Tag 2: Melnik – Litomerice/Pistany

wir kommen ins Treten, ins Gleiten, ins Fließen hinein – das ist fast schon das Wichtigste, was von diesem Tag zu erzählen wäre
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was mich sonst noch durchströmt: das Grün einer friedlichen Flusslandschaft, nun also der Elbe, die das Ufer säumenden Angler in ihrer Ruhe, die Berge in der Ferne und damit die Ahnung, dass wir uns morgen mit dem Fluss zusammen mitten hindurch schlängeln werden, der erste Kiefernwald mit dem Geruch seines warmen Sandbodens, wilde Pfade in uriger Landschaft, ein Sonnenuntergang am Seeufer, das Vertrautheitsgefühl mit dem Sohn, Zeit zum Lesen, zum Nachsinnen, mit Blick auf die Spiele der Wolken am Himmel
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wie integriert man Terezin in eine solche Reise? ich weiß es nicht, wir fahren durch, steigen ab, schauen, ich erzähle ein wenig vom Unfassbaren (das im Laufe eines Lebens auch nicht fassbarer wird), erinnere mich, dass ich erstmals mit 15 hier war, was schon schwer genug war, und spüre, dass das Kind noch sehr jung ist – am Friedhof sitzen wir länger, dies ist unser Raum an diesem Ort – das Lager, die Baracken, das Museum sehen wir nur von außen, was für heute, für uns, für ihn genug ist – und dann bleiben wir doch noch länger, weil ein Regen uns zum Unterstellen bringt, gerade gegenüber des Parks für die Theresienstädter Kinder – ich schaue auf diesen Park, auf mein Kind, das gerade versucht, nicht allzu nass zu werden – Dankbarkeit, dass wir solche Sorgen haben dürfen, und Sprachlosigkeit …

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