Elternsprechtag

Diese Nachmittage sind wirkliche Herausforderungen. Als unerträglich, als regelrechten Horror habe ich sie früher empfunden, als Stunden, nach denen ich meinen Namen nicht mehr buchstabieren und mein Auto nicht mehr wiederfinden konnte. Und nach denen ich oft unangenehme Begegnungen zu  verarbeiten hatte.

Seit ein paar Jahren geht es mir besser damit. Was anders ist, weiß ich nicht genau. Natürlich bin ich im Laufe der Zeit routinierter geworden, und ruhiger. Früher war ich für alle und jeden da, habe noch eben schnell hier wie dort versucht, im Gespräch die Welt zu retten.
Wenn ich jetzt die 18 Gespräche im 180-Minuten-Fenster festgezurrt habe, und vorher oder nachher oder zwischendurch ein Kopf durch die Tür gesteckt wird, ob ich mal eben Zeit hätte, sage ich einfach nein. Wissend, dass ich sonst Kraftreserven anzapfen müsste, die ich nicht habe. (Ich verstehe nicht, wie die Kollegin mit den 28 Gesprächen das schafft. Sie ist nichtmal jünger als ich.) Und die Welt zu retten versuche ich schon lange nicht mehr.

Statt dessen höre ich mehr zu. Ich versuche so wenig wie möglich selbst zu sagen, und schon gar nicht rede ich als Erste.
Da musste ich erst drauf kommen. In meinen Anfangsjahren bereitete ich – in meiner Unerfahrenheit und Aufregung – für jedes Gespräch einen kleinen Vortrag vor. Ich übergoss die Eltern, ob sie wollten oder nicht, mit meiner Sicht auf ihr Kind. Wie oft ich dabei wohl am Gesprächsanliegen vorbeigeredet habe?
Jetzt beginne ich immer mit der Frage an die Eltern, was sie herführe, und was ich für sie tun könne. Und wenn dann nur ein „wegen meines Kindes … ich wollte mal hören …“ kommt, frage ich nach, was es, das Kind, denn zu Hause erzähle, was es beschäftige.

Dieser Zugang hat sich bewährt. In der Regel weiß ich nach zwei Minuten, ob und wo es brennt. Bleiben acht Minuten für gegenseitiges Informieren, Abgleich unserer Beobachtungen und gelegentlich sogar erste Ideen einer Problemlösung. Oh ja, weil wir weniger Zeit an Nebenschauplätzen verplaudern, sind die Gespräche viel häufiger als früher wirklich lösungsorientiert.
Was mein Wenigersprechen, mein Mehrhören aber in jedem Falle als „Ertrag“ für mich mit sich bringt, ist ein neuer Blickwinkel, eine Zwischen-den-Zeilen-Information oder einfach nur eine kurze Berührung, welche ich mitnehmen darf.

Mit C.s und M.s Müttern hätte ich aus meiner Sicht gar nicht sprechen müssen. Dabei wäre es für meine Psychohygiene gut, noch viel mehr solche Gespräche einzustreuen, in denen ich nämlich ausschließlich Staunen, Freude und Respekt über solch großartige, selbstständige und umsichtige junge Menschen mitteilen kann. Der Satz „Ihr Kind ist toll“ lässt nicht nur eine Mutter strahlen.
Diese beiden Gespräche habe ich mir übrigens an den Anfang und ans Ende gelegt. Die strahlen so nämlich auf alle dazwischenliegenden Gespräche aus.

K.s Mutter sorgt sich wegen der schriftlichen 3. Ich runzele innerlich die Stirn und versuche nach außen zu tragen, wie frei und offen, wie selbstbestimmt und glücklich ich ihre Tochter erlebe. Wie wach auch, und mit welch tiefem Verständnis der Materie. Welch Zufall dann aber immer mit hineinspielt, ob nun eine 3 oder eine 2 unter der Arbeit steht, und dass sie sich doch um diese Zahl nicht sorgen solle. Ihr „trotzdem“ kann ich nicht ganz zerstreuen – und kann nur hoffen, dass K. sich in ihrer Unbeschwertheit dem Leistungsdruck entgegenstellen kann.
Bei S. bin ich mir da nicht so sicher, und als ich die nervöse, zweifelsgeplagte, fahrige Mutter vor mir sitzen habe, verstehe ich auch ihn weit besser. Von nichts kommt nichts, und immerhin weiß ich nun, vor welchem Hintergrund er sich selbst zerknirscht. Und dass ich manche „Hebel“ wohl eher in einem weiteren Elterngespräch als am Kind allein ansetzen müsste.

