Unerwartet willkommen

Es ist schon seltsam: Da ist dieses letzte Bild auf dem Kamerastick noch keine drei Tage alt,

und plötzlich flutet hier der Frühling herein. Gestern war‘s. Ein Tag, wie er unerwarteter nicht sein konnte. Noch unerwarteter aber war mir, wie sehr ich diesen Tag willkommen geheißen habe.

Mir war nicht bewusst, wie sehr ich auf ihn gewartet hatte. — Das erste Lied der Amsel war schon lange her, vor dem Urlaub noch – da hatte ich es kaum erwähnenswert gefunden. Seltsam. Weil unser Winterurlaub noch bevorstand? — Gestern aber das Vogelstimmenkonzert am Morgen, das trank ich mit allen Fasern. Und die laue Luft dazu.

Mittags, nach der Schule, zog es mich nur noch hinaus. Zu einem Spaziergang in den Garten, bei dem ich meinen Augen kaum zu trauen wagte. (Und heute schien alles wieder unwirklich, da es trüb-nieselig und ich in melancholischer Stimmung gefangen war).

Gestern aber: Ungläubig fast waren meine Sinne,
dass hier bald Tulpen

und Narzissen

und Forsythiengelb

und Kirschblüten sein werden.

Bald, sehr bald.
Kaum zu glauben, und doch ganz nah-wirklich, dass hier jetzt schon so viel neue Farbe aufkeimt.

Die Mittagspause auf der Terrasse, erstmals wieder, mit Kaffee und Buch. Welchem ich mich aber nicht widmen konnte vor lauter Sonne auf der Haut und Grün und Blau im Ausblick.



Die Musikschulstunde durfte ich erstmals seit Wochen nicht im düsteren Aufenthaltsraum, sondern auf der Sonnenseite flusswandernd verbringen.
(Nicht gerade eine Einsiedelei, wie man sieht ;-))

Mit dem Blick auf’s andere Ufer – in dem Gebäude am Wasser, etwa in der Mitte zwischen den beiden Kirchen, rechts von der grün durchscheinenden Plane, sieht man den Sohn Klavier spielen … sähe man, wäre das Fenster geöffnet und das Fernglas scharfgestellt



mit Lichtreflexspielen, die die Wasseroberfläche vom Grau der letzten Wochen blankpolierten




mit immer wieder staunen machender Himmelskulisse (und ihren bizarren Vordergründen)


mit dem Gefühl der Freiheit, im T-Shirt auf einer Bank zu sitzen (naja, wirklich befreit fühle ich mich immer erst an dem Tag, an dem ich schuh- und sockenfrei herumlaufen kann).

Das schattenspendende Blätterdach darf sich mit dem Wachsen ruhig noch Zeit lassen.

Und die Sonne mit dem Höherstehen auch – es war traum-schön.

Abends, zu Hause, noch ein Sonnenuntergangsschauspiel – oh …






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Ein Kommentar

  1. Offensichtlich habe ich da grad der 11-Tausendsten Klick gemacht, als ich deine wunderschönen Bilder noch einmal anschauen kam.
    Ich hoffe, der Frühling schafft es mit seinen Kräften auch bis in euer Schulhaus und weht euch gute Gedanken und Ideen zu.
    Ich frage mich, weshalb Schüler sowas tun. Finden die das einfach lustig oder wollen die bewusst ärgern? Spüren sie so Macht?
    Hoffentlich hattest du heute einen ruhigeren Tag…
    Gabriela

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