im Februar

Schneeferien in Norditalien, mit mehr Sonne als in manchen Jahren, und mit mehr Bedauern, nach einer kurzen Woche schon wieder abfahren zu müssen, reichte diese doch kaum zum Luftholen
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aber doch: in dieser einen Woche mehr Zeit mit den Kindern verbracht als sonst in einem ganzen Monat – das tat uns allen gut
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sie werden groß: fünf Milchzähne wurden mir diesen Monat in die Hand gedrückt, alle selbstherausgezupft, ohne dass ich es mitbekommen hätte
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Grundschulempfehlungsgespräch und -brief für die Tochter bekommen: sooo schnell geht also die Grundschulzeit vorbei (und dass in ihrer Halbjahresinformation die schlechteste Note bei „Schrift und Gestaltung“ steht, das möchte ich fast mit ihr feiern; wobei sie die Gründe dafür wohl noch nicht verstehen könnte, daher freue ich mich still im Innern)
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Premiere: diesmal kollidierten unsere Elternabende nicht, so dass ich erstmals den des Sohnes als Mutter an meiner eigenen Schule besuchen konnte – das hatte was:))
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ebenfalls erstmals als Mutter erlebe ich eine GFS („Gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen“ – das sind Schülerpräsentationen mit der Gewichtung einer Klassenarbeit, ab der 7. Klasse zu erbringen): nun erst erschließt sich mir die weitverbreitete Deutung „ganze Familie schafft“ in voller Tragweite; ja, ich muss mich sehr zurückhalten, nicht immerfort bei seinen Vorbereitungen dazwischenzuspringen (gerade weil er es selbstständig und großartig macht)
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immer noch Musikintensivzeit der Kinder: der Monat begann und endete mit einem Preisträgerkonzert, die Kinder versuchen sich für die nächste Wettbewerbsrunde zu motivieren und das Proben wiederaufzunehmen, dazu eine dreitägige Orchesterfahrt des Sohnes und ein Kammerkonzert der Schule
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auch ich, nun wieder mit regelmäßigen Klavierstunden versehen, übe im Moment mehr als sonst – das schenkt Oasemomente in der Alltagsdürre
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ja, Dürre im Innern: mit Überflutungsgefühlen, die kaum durch irgendwelches Tun besänftigt werden, mit Ansätzen von Resignation vor den Türmen, die nie zu bewältigen sind, gerüttelt zwischen Phasen von Dumpfheit und Starre
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die Liste, was mir fehlte und fehlt, wäre lang: nichtgefühlte Gefühle, nichtgedachte Gedanken, nichtbegegneten Menschen, nichtgeschriebene Texte, nichtgelesene Bücher, nichtfotografierte Bilder, nie vorhandene Feierabende und Wochenenden
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lang auch die Schulaufgabenliste (was ja damit zusammen hängt):
Antimobbingtage in meiner 6. Klasse
Elternsprechtag, Elternabend und GLK (Gesamtlehrerkonferenz)
letzte Matheklausur im Leben meiner 12. Klasse mitdurchlebt (und korrigiert) – nun bleibt nur noch das Abitur
Fahrt mit Kollegen zu einem Didaktik-Kolloquium in die Nachbarstadt
Schüler bei Mathewettbewerbsvorbereitungen unterstützt – und einige Preise verteilen dürfen
Referendarsprüfungen noch und noch – und ein nichtkleinerwerdender Stapel schriftlicher Prüfungsarbeiten liegt hier immer noch
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besonderes Schul-Highlight dieses Monats: mit drei Schülerteams an die hiesige Uni zu einem Mathematikwettbewerb gefahren – für uns mitgereiste Lehrer war es eine Zeitreise, das mathematische Institut sieht aus, riecht so, hallt so, hat dieselben Briefkästen, dieselben vergilbten Schilder wie vor 20 Jahren – nur die Professorennamen sind gänzlich neu
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ein Ausblick: das Fahrrad fährt noch, das habe ich gestern in erstem Frühlingswetter ausprobiert, wenn auch nur zum Abholen von Klausuren aus der Schule: es bewegt sich, ich bewege mich, habe sogar den steilen Anstieg zu uns auf den Berg geschafft – ein Fahrradjahr liegt vor mir

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