in die Woche geblickt #5

dankbar
für eine Woche voll von sanftem Schnee und offenem Himmel

berührt
wie selbstständig die Kinder plötzlich (?) sind, wie sie mutig ihre eigenen Schritte in der Welt gehen, wie sie für ihr Eigenes einstehen, mit sich selbst ringen, vor meinen Augen wachsen – das ist sicher nicht nur beim Skifahren so, und nicht nur in unserer Urlaubswoche, doch hier, wo wir so viel gemeinsame Zeit verbringen, fällt es mir besonders auf

begegnet
unserer lieben Hotelwirtin Francesca, durch die uns mehr als an jedem anderen Urlaubsort ein Gefühl des Heimkehrens geschenkt wird, Jahr für Jahr;
und Anita, der guten Seele unseres Lieblingsrestaurants, die jedes Jahr, wenn wir nur zur Tür hereintreten, auf uns zustürmt, uns umarmend und bestaunend, wie groß die Kinder schon sind (bei unserem ersten Besuch war der Sohn gerade 5 Monate alt, sie nahm ihn sich auf den Schoß, damit wir in Ruhe essen können :))

gespürt
– mal wieder – dass der Nebel nicht dauerhaft bleibt, dass sich alles bewegt, der Himmel sich öffnet und die Kraft der Berge sichtbar werden lässt, wenn ich es kaum erwarte

geübt
die Gedanken ans Heimfahren zunächst beiseite zu schieben, während ich noch dort weile, damit ich nicht meinen Alltag von Vornherein zu einer Zeit mache, in der nur der vergangenen Reise nachzutrauern und der kommenden entgegenzufiebern sei – und so arbeitete es mantraartig auf meinen dortigen Wegen in mir: es komme darauf an, auch zu Hause wieder Schritt vor Schritt zu setzen, immer in der Gewissheit, dass ich frei bin, zu jeder Zeit verschiedene Richtungen einzuschlagen, wenigstens innerlich, und dass alle Alltagswege die Lebendigkeit des Gegenwärtigen schenken

geteilt
Erinnerungen an besondere Zeiten an diesem besonderen Ort, verknüpft mit Gedanken an einen kranken Menschen, der diese gerade besonders braucht

mir selbst geschenkt
gutes Essen, Kaffee, Wein, das Vergnügen als letzte beim Frühstück zu erscheinen (worauf ich ins Gespräch mit Francesca komme, wie schwer es in der heutigen Zeit sei, Nichtstun zu leben – sogar im Urlaub, sogar in Italien), Unabhängigkeit von Liftöffnungs- und Sonnenaufgangszeiten, viele Stunden Sitzen – Spazieren – Lesen, so wenig Ski unter den Füßen wie noch nie an jenem Ort (es scheint, als würde mit den Kindern zusammen auch ich endlich groß – ach ja:))

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