Vom Nein-Sagen

Nein„, habe ich laut und deutlich gesagt, als es in der Konferenz um verschiedene zu verteilende Aufgaben ging. „Nein„, so dass alle es hören konnten.
Nicht immer ich, nicht bei allem, nicht immer als erste – das wäre der wirkliche Grund. Laut gesagt habe ich einen anderen: ich hätte in diesem Schuljahr doch schon dies und das … (was auch stimmt). Gut, das schmälert meine Nein-sag-Leistung vielleicht, aber ein bisschen stolz bin ich doch ;-). Es ist ein Anfang …

Was ich zu wenig vermag, übt der Sohn ausgiebigst: „Nein!
Nein mit Ausrufezeichen – die Steigerung des einfachen Neins.
Die Vorpubertät, sagte man mir, könne durchaus jetzt schon beginnen. Seufz.
Und wenn ich meine 12t-Klässler so beobachte, realisiere ich, dass dies noch gut 10 Jahre anhalten kann. Doppelt seufz.
An manchen Tagen – wie gestern – mischt sich in mein Seufzen ein hilflos-verzweifelter Beiklang. Und es fängt erst an, dieser Gedanke treibt mir zuweilen den Schweiß auf die Stirn.
Heute ist er – der Sohn – wieder „normal“. Vor-vorpubertär, sozusagen.

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3 Kommentare

  1. Uta, es ist Vollmond!
    Vielleicht jammern deshalb soviele pubertierende Mütter – äh, Mütter von pubertierenden Kindern.

    Ich gratuliere dir zum Anfang und bin gespannt, ob deine Umgebung mit deinem Nein umgehen kann!

    Zu den Morgenbildern, den wunderschönen, möchte ich einfach sagen, dass ich genau nachfühlen kann (oder es mir einbilde), wie es war… Auch ich bin früh in die Stadt gefahren, fasziniert von diesen Nebel-Licht-Spielen und habe mir gedacht: Da würde alles Fotografieren nichts nützen, ich könnte nichts schildern, was hier drin lebt, dieser Zauber lässt sich nicht bannen. Dir ist es gelungen, oder eben, mit dem meinem heutigen Morgenblick kann ich ihn erahnen. Danke.

    Alles Liebe
    Gabriela

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  2. Ach ja, Vollmond – den sah ich doch heute morgen.

    „Man sieht nur, was man weiß.“ – das trifft auf solche Bilder wohl besonders zu, wo man zwischen die Farben schauen muss, um zu sehen.

    Danke für die Gratulation :)
    Am Wochenende bei einem Geburtstag folgender Dialog zwischen zwei mir unbekannten Frauen, den ich aus dem Ohrenwinkel mitbekam: „Diesmal habe ich mal keinen Kuchen gebacken.“ – „Gratulation“, sagte die andere. Ich lachte. Sie fragten warum. Weil ich genau wüsste, was sie meinten, sagte ich. Vielleicht hat mich dieses Erlebnis gestern inspiriert?

    Alles Liebe auch für Dich
    Uta

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  3. Also dass du nein-sagen übst, finde ich klasse!

    Und was die Pubertät angeht, sagte mal ein Freund zu mir, als mein Älterer grade mitten drin war und wir viel Zoff hatten: „Pubertät ist eine schreckliche Krankheit, die gottseidank irgendwann wieder aufhört.“ An diesen Satz hab ich oft denken müssen.
    Und jetzt ist mein Großer 18 und schon seit nem ganzen Weilchen (das begann vor 2 Jahren) kann man meistens wieder gut mit ihm reden. Sogar besser als zuvor. Und er findet jetzt den kleinen Bruder nervig, wenn man nicht mal „normal mit ihm reden kann“.

    Dafür bin ich beim Zweiten aber gelassener, eben weil ich jetzt weiss, dass es wieder vorbei geht.

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