Ferienbeginn

Im Anfang beherrscht uns ausschließlich unser erschöpfter Körper. Wie an Bord eines Schiffes verfallen wir der Liegestuhl-Apathie. Gegen den eigenen Willen, gegen alle guten Vorsätze überwältigen uns die Ur-Rhythmen der Küste. Der Brecher auf dem Strand, der Wind in den Pinien, der träge Flügelschlag der Reiher über den Dünen lassen uns das hektische Pulsen der Städte und Vorstädte, der Fahrpläne und Terminkalender vergessen. Dem Zauber verfallen, dehnt sich entspannt der ruhende Körper. Man wird eins mit dem Element, auf dem man liegt, vom Meer hingestreckt; einsam, preisgegeben, leer wie der Strand, den die Flut von den Überresten des Gestern reingewaschen hat.
(Anne Morrow Lindbergh: Muscheln in meiner Hand)

Zwar befinde ich mich nicht am Meer, nicht am Strand, aber Liegestuhl-Apathie kann einen ja auch im heimischen Bett befallen. Zum Beispiel am Zeugnistagsnachmittag. Beherrscht vom erschöpften Körper – so fühlt es sich an, genau so.
Nach einem Morgen, der gehetzter und dichter kaum sein kann, mit allem, was zum Ausklang des Schuljahres noch ansteht. Und der bei uns an der Schule immer mündet in eine feierliche Verabschiedung von Pensionären, Referendaren, Nebenlehrern. Mit Sekt. Von dem ein Schlückchen ausreicht, mir – wie immer am Zeugnistag – den Rest zu geben.
So dass ich kaum noch das Eisessen überstehe, welches Tradition zum Sohneszeugnis ist. Mich nur nach einem Bett sehne, in welches ich am eher späteren Nachmittag dann endlich fallen darf. (Deswegen bin ich auch jetzt noch wach. Also: wieder wach :))

Ausräumen, Wegräumen, Aufräumen, Umräumen steht an in den nächsten Tagen – Schultasche, Schreibtisch, Haus, umfassendes Räumen.
Und Schuljahresvorbereitungen. Verrückt, dass ich mich jetzt schon drauf freue, auf das nächste Jahr? Am liebsten heute noch alle Absprachen, diverse Vorbereitungen getroffen hätte – aber ich meine mich aus den Vorjahren zu erinnern, dass dieser Eifer in den nächsten Tagen schon noch vergehen wird. Man muss eben in die Ferien erst hineinwachsen …

Ich versuche das Hineinwachsen mal damit: Bilder vom Pfingsturlaub, aus Kühlungsborn an der Ostsee. Die habe ich noch gar nicht richtig angeschaut. Schaue und sortiere ein bisschen und finde die Erinnerung an das noch sehnsüchtig unerfüllte Fernweh des ersten Reisetages …

… und an die verschiedenen Farben der Weite …

Die nehme ich nun mit in meine Traumwelten … leer werden, wie der Strand … Und dann sehen, was kommt …

(Bilderfortsetzung folgt. Wenn das Ausräumen, Wegräumen, Aufräumen, Umräumen … mich lässt. Bzw. wenn ich das Ausräumen, Wegräumen, Aufräumen, Umräumen zwischendurch mal lasse.)

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