Kapazitätsfragen

Klickt man auf diese Seite, scheint es, als wäre ich versunken oder verschlungen – in oder von so manchem. Beides trifft nicht zu. Im Gegenteil. Hinter meiner Schweigekulisse verlaufen ruhig-stimmige Tage, gefüllt mit allem, was der Alltag mit zwei Kindern und zwei halben Stellen eben so abfordert. Als zu Beginn der Schultage die eine Arbeitsstelle noch nicht gestartet hatte, also ich nur halbtags schulisch unterwegs war, dachte ich, das wäre auch genug – mehr als genug. Mittlerweile presse ich die zweite halbe Stelle wieder hinein – und versuche dennoch den guten Anfang weiterzuleben.

Versuche, mein Schlafkonto nicht wieder in die roten Zahlen rutschen zu lassen. Das tut sooo gut – ich träume sogar wieder. (Heute Nacht zum Beispiel, dass ich, mitten im tiefen Wasser schwimmend, mit einer Landkarte (wasserfest!) den Weg zu suchen hatte. Jetzt beim Schreiben klingt’s vielleicht dramatisch? Beim Erleben war es ein heiterer Traum …)

Versuche, die Kinder nicht wieder aus den Augen zu verlieren – selbst wenn sie ihre ersten Schulschritte mehr und mehr selbstständig gehen, wenn sie von Tag zu Tag mehr in ihre neuen Aufgaben hineinwachsen. So abwesend wie im letzten Schuljahr möchte ich nicht wieder sein – nie wieder! Im Moment ist unsere Kommunikation sehr rund – selbst Situationen wie das permanente Vergessen von Jacken in der Schule haben wir kommunikativ im Griff :)

Versuche, die kleinen Oasen im Alltag aufzuspüren, die kleinen Geschenke am Wegesrand.
Mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, auch den weiteren Weg, kilometerlang in der Morgendämmerung am Fluss entlang. Und möglicherweise im Mittagsregen zurück …
So manche Schulstunde, so manche Arbeitsbegegnung wird gerade zur Kraftquelle, da ich mich so intensiv darauf einlassen kann.
Eine Reise zu einer Tagung, ich möchte fast sagen: Einer Reise der Stille – an Orte des Versinkens auf Hin- und Rückweg, auf Wegen abseits von Autobahnen (wie gut, dass ich zu „geizig“ war mir eine Vignette zu kaufen), in der Berührung durch ein Unterrichtskonzept und die es verkörpernden Menschen, und überhaupt in dem nicht erstmaligen Eindruck, dass unsere südlichen Nachbarn ihren Kindern, ihren Schülern um so vieles behutsamer begegnen im Schulischen, dass hier gelebt wird, was ich manchmal kaum noch wage zu träumen …
Ein paar freie Tage vor mir, Brückentage, wie man hier sagt. Mit Sohn und Fahrrädern nach Gießen fahren, ins Mathematikum. (Upps, die Webseite sieht gerade so karg aus – das war doch früher anders?) Er wünscht sich das so. Und falls es regnet in diesen drei Tagen, die wir uns für den Weg gegeben haben, dann sollen wir in einen Zug steigen, wünscht er sich …

Liest sich gut, liest sich stimmig? Ja, es fühlt sich auch so an. Und doch – da ist ein großes ABER. Nämlich: Alles sonstige liegt brach. Wäsche sowieso – die Kinder morgens vor leeren Schubladen. Aufräumedinge türmen sich. Bücherregale, lang schon aufzubauen. Die Telefonanlage einzurichten. Freundeskontakte in der Warteschleife. Computereinrichtung – manches dringend, manches einfach nur, weil dann vieles schneller ginge und dadurch letztlich Zeit zu gewinnen wäre. Arzttermine, verschlampert oder gar nicht erst abgemacht. Der Optiker ruft dauernd an, die Brille wäre fertig – ja doch, ja – nur wann soll ich da hinfahren? Ein Wunder, dass noch keine Zahlungsmahnungen eintrudeln. Und wann, fragt die Tochter, reparieren wir endlich unsere Kuschelschildkröte Emma?
Zu viel, viel zu viel. All das passt nicht mehr in meine Tage.
Ja, ist das alles zu viel? Kinder, Arbeit, Schlaf – und mehr geht nicht?
(Und wie machen das andere Frauen???)

Voller Worte war ich an so manchen Tagen. Hätte gern geschrieben. Voller Fotos ist meine Kamera, noch nicht mal auf den Computer überspielt. Ich wage kaum anzukündigen, dass ich hier noch einiges erzählen und zeigen möchte. Eigentlich habe ich es vor …

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Ein Kommentar

  1. es ist so gut zu lesen, daß und wie du die abstriche an äußerlichkeiten machst, nicht am schlaf und nicht an eurer zeit und beziehung.

    wie andere das machen? jemanden für den haushalt einstellen, paar stunden die woche, vielleicht für die wäsche und saubere fußböden. oder weniger arbeiten. weil, mehr als das, was du leistest, past nicht in 24 stunden.

    ich selbst arbeite mit drei kindern 'nur' 19 stunden die woche und das ist für mich kräftemäßig gratwanderung genug.

    alles liebe!

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