O.s und G.s Eltern wollen eine feste Aussage, ob ihr Kind in der Kursstufe Physik abwählen solle; H.s Mutter möchte von mir eine Anleitung für den bevorstehenden Jahresvortrag der Tochter. Dass ich all das mit den Schülern selbst besprechen werde (oder bereits habe) und dass ich es für extrem wichtig halte, den Kindern nicht die Verantwortung in ihren eigenen Bereichen abzunehmen, wird vielleicht nicht gern gehört, aber zähneknirschend akzeptiert. Ich gebe nämlich diesbezügliche Informationen einfach nicht an die Eltern heraus:)

W.s Eltern beschweren sich massiv über Kollegen und über die damit verbundene Unglaubwürdigkeit unserer Schule; folglich hätte meine Arbeitsweise ja keinerlei Basis, und meine Einschätzung der Arbeitshaltung  der Klasse wäre eine Unverschämtheit. Upps, ich zucke kurz zusammen. (Das waren die Gespräche, die mich früher überfordert haben.)
Heute bleibe ich ruhig, verwahre mich gegen die untragbare Form der Kritik, verweise auf Aufgaben und Grenzen (!) meiner Rolle als Klassenlehrerin sowie auf die Notwendigkeit einer konstruktiven Kommunikation mit der Schulleitung. (Die Elternvertreterin hatte mir – als ob sie geahnt hätte – wenige Minuten zuvor mitgeteilt, wie passiv sich die Elternmehrheit verhalte, so dass sie keinen Kommunikations- und Vermittlungsauftrag der Klasse mehr herauslesen konnte.)
Ich schaffe es, das Gespräch dann doch noch auf meinen Physikunterricht und W. in ihm zu lenken.

L.s Eltern verlangen, dass ich gegen die Passivität und Introvertiertheit ihres Sohnes Maßnahmen ergreife. Beide sitzen vor mir zehn Minuten lang quasi ohne Blickkontakt, die Mutter scheut jede Silbe, der Vater pult während seiner äußerst langsamen Worte beständig am Heftpflaster seines Daumens herum. Hm, lege ich die beiden Bilder übereinander, sitzt eins zu eins  der L. vor mir. Bei dem Anliegen der Eltern weiß ich nun auch nicht …

F.s Pflegemutter kommt zum fünften Mal in diesem Schuljahr zu mir, wir brauchen nur fünf Minuten, tauschen kurz den Stand der Entwicklung zu Hause und bei mir auf der Schulbank aus. Diese Frau beeindruckt mich tief. Sie holt gerade mit einer Tonne voller Liebe einen jungen Menschen aus einem frühkindlichen Lebensabgrund in ein gelingendes Leben zurück. Ja, F. wächst vor unseren Augen. Im Moment reift in ihr der Satz: „Ich kann ja etwas„, das sehen wir schon. Dürfte ich diesen Satz noch aus F.s Munde hören, bevor ich sie wieder abgeben muss, wäre dies ein großes Geschenk.

Um genau diesen Satz geht es übrigens in mehreren Gesprächen, wenn auch bei keinem anderen Kind so global gemeint, sondern lokal auf mein Fach bezogen. Das Selbstbild Ich-kann-Mathe-nicht-und-werde-es-auch-nie-können ist weitverbreitet.
Während ich früher eher vom „Tropf der Nachhilfe“ abgeraten habe – weil sich viele Kinder beginnen im Unterricht zurückzulehnen, ihr eigenständiges Denken aufgeben und letztlich bis zum Abitur auf Hilfe von außen angewiesen sind – scheint mir mittlerweile wichtiger, dass manche Kinder die notwendige Unterstützung von außen bekommen, um ihr negatives Selbstbild wandeln zu können. Auf lange Sicht – so hoffe ich wenigstens – können sie vielleicht nicht unbedingt oder nicht nur in der Mathenote gewinnen, sondern in etwas viel Wichtigerem: im Selbstwertgefühl.
Genau so offen sage ich das den Eltern, wenn ich zu Nachhilfe befragt werde. Ich bin übrigens überzeugt, dass die Kinder in der Regel selbst wissen, ob ihnen diese Form der Hilfe gut tun würde, und rate deswegen immer, das Kind die Entscheidung selbst treffen zu lassen.

