19)

Nun ja, es ist sportlich. Von oben aber schaut es sich ohnehin besser in die Weite.

Augsburg Nördlingen (20)

Ja, an das Hach, das mich dort oben überkam, erinnere ich mich nur zu gut. Und daran, wie intensiv dieser Tag war. Ich wollte ihn am Ende, ein paar Kilometer vor der Einfahrt nach Nördlingen, gar nicht mehr loslassen und stand ewig versunken in dieser Landschaft. (Ja, ich stand. Es gibt keine Bänke. Und der Boden war dann doch kalt. Ebenso wie der Moment, als plötzlich – gegen halb fünf – die Sonne hinterm Berg verschwand und ich daran erinnert wurde, dass wir fast Winter haben.)

Ein Hach-Tag. Das vermögen die Bilder wohl gar nicht so recht zu zeigen.

 

Es ist seltsam, sich an eine solch ferne Reise zu erinnern. Und aus der Stille heraus nach Worten zu suchen sowieso …

 

9 Kommentare

  1. Eigentlich kenne ich so etwas ja noch von meinem frueheren Radlerleben in Deutschland, aber wenn ich die Bilder sehe, werde ich doch wieder neidisch. Nicht nur der Super-Landschaft wegen, sondern auch wie gut es Radler in Deutschland haben – mit den vielen und gut ausgebauten Radwege.

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      1. Und was hier im südlichen Texas, aber auch anderswo, immer noch der Fall ist – leider. :( Na ja, wenigstens hier in Texas Hill Country habe ich auch Alternativen, wunderschöne kleine Landstraßen mit wenig Verkehr, aber die verbindungen dazwischen gehen immer wieder über vielbefahrene Straßen, z.T. zweispurig und ohne Randstreifen, auf denen aber dennoch 70 Meilen pro Stunde erlaubt sind. Und (längere) richtige Radwege? Fehlanzeige! :(

        Gefällt 1 Person

  2. November.

    Heute ist das Herbst, es ist (noch) warm … Als Kind (aber da kann meine Erinnerung täuschen) baute ich da schon Schneemänner. Jedenfalls ist November schon Winter gewesen, voller Nebel, Regen, erstem Frost. Vorbereitung auf den Advent.

    Du schaffst mit Deinen Bildern von Deiner Reise eine eher warme Ahnung.

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    1. Das mit den Schneemännern stimmt wohl nicht. Jedenfalls nicht für Anfang November. NIE habe ich an meinem Geburtstag einen solchen gebaut, NIE im Leben.
      Aber dass es meist neblig und trübkalt war, das ja. Der letzte Herbst war irgendwie nochmal besonders warm. (Ohnehin scheint mir in den letzten Jahren, dass es später Winter und später Frühjahr wird. Jetzt ist ja hier auch alles verzögert gegenüber früheren Jahren, jedenfalls bei uns.)

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