Was bleibt?


Unser Haus: Zu Silvester „geschlachtet“, tagelang geknuspert, heute nun gaben wir ganze Teile davon als Reiseproviant mit, für die lange Rückreise in den Norden.

Uns hier bleibt (außer diesen Resten)

ein an beiden Seiten ausgezogener, unabgeräumter Esstisch mit 11 Stühlen

Bettwäscheberge

ungewöhnlich kreativ umgestaltete und dekorierte Kinderzimmer

das Glücksgefühl in mir, mit der liebsten längsten Freundin den Jahreswechsel verbracht zu haben, so wie wir es vor 26, 25, 24, …. Jahren immer taten

überall im Haus Spuren des Lebens der vergangenen Tage, die ich mich schwertun werde wegzuräumen

eine Tochter, die nichts mit sich anzufangen weiß

ein melancholisch klavierspielender Sohn

Gesprächsfetzen, die gleichsam noch in allen Ecken des Hauses schweben

eine Menge Leere im Haus und ebensoviel Wehmut in meinem Herzen

Trauer, irgendwie.

Und erstmals seit Tagen wieder die Erinnerung an die Klassenarbeiten auf meinem Schreibtisch. 90 Stück, wenn ich mich richtig entsinne :(

Ankommen in der Stille, ohne Schmerz zu spüren – darin war ich noch nie gut. Den Rest des Tages werde ich es üben.

Ich werde das Haus aufräumen: nicht um hinterher ein aufgeräumtes Haus zu haben, sondern

um alle Spuren, von denen das Haus voll ist, mit meinen Augen und meinen Händen zu berühren

um die Dinge als Erinnerungsfäden durch meine Hände gleiten zu lassen

um darin den Lebensmomenten dieser Tage nachzuspüren

um mir aus den Fäden ein buntes, wärmendes Erinnerungstuch zu weben,
welches mich umhüllen und weitertragen kann,
welches bleiben wird.

Das bleibt!

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