Eines der wichtigsten Anliegen hat O.s Mutter. Sie bekam von ihrer Tochter keine Befugnis, mir dies mitzuteilen, wir sprechen sozusagen im Geheimen, aber sie findet es extrem wichtig. Ich auch, als ich alles gehört habe.
O. ist der festen Überzeugung, ich „kann sie nicht leiden“. Sie macht es an zwei konkreten Punkten fest und lässt sich dabei seit Wochen weder von ihren älteren Geschwistern, die mich alle aus dem Unterricht kennen, noch von ihren Eltern, die mich folglich auf vielen Elternabenden erlebt haben, beirren.
Der Mutter ist es ganz unangenehm, mir die harten Aussagen der Tochter über mich mitzuteilen, aber ich bin nur dankbar. Nicht nur, weil wir kurz aufdecken können, welche Situationen O. damals missverständlich interpretiert haben könnte und woher ihr für mich unverständlich verschlossenes Gesicht rührt. Sondern vor allem, weil wir nun gemeinsam überlegen können, wie ich dieses Beziehungsmissverständnis vielleicht wieder aufzulösen schaffe. Der Satz „Deine Mutter hat mir erzählt …“ darf dabei nicht andeutungsweise fallen. Ich hoffe es gelingt trotzdem.

Am Ende des Nachmittags bin ich ganz bewegt, in wie vielfältigen Formen sich die immer gleiche Sorge um das eigene Kind äußert, wie sehr in den Blick- und Zugangsweisen all der Eltern auch immer deren eigene Schulbiographie sowie die eigenen Ängste und Nöte sichtbar werden, und wie sehr manche Kinder Kopien ihrer Eltern zu sein scheinen. Oder umgekehrt?
Und mir kommt es mehr und mehr, dass diese Gesprächsnachmittage möglicherweise für mich wichtiger sind als für die Eltern?

Jedenfalls, es sind Eindrücke genug für ein langes Ausschlaf- und Erholungswochenende. Als ich ins Lehrerzimmer komme, sinkt gerade die 28-Gespräche-Kollegin auf ihren Stuhl. Ich flachse herum, ob jetzt nicht noch wir ein Elterngespräch machen wollten. Sie ist in diesem Jahr die Deutschlehrerin meiner beiden Kinder.
Ja, müssen wir„, sagt sie, „bloß nicht mehr heute.
Ich schaue wohl irritiert, denn eigentlich wusste ich von keinerlei Problemen, und ohnehin bekomme ich in der Schule mehr als genug mit, als dass ich offizielle Elterngespräche bräuchte.
Unbedingt müssen wir reden. Deine Kinder in Deutsch – ich muss Dir so viel Tolles erzählen …
Oh.
Ja: Der Satz „Dein Kind ist toll“ lässt nicht nur die Lehrerin strahlen:)

 

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16 Kommentare

  1. Das hab ich richtig gerne gelesen – dieser Blick hinter die Kulissen.

    (Meine Mutter hatte damals meiner Mittelstufe-Lehrerin vor mir gesagt, dass ich sie nicht möge. Was ich meiner Mutter damals nur gesagt hatte, damit sie nicht eifersüchtig auf die nette Lehrerin sein muss. War das peinlich! Nie habe ich mich mehr für meine Mutter geschämt.)

    Wie schön, dass diese Eltern so sensibel sind!

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    1. Genau diese Mutter hat mich sehr beeindruckt, wirklich.
      Es gibt (und gab am Freitag) ja aber auch unsensiblere. Mir tut das immer so für die Kinder weh. Andererseits ist es eine wertvolle Information, darum zu wissen, weil ich das Verhalten des Kindes dann irgendwie „einnorden“, besser verstehen und auffangen kann.

      (Hast Du das damals Deiner Mutter gegenüber im Nachhinein auszusprechen gewagt? Ich vermute nein …)

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      1. Nein, das habe ich nie angeschnitten, im Wissen darum, dass ich mir irgendwie ins eigene Fleisch schneiden würde.

