Fahrtgedanken

Neulich, im Bus sitzend.
Mich auf ein Ziel zubewegen, das ist doch wie vorn aus dem Bus schauen, wenn ich weiter hinten sitze, denke ich.

Ich kann nichts tun – der Bus fährt seinen Weg, ohne dass ich die Richtung beeinflussen könnte. Ich schaue nur hinaus, durch die große Scheibe. Manchmal – in Kurven, bei Wendungen – sehe ich nicht, wohin es geht, dann gleiten nur die Wegränder an meinem Auge vorbei. Zwischendurch zeigt sich mir der Weg deutlich, ich erkenne sogar die künftigen Windungen der Straße. Bis diese wieder aus meinem Blickfeld verschwinden …

Ich vertraue, muss vertrauen: Der Busfahrer weiß, was er tut, er wird der Straße folgen.
Manchmal vertraue ich weniger, schaue ängstlich zu, ob er auch richtig lenkt.
Und dann lehne ich mich wieder entspannt zurück …

Oder aber: Ich erkenne, dass dies nicht mein Weg ist, nicht meine Richtung. Dann ist es Zeit auszusteigen.
Einen anderen Bus zu nehmen.
Oder aber ein Stück zu Fuß zu gehen, mit langsamen Schritten, die mir Orientierung über die Himmelsrichtung, ein neues Einnorden gestatten. Bis ich an der nächsten Bushaltestelle stehenbleibe.
Oder aber eine Zeitlang am Wegesrand zu verweilen, bis mir sichtbar wird, in welche Richtung es weitergeht.

Für den Moment fährt mein Bus in meine Richtung. Ich schaue ihm vertrauensvoll beim Fahren zu. Er bringt mich weiter, an den richtigen Ort. Ich darf mich zurücklehnen …

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2 Kommentare

  1. Guten Morgen,
    ich fürchte, mein gestriger Beitrag hat es aus technischen Gründen nicht bis hierhin geschafft… Sicherheitsabfrage zu beantworten unterlassen o.ä., und dann stürzte alles ab… na egal.
    Erstmal herzlichen Glückwunsch zum Bewältigen aller Mappen, nun ist hoffentlich Auf-und Durchatmen angesagt.

    Was Deinen Bus betrifft: Kennst Du denn das Ziel, diesen „richtigen Ort“? Hast Du Mitreisende?
    Wir wünschen eine angenehme Fahrt. Pannen gehören mitunter zum Reisen dazu, sie sind neben der Zeitverzögerung aber auch immer eine Chance zum Neubedenken der Route, Abändern oder gar zur Umkehr.

    Einen schönen Tag und liebe Grüße aus Sturmbrandungshausen ;-)

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  2. Soweit man eben Ziele kennt, kenne ich es. – Damals im konkreten Bus wusste ich nicht genau, was mich am Zielort erwartet, und wusste es doch.
    Der „richtige Ort“ ist ein Raum in mir. Oder eine Himmelsrichtung. Schwer zu beschreiben.

    „Sturmbrandungshausen“ – ich schaue gerade bei wetteronline und sehe: Du meinst dies durchaus wörtlich?
    Während bei uns der Frühling friedlich vor sich hin knospt …

    Lieben Gruß an Euch
    Uta

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