Impressionen aus der Arbeitsamkeit

Euch einen Blick durch die Luke meines Klausurdaseins, mir ein kleines Stündchen Schreibens gönne ich …

Zunächst:
Das Neue – es ist überwältigend wie für mich geschaffen. (Oder umgekehrt?)
Das vorab. Es erfüllt und befriedigt und befriedet mich.

Und dann:
Es ist viel. Sehr viel. Zum Nichtschaffen viel. Schenkte man mir für dieses erste Jahr einen Schaltmonat – ich würde die erste Woche, oder gleich zwei, jetzt und hier und heute verbrauchen. Eine Woche wüsste ich sofort zu füllen, mit Dringlichlistendingen, ohne dass das äußere Leben weiterläuft und immer neue Dringlichlisteneinträge produziert. Und den Rest des Monats könnte ich im Laufe des Jahres vermutlich auch locker mehrfach verwenden … so viel ist es.
„Zum Nichtschaffen“, schrieb ich oben. Ja. Ich werde Perfektion abbauen, Laissezfaire erlernen müssen. Anders wird es auf lange Sicht nicht funktionieren. Meine Mitternachtsschlafregel breche ich fast täglich. Arbeite den einen Tag bis 3 Uhr morgens, weil es gerade läuft, und kippe den nächsten Tag fast um, folgerichtig. So geht das nicht weiter.
Meine 24-h-Wochenendfrei-Regel muss ich aussetzen. Nicht dran zu denken, bis auf Weiteres.

Aber – um mal vom Wesentlichen zu erzählen:
Die Offenheit in den Gesichtern. Gespannte Erwartung. Der meinen verwandt – das passt!
Der Kollege, der freigebig alles – ALLES – teilt, was er je erarbeitet hat, Unterstützung auf allen Ebenen anbietet, und dazu so zugewandt, so herzlich-strahlend. (Das erwartet man jetzt bei nem Mathematiker nicht unbedingt ;-))
Die Abteilungsleiterin, die für das Einführungstreffen mit allen Neuen nicht nur persönlich maßgeschneiderte Mappen mit wichtigen Unterlagen vorbereitet, sondern morgens um halb sechs – wie sie sagte – auch noch ein Blech Kuchen gebacken hatte, damit wir gut zusammensitzen an unserem ersten Tag. (Wie lieb das ist …)
Interessante Menschen, die auch neu anfangen: Die Frau, die alle Kontinente bereisen will. Die junge Physikerin, mal eben hat sie noch ein x.tes Kind bekommen, sieht aus wie 25, und hat es wahrscheinlich einfach drauf. Und eine hat lange, lange in Italien gelebt …
Der Stellvertreter vom Chef, der einen auf dem Flur anspricht, als wäre man schon seit langem bekannt, als wäre man vor allem sehnlichst erwartet und von Vornherein in seiner Tätigkeit anerkannt – oh, das könnte auch ganz anders sein.
Herzliche Begrüßung auf den ersten Sitzungen. Unterstützung, immer wieder: „Kann ich Dir noch irgendwie helfen?“
Ausblicke und erste Einblicke in fachliche Horizonte – Gebiete, Themen, Arbeitskreise, zu denen sich jetzt die Türen öffnen für mich … das ist irgendwie, hm, als hätte ich darauf schon immer gewartet. Da werde ich intensiv an Fragen arbeiten, die ich schon mein Berufsleben lang in mir trage. Raum für Reflexion des eigenen Tuns. Zusammenarbeit mit Kollegen, die in gleicher Weise entflammt, an den gleichen Punkten suchen und fragen und tasten – das ist schon irgendwie besonders. Sehr. Ein beruflich gemeinsames Auf-dem-Wege-sein – wie erfüllend das ist!
(Und noch eine Neuentdeckung: eine leckere Pizzeria in der Nähe meines neuen Arbeitsortes, von der ich bisher überhaupt nichts wusste …)

Also:
Es geht mir wunderbar.
Und daran, die Räume für mich, für das Schreiben und den Schlaf, und vor allem für meine Kinder – die Armen :( – wieder freizuräumen, arbeite ich. Es wird schon werden …

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4 Kommentare

  1. Wow, Uta. Weisst du, woran ich grad denke? An fast dreijährigen Selbsteinschätzungen und so, damals.
    Es kommt mir vor wie…
    Ich finds einfach wunderbar!
    Danke, dass du dir die Zeit für diesen Türspalt genommen hast.
    Alles Liebe
    Gabriela

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  2. Liebe Uta,
    ich freue mich so für dich, was gibt es schöneres als dort arbeiten zu dürfen wo man völlige Erfüllung erfährt. Und das Zeit – Management wirst du auch noch hinbekommen da bin ich mir sicher :-)

    Liebe Grüße
    Rina

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