        Ich benied diese Lehrerin (und auch spätere) immer darum, dass sie unsere Aufsätze mit oft doch sehr persönlichen Themen lesen durfte und stellte mir so als Neun- oder Zehnjährige vor, wie ich in einer Art Paralleluniversum als eine Art Göttin ihr beim Lesen über die Schulter gucken würde. Mich interessierte so sehr, was andere geschrieben hatten und wie andere lebten.

        (Tut es noch immer.)

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        1. Genau darum hätte ich gern noch ein Fach wie Ethik/Deutsch/Philosophie oder so. Weil es dort leichter als in meinen sachlichen, sogar angstverursachenden Fächern wäre, sich den Schülern wirklich anzunähern. Natürlich geht das auch so, aber es ist schwieriger, langwieriger. Und manche Blicke in den Menschen hinein bekommt man als Mathelehrerin einfach nie …

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  2. Frau Rebis könnte ohne Weiteres elterngesprächsunerfahrene junge Kollegen coachen!
    Und: wenn es denn Probleme in einer Familie gibt, die Kinder tragen es mit sich rum, zeigen es unwissentlich nach Außen, sind Symptomträger. Ach ja.
    Gruß von Sonja

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    1. Allmählich könnte ich das vielleicht, ja. (Obwohl: Nach dem gestrigen Elterngespräch fühlte ich mich mal wieder wie eine Anfängerin …) Das ist einer der vielen Bereiche, in denen wir zu Berufsbeginn ins kalte Wasser geworfen werden, der in keinster Weise zur Ausbildung gehört, wo wir alles allein lernen müssen, zunächst jahrelang durch die Gegend stolpern, sozusagen.

      Und ja: Was die Kinder alles über ihre Familien zeigen. Oft ja auch Positives, Manchmal betritt eine Familie den Raum und Du denkst fasziniert: Ach, DARUM …

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  3. Immer wieder erstaunt es mich so, wenn Lehrern/innen abverlangt wird, sie sollten den Kindern das beibringen, was im Elternhaus versäumt wurde. Dein Beispiel der passiven Eltern, die den Blickkontakt meiden, verdeutlicht das sehr gut.
    Ich kenne die Situation durch meine langjährige Freundin, die ebenfalls Lehrerin ist … wir haben unzählige Gespräche über den Schulalltag geführt.
    Meine Hochachtung gilt euch, die ihr das noch immer tagtäglich bewerkstelligt.
    Aus meiner Sicht müsste sich Schule und Lernen grundsätzlich verändern …
    Herzliche Grüße von der
    Muschelfinderin.

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    1. Ja, Ideen für Veränderungen hätte ich viele. Vor allem, damit ich Beziehungen zu den Schülern so aufbauen könnte, wie ich es für wichtig, ja dringend halte. Dazu bräuchte es insbesondere mehr Raum für den Einzelnen, mehr Zeit, weniger Schüler pro Lehrer, pro Klasse.
      Und vielleicht auch: mehr Respekt für unsere Arbeit. Für all das Unsichtbare, was zwischen Unterricht, Vorbereitungen, Korrekturen und Fahrten, irgendwie zwischen den Zeilen also, möglicherweise das Eigentliche unserer Arbeit ausmacht. Aber dort zwischen den Zeilen ist es so eng. Zeitlich jedenfalls, und kräftemäßig,
      Umso mehr danke für Deine Sicht, für Deine Worte.

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      1. Ich glaube und hoffe, dass sich das irgendwann einmal ändern wird. Es denken ja schon ganz Viele so – überlegen, was man Kindern heutzutage mitgeben muss … In der Pädagogik, in den Hochschulen wird sich viel ändern müssen. Es kann nicht Sinn und Zweck sein, nur den Stoff zu vermitteln. Es ist, wie du sagst … es braucht Zeit, um auch persönlich auf die Schüler/innen einzugehen.

