im Mai

war es dicht, sehr dicht – kaum erinnere ich mich noch an alles, erst beim Blättern durch den Kalender tröpfeln Erinnerungen
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zu Beginn am langen Feiertagswochenende einen für den Sohn sehr aufregenden Besuch empfangen (und mich dabei im Loslassen geübt: uiuiui, ich muss noch viel lernen)
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überhaupt viele kurze und lange Besuche genossen – einerseits wunderbar, andererseits mit dem laufenden Schulbetrieb kaum zu vereinbaren
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dieser nämlich kam wie immer gut gefüllt daher: stapelweise Klassenarbeiten und Tests, tagelang mündliche Prüfungen, Abiturdrittkorrektur, Känguruwettbewerb, Versetzungswarnungen, Elterngespräche, sich deutlich im Ton vergreifende Elternmails (nein, ich werde nicht in gleicher Sprache antworten, und schon gar nicht vor den Ferien … und erstaunlich: es greift mich nicht im Innern an, kurz aufkeimende Rechtfertigungstextbausteine fege ich mit Klavierspielen hinweg, und ich schaue gelassen auf diese Eltern, die vermutlich nur ihren eigenen Schulrucksack vor mir auspacken)
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apropos Schulrucksack: die Tochter trägt auch schon einen, übertragen gesprochen, weil es ihr in ihrer Klasse nicht gutgeht und sie sehr betrübt vom ersten Landheim ihres Lebens zurückkehrte – was mich aber froh und zuversichtlich stimmt: sie verarbeitet die Ausgrenzungserfahrung auf viel reifere Weise als vor zwei Jahren, ja, sie wächst daran (wenngleich man seinem Kind diesen Wachstumsauslöser nicht gerade wünscht)
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auch im wörtlichen Sinne gab es zum Geburtstag einen neuen Rucksack, für die neue Schule nämlich, und fast zeitgleich die Verkündung der Klasseneinteilung des Gymnasiums – jubel: alle ihre Wünsche (und alle Nichtwünsche) sind wahr geworden
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damit es hier nochmal deutlich steht: die Tochter wurde 9! Neun! NEUN!
Unglaublich. So groß. So toll. So wunderbar. So sehr liebe ich mein klein-großes Mädchen!
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der Sohn durfte einen eher schularmen Monat verbringen, wegen Feiertagen und Ferien und Kranksein und  Forschungswoche – er fand dieses Schulvakuum ziemlich toll:)
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ja, die freien Tage gaben sich die Klinke in die Hand: wir probierten, ob die Fahrräder noch längere Strecken durchhalten, ob der Garten für eine viertägige Zeltübernachtung geeignet ist, und ob alles Pfingstreisegepäck auch wirklich aufs Fahrrad passt
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vor dem Losradeln aber ging es – wie letztes Jahr – zum Bundeswettbewerb Jugend musiziert, diesmal nach Hamburg, wo ich seit Ewigkeiten nicht war und mich deswegen vor allem als Touristin erfreute, während der Sohn von all dem Proben die Nase voll hatte (sie spielen die Stücke seit letztem Sommer, das zerrte deutlich an Geduld und Nerven aller Beteiligten) – nun kam er diesmal ohne Preis heraus, was, wie ich finde, ihn mehr fürs Leben lernen lässt als der Überraschungserfolg des letzten Jahres (dass die Duo-Partner-Familie dies anders sieht – nun, das machte die Kommunikation in den Wettbewerbstagen nicht gerade einfach, und für mich ist es eine deutliche Lehre: nächstes Mal das Bauchgefühl –  Achtung, Ehrgeizgefälle! – ernster zu nehmen)
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zum Monatsende war das alles zum Glück Vergangenheit, die Pfingstferien konnten beginnen: mich aufs Rad gesetzt, um via Lüneburg und Müritz durchs gemächliche Mecklenburg gen Berlin zu mäandern – neu im Gepäck: ein Zelt, nicht mehr dabei: das Internet. Hach.
(Jetzt, wo ich gerade zu Hause ankomme, kann ich ja schon berichten: es war meditativ und wunderbar. Tagelange Stille. Ich mag mir den Schultrubel ab morgen gar nicht vorstellen …)

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2 Kommentare

  1. Doch, ja, ist intendiert. Nur war ich dort internetfrei. Und jetzt muss ich beim Bad in der Nachferienarbeit erstmal achtgeben, dass der Kopf immer schön über Wasser bleibt …

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