12 von 12 im März

Nun habe ich mich ans 12 von 12 gewöhnt – in einem ganz positiven Sinne. Es macht mir von Mal zu Mal mehr Spaß, fotografierend durch meinen Tag zu gehen. Und heute, weil ja Samstag ist, bin ich sogar pünktlich mit dem Einstellen.

Mein übliches Samstagmorgen-Luxusdilemma liegt gestapelt vor mir: schreiben: diesen oder jenen Text? – oder lesen: dieses oder jenes Buch? – oder kommunizieren?
Jedenfalls: mit Kaffee, nur mit Kaffee. Bei dem es dann – wie so oft – bleibt. Der Stapel ist unangetastet. Es hat ja was, einfach nur zu sitzen und zu sein.

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Nebenher läuft eine schnelle Morgenwäsche durch, und Trockner sei Dank hängt der Ertrag meiner Bemühungen kurz darauf überm Stuhl. Weil der Sohn in seiner (einzigen) schwarzen Konzertkleidung gestern Jugend-musiziert-Wettbewerb zu spielen hatte und heute Schulorchester, und weil man im Alter von 14 dieselben Klamotten keinesfalls an zwei aufeinanderfolgenden Tagen ohne Zwischenwäsche anziehen sollte – aus Gründen:) – war dieser morgendliche Akt hausfraulichen Fleißes nötig geworden.

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Ohnehin aber ist’s kein freier Bummelsamstag für mich und die Kinder, sondern Arbeitsvormittag. Wir haben in der Schule Tag der offenen Tür. Diese sieht hier zwar gerade geschlossen aus, aber nur, weil alle Besucher noch dem Orchester und diversen einführenden Worten lauschen, bevor wir – schon draußen wartend – sie dann durch’s Haus führen werden.

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Schnell noch einen Blick in den Frühlingshimmel werfen, bevor wir für Stunden im Gebäude verschwinden müssen.

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Die Viertklässler, von denen einige hoffentlich bald unsere Schüler werden, bekommen Knobelaufgaben zu lösen (ja, mit Ostereiern: ich war auch erschrocken:)) …

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… und Naturphänomene an Modellen erklärt, …

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… sie dürfen in einem lateinischen Theaterstück in das Haus einer römischen Familie eintauchen (nein, ich habe auch nicht verstanden, warum man dort Plüschhasen in Körben spazierenträgt, aber ich kann ja auch nicht richtig Latein) …

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… ein paar wie Zauberwerk wirkenden chemischen Experimenten zuschauen …

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… und einen Lego-Robotics-Parcour ausprobieren.
(Übrigens war es bei dem Gewusel ganz schön schwer, gesichtsfreie Bilder zu bekommen.)

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Gegen 14 Uhr ist es geschafft, wir dürfen ins Wochenende. Die Tochter ist so k.o. wie ich und wirft zu Hause ihren lila Orchesterschal achtlos auf die grellrote Sporttasche. Eine Farbenkombination, die im Auge wehtut. Als ich sie mir mit dem Glas verdecken will, finde ich das Kaleidoskop der beiden Farben doch plötzlich nicht mehr so schlimm.

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Der gestrige Wettbewerb hat wohl inspiriert. Beide Kinder üben ausgiebig wie sonst selten am Samstag. Die Tochter kommt zwischendurch fasziniert zu mir gelaufen: „Wenn ich mich in ein neues Stück ganz hineinvertiefe, dann vergeht die Zeit ja wie im Fluge?!“

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Wie im Fluge vergeht auch mir mein restlicher Samstag.
Mittagsschlaf, Fotos sortieren (nicht nur diese hier), Blog schreiben.
Siedler spielen mit den Kindern (psst: heute stellte ich mir den Ritter auf die eigenen Felder und tauschte Rohstoffe gegen Küsschen – die Kinder waren sehr genervt, weil ich so demonstrativ das Gewinnen verweigerte bzw. verunwichtigte:)).
Und vor allem einige ich-denke-an-Dich-Karten auf die Reise zu Menschen schicken, welche gute Gedanken und Gebete gerade sehr gebrauchen können.

