Sommerferien minus 8

Vormittags:
– volles Programm: 6 Stunden – zwei Drittel davon sind letzte Stunden des Jahres – bei mir gibt es weder Filme noch Frühstücke, sondern Rätsel, immer nur Rätsel (drum darf ich keine Klasse länger als zwei Jahre haben, sonst sind meine besten Stücke verbraucht:)
– läuft super, die Schüler knien sich rein, zufällig vorbeigekommene Kollegen auch, und ich kann nebenher meinen Experimentierwagen aufräumen, Kurshefte vervollständigen, Formulare ausfüllen, Klassenbuch kontrollieren – schaffe also toootal viel nervigen Papierkram, während die herumraten
– bei den 6ern Klassenarbeitsrückgabe mit viel Tumult und Trara und einem ziemlichen Lautwerden meinerseits (so kennen sie mich nicht, aber kurz vor Ende darf das mal, sage ich mir)
– in den Pausen Kurzgespräche im Leherzimmer über das rauchende Kind, das Jugendamtskind, das sitzenbleibende Kind … und über so manches
– Noteneintragungen überprüfen gehen – bei 120 Zahlen wird einem schier schwindelig (und außerdem weiß ich nun, dass Gleitsichtbrillen nicht dafür gedacht sind, dass man oberhalb der Kopfhöhe liest)
– Absprachen und Konferenzvorbereitung mit der Mitklassenlehrerin
– Kurzbesuch im Schulleiterzimmer … das mit dem Jugendamt eben
– erst halb zwei komme ich endlich weg, und zwei halbverhungerte Kinder warten auf mich im Parkhaus (wo’s schön kühl ist, immerhin)

Spätabends:
– weil tagsüber kein Sekündchen Gelegenheit war, bereite ich meine vier Stunden für morgen erst jetzt vor, ist ja nicht mehr viel – bin lang vor Mitternacht fertig
– am Aufwendigsten wieder das Rätsel: aber die heutige Begeisterung hat es gelohnt

Und die anderen Momente:
– mit den Kindern nach einem Streit am Morgen wieder gut zusammenfinden
– Fahrt in die Stadt zu Tochterterminen im – hej – klimatisierten Auto (20° gegen fast 40 draußen!) mit laut aufgedrehter Musik
– halbes Stündchen in der Stadtbücherei – Mahngebühren ohne Murren bezahlt (Kollateralschaden des Schuljahresendstresses) – und einen neuen Stapel mitgenommen, für den ich ja später auch wieder Mahngebühren zahlen kann:))
– während die Tochter ihre Musik hatte, schnell zu einem Outdoorladen gefahren, mit mäßigem Erfolg zwar, doch mit gesteigerter Vorfreude zurückgekehrt
– ruhiger Abend mit der Tochter, wir legten sogar gemeinsam Wäsche zusammen, ganz harmonisch
– und nun noch: lesen, bis die Äuglein zufallen

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2 Kommentare

  1. Solche Zeiten mag ich nicht mehr haben wollen. Bei dir sieht es stets recht spielend durchstehbar aus! Mag der krasse Temperaturunterschied ein wenig symbolisieren, wie es sein wird, nach diesen beruflichen Hochturbulenzen plötzlich Ferien zu haben…
    Gruß von der Ruhestandsgenießerin

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  2. Ich kann mir gut vorstellen, später solche Zeiten auch nicht mehr haben zu wollen:)
    Bei allem „spielend durchstehbar“.
    Irgendwie freut mich das, wenn es nach außen sichtbar ist. Denn – wenn ich es auch nicht „spielend“ nennen würde, habe ja in den letzten Jahren sehr viel bewusst an meinem Umgang mit mir und meinen Kräften gearbeitet – als „durchstehbar“ erlebe ich es auf jeden Fall. Und das ist auch etwas zum Genießen, finde ich.
    Wenn natürlich der Feriengenuss dann … hach …

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