Tag 11: Berka/Werra – Schlitz OT Queck

(Jetzt habe auch ichs kapiert mit diesen OTs:)) Herbstnebelige Stimmung vor dem Fenster, Luft und Morgentemperaturen auch sehr herbstlich. Daraus wird ein wunderbarer Spätsommertag. Überhaupt hier mal ein Hoch auf das Wetter dieser Tage: perfekt würde ich es nennen. Nicht auszudenken, wie wir all das bei 36 Grad im Juli/Anfang August hätten fahren wollen … — Ein Frühstücksgespräch mit der Wirtin über Leben im Grenzland, über den Umgang mit Unterschieden, über früher und heute. — Und wieder verlassen wir den Ort erst um halb elf. Wir sind eben einfach so spät dran:) — Das letzte thüringische Dorf. Und mit Thüringen endet der Asphaltweg. Jedenfalls da wo wir fahren. Abrupt geht es mit einem Trampelpfad weiter, man könnte es auch naturbelassen nennen. Dann Buckelpiste über Baustelle, dann Holzbohlen durch Schilfmeer, mit Lücken und Brücken. Spätestens hier beginnt das Abenteuer Spaß zu machen. Zumal die Landschaftsstimmung einfach nur zum Einatmen ist. Den ganzen Tag lang, überall. (Nur was es mit diesen eigenartigen Kali(?)Bergen auf sich hat – Bergbau im wahrsten Sinne des Wortes? – das muss mir später mal jemand erklären.) — Aber um die hessischen Radwege gleich mal zu rehabilitieren: später werden sie wunderbar. Vor allem mit vorbildlicher Beschilderung. Unsere R7- bzw. R1-Pfeile stehen an jeder Ecke. Sogar da, wo selbst wir uns nicht verfahren hätten. Dazu wunderbar gute Untergründe. Autoarme Streckenführung. Wenn jetzt bitte noch der Gegenwind ausgeschaltet werden könnte … — Pausen in Heringen und in Bad Hersfeld – wir landen jeweils an sehr gesichtslosen Ecken von Fußgängerzonen und haben auch keine Lust nach Attraktiverem zu suchen – „draußen“ wartet die Landschaft. Hangeln uns von Fluss zu Fluss, heute Werra und Fulda, und ein paar kleinere. Über-/Unterqueren zum x-ten und (x+1)-ten Male die Autobahn, auf der wir sonst den Weg Berlin-Zuhause zurücklegen. Werratalradweg, später einer der Bahnradwege Hessens. — Dazwischen ein Berg (bzw. was man mit dem Fahrrad so Berg nennt). Hochschrauben bis auf 400 Meter, ich nutze glaube ich zum allerersten Mal den allerkleinsten Gang, schaffe streckenweise gerade noch so Schrittgeschwindigkeit und weiß spätestens in dem Moment, dass ich für eine Alpenüberquerung nicht geeignet bin. Oben wieder Betrug um die schöne Aussicht, denn da liegt ein Dorf. Ist ja auch kein Berg im eigentlichen Sinne. — Auf der anderen Seite darf man hinabrollen, mit Tempo 30-40, in geschwungenen Kurven, Asphalt glatter geht es nicht, wir allein, der Wind im Gesicht und in den Ohren. (So stelle ich mir Bobbahnfahren vor. Ich wusste gar nicht, dass eine kleine Rennfahrerseele in mir steckt:)) — Dazu das Licht im Laub, das Grün, Wiesen wie auf der Alm, all die Blüten. — Später, im Fuldatal, wo wir auch übernachten, stellen wir beide fest, dass es aussieht wie in unserem Tal zu Hause. Ja, wir nähern uns. Noch vier Tage wohl.

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Ein Kommentar

  1. Pause in oder mit oder neben Heringen? Diese Frage ist für den Sohn.
    Und für dich: Das mit der „Rennfahrerseele“ habe ich damals auch oft in mir gespürt. – Ich genieße jeden Kilometer mit euch. – Jetzt siehst du, wofür der Ungeheuerbiss gut war – damit ihr jetzt fahrt, und nicht damals.
    Deine HTMLTags sind aber nichts für „Blinde“ und „Taube“ – ganz schön schlecht erkennbar.
    Gute Weiterfahrt!

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