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Andere 12-von-12-Einblicke gibt es hier.

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13 Kommentare

      1. Über „w bis b“ habe ich ein Weilchen gegrübelt. Wolfgang Büscher – das wäre mir zu unverständlich gewesen. Dann dachte ich: „Von Wäsche bis Briefe“. Naja, wäre auch gegangen. Erst jetzt, abends, lese ich Sofasophias Kommentar und verstehe …

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    1. Das fühlte sich gestern aber gar nicht so viel an. Diese Schulaktivitäten musste ich ja nur besuchen, nichts selbst vorbereiten, nur die Gäste hindurchführen, sehr einfach, sehr entspannend sogar, wenn man wie Publikum auf die Arbeit der Kollegen schauen darf:)

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  1. Ich mag es seit einiger Zeit, frühmorgens zu kommunizieren, noch vor dem Kaffee, vor dem Frühstück, weit vor Ausschlafen und Aufstehen. Und habe mir vor etwa zwei Wochen wahrscheinlich eben diesen Füllfederhalter gekauft … ;-)

    Korbstuhl (wie 70er!), Spiegelung (ich seh Dich!) und Himmel — all das soll etwas mit „Arbeit zu tun haben? Ja, den Text dazu habe ich gelesen …

    Häkeleier finde ich witzig, wirklich — ich erinnere mich an die gehäkelten Eierwärmer von früher. Und Blümchentopf mit Silberpapier umwickelt weckt auch Assoziationen. Gravitation und/oder Elektrizität mit Styroporbällchen und Schaumstoffpolster verdeutlicht?

    Den Rest überspringe ich, schließlich kann ich das. Lesend, wie voll Dein Tag war, bewundernd, wie Du ihn in zwölf Bildern miterlebbar machst und doch kaum Privates preisgibst.

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  2. Wir können auch arbeitend die Sonne genießen:) Bei Pausenaufsicht zum Beispiel: Mit dem einen Auge streng auf die sich anbahnende Schlägerei blicken, mit dem zweiten auf die Fußball spielende Horde, und mit dem dritten – das muss man nur haben – voll und ganz Frühlingshimmel und -sonne genießen.
    Der Stuhl ist – psst – übrigens 21. Jahrhundert, Ikea. Und die Häkeleier haben ausgerechnet die beiden jüngsten Mathelehrerinnen unserer Schule als Deko mitgebracht. Entweder haben die das von ihren Omas, oder aber das hat man jetzt – Retro – wieder.
    Der Ball auf Schaumpolster war was mit Nanotechnologie, soweit ich mich erinnere. Bin ja selbst nur als Zuschauerin durch die Stationen gelaufen.
    Kaum Privates preisgegeben … ja … ich kann ja die Postkarten schließlich nicht umgedreht abfotografieren:)

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    1. (Psst. Ich bin gar nicht so begeistert:) Ich spiele das nur mit den Kindern, weil die das wollen. Im Vergleich zu anderen Spielen finde ich es allerdings erträglicher. Spielen ist also – Du hast es längst erraten – nicht so meine Lieblingstätigkeit.)

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      1. Ach … ich spiele gern … Schon immer. Ich komme aus einer Zocker-Familie. Weil es in meiner Familie nur zwei Männer gab – meinen Vater und meinen Opa – haben die mir schon ganz früh Skat beigebracht. Ich hab mich gut gehalten … schon als frühreife Jugendliche … Dann folgten jahrelang Doppelkopf und Canasta. Und ein Brettspiel, welches Carcassonne heißt. In Carcassonne (den Ort gibt es tatsächlich in Frankreich) war ich dann auch mal live … Unglaublich schön. Ich glaub – die größte Festungsanlage in Europa. (Aber das ist eine ganz eigene Geschichte.)

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