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  4. Danke für diesen Einblick in die „Lehrerseite“. Meine Töchter hatten das Glück, eine Grundschullehrerin zu haben, die sich in Schüler- und Elternseite sehr gut einfühlen konnte und die auch wirklich viel Erfahrung mit Elterngesprächsnachmittagen hatte und eine ähnliche Herangehensweise wie hier beschrieben hatte. Wir (als Schülereltern) haben das immer sehr genossen, denn nun lernen wir leider auch anderes kennen. Zu oft wird aus Zeitmangel nicht mehr zugehört, geschweige denn der Kontakt gesucht. Wir hören nur: „Wenn nichts dringendes anliegt, lassen Sie bitte den anderen Eltern den Vortritt, es fehlt die Zeit.“ Prinzipiell stehen wir hinter den Lehrern, aber Lob oder kleine Anmerkungen lassen sich so nur schwer anbringen. Es sollte sich in Zukunft viel ändern, wenn wir unsere Kinder zu zukunfts- und teamfähigen Kindern heranziehen wollen. Die Lehrer brauchen meiner Meinung nach mehr Spielräume, kleinere Klassen und den Mut zum Aufeinanderzugehen. Ich selbst gebe meine musikalischen Kenntnisse gern weiter und unterrichte neben meiner Haupttätigkeit als Orchestermusikerin. Dabei kann ich aber die 1:1 oder 1:2- Situation genießen und merke oft, welchen Bedarf die Kinder nach solchen Möglichkeit haben, wie sie nach einer Weile genießen, dass sie fragen dürfen, was immer sie wollen. Sicher, das ist an einer Schule nicht möglich, aber es gäbe viele kleine Bausteine, um uns alle voranzubringen (Kinder, Eltern und Lehrer). Denn letztendlich sind es solche Situationen (Einzelunterricht, Elterngespräche ect.), die uns in unserem täglichen Miteinander voranbringen, denn dabei ist man gezwungen, das eigene Denken und Tun zu reflektieren und sich selbst immer wieder zu hinterfragen. Danke für diesen Beitrag und ich wünsche weiterhin viel Einfühlungsvermögen. Großartig!

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    1. Danke fuer Dein Erzaehlen und Deine Gedanken. Ja, so ist es wohl, es muss sich viel aendern, es muesste sich viel aendern bei uns an den Schulen. An den meisten Schrauben koennen nicht wir Einzelnen drehen, und trotzdem ist Resignieren kein Weg.
      Weisst Du, ich fuehle mich ertappt. Ich unterrichte ja 120 Schueler (bei einer 40ProzentStelle). 18 Gespraechstermine hatte ich. Der Satz, den Ihr gehoert habt, den habe ich auch einigen Eltern sagen muessen. Andere haben vielleicht gar nicht nach einem Termin gefragt, weil ja nichts wirklich Konkretes dringlich war. Ich fuehle mich schlecht dabei, und habe doch kaum eine andere Wahl.
      Ich glaube, ich fuehle mich gerade motiviert, darueber bald mal ausfuehrlich zu schreiben …

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      1. Bitte nicht schlecht fühlen, das wäre nicht gut. Vielmehr wünschte ich, dass die Probleme, die Eltern mit den Zeitnöten der Lehrer haben und die Nöte, die die Lehrer dadurch noch tiefer in den Stress stürzen, endlich an richtiger Stelle gehört werden. Ich wünschte mir allerdings auch mehr so entspannt denkende Lehrer wie dich… 😉

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  5. Oh, liebe Frau Rebis, jetzt bin ich ganz geflasht vom Lesen oder mehr noch von dem, was ich hier gefunden habe. Offenbar werden mir nun deine neuen Blogeinträge nicht mehr „automatisch“ angezeigt resp. ich muss da etwas ändern an den Einstellungen.
    Ich bin sosehr berührt und beeindruckt, wie du auf jede Facette deines Lebens und Erlebens so sorgfältig schauen kannst, dass daraus etwas Neues wachsen kann, neue Fragen, neue Wege, neue Aufweckmomente.
    Danke dafür.
    Ich finde es wunderschön, dass du spüren und dankbar integrieren kannst, dass Erfahrung ein Schatz ist, welcher reich macht.
    Liebe Grüsse
    Gabriela

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    1. Erstaunlich, wie ich mich in diesen Situationen eher als unzulänglich erlebe – bzw. früher so erlebte; es ist ja jetzt weniger – und von außen betrachtet immer so vieles sichtbar wird, was mir selbst – betriebsblind, im Hamsterrad, in der Macht der Gewohnheit und stets im Mechanismus der Abwertung des Eigenen gefangen – selbst überhaupt nicht klar wird. Erst wenn ich hier geschrieben habe und Deine, Eure Reaktionen lese, dann … sehe manchmal auch ich.
      Das ist eine wertvolle Rückkopplung …
      Und sowieso: Danke für Deine Sicht, und dass Du sie begleitend mit mir teilst.

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