Zehntagesrückblick (oder so) 22-23/14

Eigentlich sind es ja fast zwei Wochen, die so turbulent mir zum Innehalten keinen Raum ließen. Dafür liegt dieser nun vor mir, in äußerer Form von Ferien, in innerer Form … wer weiß?

An diesem ersten Ferienmorgen sitze ich nun erstmal an fremdem Ort, in einem (ungemütlichen) Hotel nur für diese Nacht, alle um mich herum schlafen noch, in meinem Kopf rechnet es, wann wir aufstehen, frühstücken, zusammenpacken müssen, um unseren wichtigen Termin heute nicht zu verpassen – das ist noch ganz der wirbelnde Alltagsmodus. Und das ist noch der mir fast fremde Kopf, der tut und macht und funktioniert – und neben dem ich mich manchmal sehr verloren fühle, nicht mehr wie ich. Dieses dumpfe Gefühl, innerlich weit weg und leer …
Und weit entfernt auch die Erinnerung an die letzten Tage …

Wetter
jetzt ist es heiß bzw. wird es noch, plötzlich ist da Sommer, und mein Körper ist noch gar nicht drin angekommen; die letzten Tage aber „Normal-Mai-Wetter“, eher kälter, mit Sonne und Regen, mit allem
gemacht
oh, wenn ich das noch alles wüsste … den Sohn in ein Mathe-Camp gebracht; eine kleine Radtour mit der Tochter, erstmals mit Übernachtung, am Kocher entlang, 90 km dank ihres neuen 24er-Rades, sie war unermüdlich und begeistert:); ein MRT meines Humpelfußes mit dem Ergebnis, dass es halt langwierig entzündet ist und ich mich nun ernsthaft darum kümmern sollte – dazu kam ich dann aber vor den Ferien nicht mehr; ein paar Tage ohne Internet gewesen – das tut zunächst gut, bis zu dem Moment, wo man das Postfach wieder öffnen kann und einen an die 100 Mails andröhnen (wie haben wir in der Schule eigentlich vor der Erfindung der Email kommuniziert?); Sachen gepackt – eine logistische Herausforderung für diese Braunschweigmusik-Lüneburgpatenkinds-Wernigerode-Fahrradtour-Berlin-Reise, musste ja alles auch noch ins und aufs Auto passen; und da war sicher noch viel mehr …
gehört
während ich Bügelberge bewältige viel youtube-Musik, Bach, immer wieder Bach; und jetzt hier im Hotel Musik aus allen Zimmern – gestern zum Einschlafen Violinduo, heute zum Aufwachen Flöte-Oboe – so könnte es immer sein:)
gelesen
kaum was, nicht der Rede wert
gegessen und getrunken
an manchen Tagen müsste hier auch stehen: kaum was – aber doch: zum Warmessen reicht es glücklicherweise immer oder meist; zum Trinken während des Schultages leider nicht immer – und ja, ich weiß, wie ungut das ist, wie sehr sich meine Kopfschmerzen davon ermutigen lassen
begegnet
ehemaligen Schülern – oh, wie schön!
gedacht
dass ich ferienreif bin, und dass ich auf lange Sicht wohl doch nicht so viel arbeiten kann und will, auch wenn es nur phasenweise ist – die Zeit zwischen Pfingst- und Sommerferien wird ruhiger (sage ich jetzt; wer weiß)
gefühlt
müde müde müde – ich bin sogar im MRT eingeschlafen, das muss man bei dem Lärm erstmal schaffen
gestaunt
über die Tochter bei der Radtour – wie sehr ich mein Kind dort sehen konnte, wie viel Besonderes ich (immer wieder) an ihr entdecke, wie anders das Fahren mit ihr war als mit dem Bruder; und über den Sohn, wenn er mir den Spiegel vorhält, in so manchen Situationen
gekauft
ein Handy – nachdem die Kinder in den letzten Tagen mehrmals fast weg waren (bzw. ich das dachte, weil ich sie eben nicht erreichen konnte), habe ich beschlossen, dass sie fortan so ein Teil in der Tasche tragen sollen; und gestern eine Zahnbürste, weil ich die in dem Packchaos nämlich zu Hause vergessen habe
gefreut
während des Radfahrens – zu versinken in der Landschaft, im Sommerwind, in den Geräuschen, den Gerüchen ringsum
geärgert
über mich, wenn ich in Zeiten großer Belastung so ungehalten gegenüber den Kindern werde
gelacht
immer wieder über Kinders Wortschöpfungen, manchmal sogar über ihre Witze (obwohl der Großteil davon … naja … vielleicht fand ich die in dem Alter ja auch gut?)
geweint
als mir ein früherer Mitschüler per Mail erzählte, dass seine Großeltern in Görlitz gewohnt haben – hä, warum wussten wir das in der Schulzeit nicht voneinander??? – und mein Omahaus plötzlich vor meinem inneren Auge stand
berührt
als ich mit einer jungen Kollegin unerwartet in ein sehr inniges Gespräch komme, mich und meine damalige Situation wiedererkenne, all dieses Rumoren in mir und jetzt in ihr, und wie wir uns unterhalten, jenseits von Belehrungen und Erklärungen, obwohl ich die Schritte aus der Situation heraus ja schon viel länger gehe als sie – und wie sie sich, als sie schon fast weg ist, nochmals umdreht, an meinen Tisch zurückkommt und ein „danke“ sagt (ich sage auch danke; nicht mehr laut in dem Moment, leider)
Ausblick
reisen – heute nach Lüneburg, dann nach Wernigerode, dann aufs Rad nach Berlin – hach!
Dankbarkeit
für das Sein in seinem Großen-Ganzen, für das Lebendürfen

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