Tag 12: Queck – Crainfeld

Morgenspaziergang in Nebelfeldern, Sonne im Schleier kaum zu erahnen, taubenetzte Spinnweben – so beginnt immer der Herbst. Kurz vor acht zieht es auf, der Himmel ist blau. — Ein paar Kilometer bis Schlitz, wunderbare Altstadt auf einem Berg, nicht überlaufen, da nicht geschäftsgepflastert, nur ein einzelner Autofahrer irrt wie wir da herum. Das kleine Cafe hat leider geschlossen. Wieder unten an der Straße suchen wir dann nach einem solchen, eine ältere Frau bietet uns Hilfe an, wir sollten in das kleine gute gehen, da hinten in der Gasse, und dann … ach was, sie bringe uns hin. Es ist nicht diese Gasse, auch nicht die nächste und übernächste, und es geht immer bergauf – und so stehen wir das zweite Mal auf dem Marktplatz:) Cafe hat immer noch zu, aber sportlich war unsere Suche. — Kaffeelos fahren wir weiter – wow, was für ein Radweg! Bis Bad Salzschlirf (diese Ortnamen merkt sich doch kein Mensch, ich muss jetzt beim Schreiben ständig nachschauen) fliegen wir, dort Eis und Kaffee. Echte Kurstadt, wir wirken in dieser Umgebung etwas fremd. — Lauterbach – wir bummeln etwas herum, finden auch die Figur des kleinen Weiß-nicht-wie-er-heißt, der nach der Legende seinen Strumpf in der Lauter verloren hat – dies passiert uns zum Glück nicht:) – und kaufen Mittagspicknickzeugs. — Aufwärts, immer aufwärts geht es jetzt auf dem Vulkanradweg – nach den ersten 50 Höhenmetern finden wir einen Picknickplatz mit Aussicht. Felswände rechts und links des Weges, Spuren des Vulkans, der hier feuerte, und ein Landschaftsbild, von dem ich die zwei Stunden der Auffahrt gern einen Film mitgedreht hätte. Kann mich nicht sattsehen. — Weil der Weg auf ausgedienten Bahntrassen gelegt ist, geht es nie richtig steil, immer gleichmäßig bergauf. Gut zu fahren, gut zu schaffen. Ab und zu taucht aus dem Dickicht ein stillgelegter Bahnhof auf, ein verwunschenes Schloß plötzlich neben dem Weg (so sieht es aus), eine kleine Stadt am Horizont. Und wir fahren völlig auto- und kreuzungsungestört auf der schmalen Asphaltspur – was für ein toller Radweg. (Es gibt hier noch viel mehr davon, ich glaube hier komme ich wieder her. Ist von uns ja nicht weit.) — Ubernachtung noch vor dem höchsten Punkt, 100 Höhenmeter haben wir uns für morgen gelassen. Ein Dorf, von dem der Blick in die Ferne schweifen kann, kaum drei Straßen, Tante-Emma-Laden, die alten Frauen sitzen auf Bänken vor ihren Häusern, dahinter in einem kleinen Stall ein paar Kühe … Und für den Sohn gibt es hier sogar einen Cache. — Morgen wird es uns nach 5 km Auffahrt und 40 km Abfahrt ins Rhein-Main-Gebiet führen. Wir werden einen Zivilisationsschock erleiden. — PS: Wir sind so sehr aus der Zeit geworfen, dass mir erst heute beim Blick auf den 30.08. aufgefallen ist – grübel grübel – dass der August ja 31 Tage hat und folglich der 1. erst am Sonntag… Wir waren zwei Wochen davon ausgegangen, dass der Sohn am Samstag Geburtstag hat. Um ein Haar hätte ich einen Frühstart hingelegt beim Gratulieren.

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