im September

Das ist wohl wenig überzeugend: Eigentlich wollte ich erzählen, dass der September von meiner Stundenreduktion, meinem Teilzeitbeginn und damit von einströmender Ruhe und dem wohltuenden Gefühl, endlich wieder alle Alltagsdinge in Gelassenheit bewältigen zu können, dominiert war.
Als erstes aber muss nun hier stehen: Ich habe diesen Septemberrückblick vergessen. Nachdem ich ein paar Stichpunkte notiert hatte, einfach VERGESSEN, daraus einen Post zu machen. So kenne ich mich nicht …
Vielleicht drehe ich`s um und schaue anders darauf: Gelassenheit bedeutet auch, mich nicht durch selbstverordnete Regeln, Disziplinierungen und Rituale einzuzwängen. Blogpläne und -vorsätze werden zu solchen, wenn ich um jeden Preis glaube etwas schreiben zu müssen, wenn es sich in mir so gar nicht nach Schreiben anfühlt.
So also?
Jedenfalls: keine Rechtfertigung, keine Entschuldigung bitte. Der Rückblick kommt verspätet, Punkt. Und was heißt schon verspätet?

Die Schule nun also in Teilzeit:
* obwohl Schulanfangszeit war, habe ich mich nicht gehetzt gefühlt, habe alle anstehenden Dinge Schritt für Schritt abgearbeitet, mir neue „Arbeitsbegrenzungsregeln“ gesetzt (doch: hier dienen mir Regeln als hilfreiches Geländer, damit der Arbeitsgaul nicht mit mir durchgeht) – möglichst nicht nach 22 Uhr arbeiten, möglichst am Wochenende 36 Stunden am Stück freimachen – und bisher eingehalten
* in großer Freude meine ersten Schulwochen durchlaufen: drei komplett neue Klassen mit 90 Schülern kennengelernt (Fotos sind auf Handy, Namenlernen wie Vokabeln, bald kann ich auch die letzten langhaarigen dunkelbrilligen absolut gleich aussehenden Mädchen benennen) und zum Teil auf den ersten Blick in die Klassen verliebt (die Physik-Zehnte am Nachmittag: hach! meine Klassenlehrerklasse: ebenfalls hach! und die Siebte: die hat natürlich auch noch eine Hach-Chance)
* Konferenzmarathon, Steuergruppensitzung, konzeptionelle Arbeit in kleinen Gruppen – und bei allem die gute Atmosphäre im Lehrerzimmer eingeatmet
* zwei, drei freie Vormittage pro Woche genossen und für Schreibtischarbeit genutzt, so dass die Abende weitgehend arbeitsfrei waren: ein ungewohntes Gefühl (ab Januar wird die Woche wieder voller)

Die Kinder werden groß:
* einen 14. Geburtstag gefeiert, erste Stimmbruchüberschlagungen wahrgenommen und wegen Wachstumsschüben stapelweise Kinderklamotten aus den Schränken aussortiert & neue besorgt
* die Schulhefte mit „Klasse 5“ und „Klasse 8“ beschriftet – wow!
*  Tochter am Gymnasium eingeschult, ihre freudigen ersten Schritte begleitet, unter anderem fuhr sie sofort ins Landheim und geht ins große Schulorchester, fährt allein mit dem Rad über die Dörfer und kümmert sich so selbstständig um ihre Dinge, dass mir zuweilen die Kinnlade runterklappt
* das Termintetris an den einzelnen Wochentagen zurechtgeruckelt, wir wissen allmählich, wer wann wohin fährt und zurückkehrt und gebracht und geholt werden muss

Der September hatte aber auch noch Ferientage, die jetzt – vier Wochen später – so fern erscheinen:
* in Berlin bei Eltern und Freunden gewesen
* wieder mal ein Klassentreffen in der Uckermark genossen (wir machen das jährlich, seit vor drei Jahren unser aller Kinder mit dabei waren und jetzt fast mehr als wir Erwachsenen darauf dringen, dass es keinesfalls nächstes Jahr nicht stattfinden darf:))
* über einen Musikschulaustausch eine tschechische Familie mit 13jährigem Cellisten zu Gast gehabt, was uns bestaunenswertes Proben und Konzertieren der beiden Söhne bescherte – und den Vorsatz, nächstes Jahr als Familie einen Gegenbesuch abzustatten, vermutlich auch mit Noten im Gepäck

Und sonst noch:
* lieben Besuch empfangen
* zu lieben Menschen auf ein Fest gefahren
* wieder mehr Klavier gespielt (SEHR viel sogar)
* dafür weniger gelesen
* aber mehr geschlafen als üblicherweise zu Schulzeiten. Das soll ja nicht schaden:)

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6 Kommentare

  1. heilige madonna!!!
    das artet ja FAST in streß aus, dir einen kommentar zu hinterlassen:

    drei bilder mit verkehrsschildern richtig zuordnen;-)
    gar nicht so einfach, weil die fotos relativ schlecht zu deuten=erkennen sind

    und dann auch noch in windeseile einen code
    markieren+kopieren+an der richigen stelle wieder einsetzen

    ganz anspruchsvoll!!!
    hoffentlich scheitern da nicht allzuviele gute seelen,

    die dir wohlgesonnen sind…

    die hürden hast du vermutlich eingebaut, weil du mit spams geflutet wurdest???

    und tschüß!!!
    bzw mal schauen, wie gut ich das „hürdenspringen“;-)
    diesmal schaffe…
    waldwanderer

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  2. Upps, nein, ich habe nichts geändert oder umgestellt. Schon seit 6 Jahren, seit Beginn des Blogs nicht. Das muss blogger sein. Ich höre auch immer wieder, dass es für nicht blogspot-Kontoinhaber so wahnsinnig schwer ist mit dem Kommentieren, was mir sehr leid tut. Darum schon länger die Überlegung, mein Blog zu nem kommentatorfreundlicheren Anbieter zu verlegen. Bin nur zu träge dazu …

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  3. mensch, was freu ich mich, daß du dein pensum reduziert hast! für mich klang es im letzten jahr ungeheuer verdichtet, so daß ich bei mir dachte: hoffentlich schafft sie das ohne ernstlich krank zu werden! ach wie gut, daß du kürzertreten kannst! und genießt es schon so, schön.
    lg

    (wenn ich die obigen kommentare zur kommentier-erschwernis lese, dann wunder ich mich nicht mehr, daß bei mir kaum eine mehr kommentiert… danek für diese aufklärung!)

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