in die Woche geblickt #7

dankbar
für einen Sonntag wie diesen: wir haben ihn (fast) im Schlafanzug verbracht und uns immer wieder gegenseitig angestrahlt, wie wunderbar dieses Herumschlumpern ist

berührt
heute wärest du 100!
(und darum trug ich den ganzen Tag deine Strickjacke und das Tuch, das mich sehr mit dir verbindet)

begegnet
eine richtige Wow-Woche, was Gespräche und Begegnungen angeht: da waren so viele unerwartete Dialoggeschenke – auf dem Schulflur, in der Mailbox, am Telefon, und sogar in einer Prüfungskommission

gespürt
wie gut der Wochenanfang in der warmen Frühlingssonne tat, als ich nämlich nach dem vergutachteten Wochenende, lustlos und deprimiert, mit aufziehendem Schnupfen, eine Nachbarin in T-Shirt und Sandalen im Garten werkeln sah, da packte es mich plötzlich, unversehens waren Gartenschere, Besen und Lappen in meiner Hand, und zwei Stunden später saß ich auf der neuerstandenen Terrasse, zwar schon wieder mit Schulsachen, aber voller Kraft und Glück über den ersten Barfuß-Sandalen-Tag des Jahres – wie schnell Aufwachen sich vollziehen kann …

geübt
mit dem Pubertierenden gemeinsam Wege zu finden, wie wir sein Zimmer staubarm halten können – dass er in seinem allergieangeschlagenen Zustand kein Staubtuch in die Hand nehmen sollte, verstehe ich, daher also wird es an mir sein – aber dass ich dazu jedes Mal eine Million Gegenstände anheben und umwenden soll …?
unser Gespräch darüber, wie man diese Krimskrams-Million verringern/sortieren/bündeln/stapeln/ausmisten/staubarm aufbewahren kann, waren heute am Vormittag noch sehr lautstark emotional, gegen Nachmittag fanden wir zu einer gewissen Diskussionskultur zurück – wir üben weiter;
und mal wieder staune ich, wie erwachsen er schon ist, nicht nur bei der Schuhgröße (immerhin muss ich meine eigenen noch ausziehen, um in seine schlüpfen zu können:))

geteilt
einen Berg Mount Everest aussortierter Kinderklamotten mit den uns „abtragenden“ Familien – die „zuliefernden“ Familien hatten Tüten und Taschen voll angeschleppt, die Kinder haben brav ihren Schuss in Höhe und Breite gemacht, und wieder ist ein Kubikmeter Schrankinhalt ausgetauscht

mir selbst geschenkt
haltet mich für verrückt, so wie auch der Lehrbuchausleih-Kollege reagierte („Ja, spinnst du denn?“):
ich habe mir Lateinbücher geholt, weil ich es endlich wieder lernen will; von meinem Latinum in den 90er Jahren ist nichts mehr übrig bis auf die Faszination, und nun also werde ich’s mit den Büchern meiner Kinder neu lernen; die ersten Lektionen gingen schnell (nur Vokabeln halten nicht so gut wie damals, ist ja klar), ich versinke in den ersten Sätzen, die ich wieder lesen kann, es wird Zeit für die erste Klassenarbeit:)

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2 Kommentare

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