Jetzt gleich …

… werde ich mich warm anziehen und durch den Schneematsch zur S-Bahn stapfen, die uns der Verkehrsverbund zu Weihnachten geschenkt hat (wirklich: nach mehrjährigen Versprechungen haben wir seit dem 3. Advent elektrifizierten Halbstundentakt modernster Züge – das ist ein ganz neues Dorf-Lebensgefühl, aber ich schweife ab …) und zur Schule fahren.

Mein freier Dienstag wird am letzten Schultag zum Dienst-Tag: mit einer Dienstbesprechung, auf der – wie immer – viele Bedanke-mich-Worte fließen werden, garniert mit süßen Geschenken. Ich habe vergessen, den Praktikantinnen von unseren Lebkuchenhäusern zu erzählen – denn wo sollen wir hier noch mit den Pralinen hin, die ich – wie immer – bekommen werde?

Kollegin E. auf dem Platz zu meiner Linken wird – wie immer – stöhnen, dass sie ja noch den Weihnachtsbaum und die Gans und dies und das besorgen muss, sie wird mich solidaritätsheischend anschauen, was mir keine andere Wahl lassen wird als ihr zu sagen, dass wir all dies schon haben, und sie wird – wie immer – bewundernd-resigniert ausrufen: „Die ist ja sowas von organisiert, die Frau …

Nur diesmal werde ich nicht wie sonst innerlich mit dem Kopf nicken, sondern mich ganz unfähig fühlen, weil scheinbar alle anderen bis Weihnachten ihre Stapel wegkorrigiert haben („150 in zwei Wochen“ und ähnliche Erfolgsmeldungen höre ich seit Tagen von allen Seiten). Allein ich schiebe diese Altlasten vor mir her, bis in den Januar wohl, wird es in mir nagen :(

Und in dem Moment werde ich mich erinnern, dass zu meiner Rechten Kollege H. sitzt, ein bekennender Weihnachtsferienkorrigierer (in den Dimensionen von 200-300 mal Geschichte und so).
Ha! – Ich werde mit ihm Blicke der Verbundenheit tauschen, werde ihm schadenfroh zuflüstern, wie neidisch die Kollegen am 11. Januar auf uns sein werden, da sie gähnend-müde versuchen werden, nach den langen Ferien zu erwachen und in Tritt zu kommen. Denn nur wir werden an jenem Tage munter-freudestrahlend-motiviert-Elan-versprühend durchs Lehrerzimmer wirbeln, so warmgearbeitet wie wir dann schon sein werden, Korrekturen sei Dank. —
Na hoffentlich lässt mich Kollege H. jetzt nicht auch noch im Stich und hat dieses Jahr ausnahmsweise alles schon fertig korrigiert …

Ähm, ich geh‘ dann mal.

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2 Kommentare

  1. Na an irgendeinem Tag müssen die Konferenzen ja sein, da gibt es immer Kollegen, die dann frei haben und extra in die Schule kommen müssen, deswegen.
    Ein Jahr war dienstags ausschließlicher Konferenz- und Besprechungstag, und mein (eigentlich) freier Tag – da war ich dann jede zweite Woche dort. Pech eben. Glück dafür, dass ich überhaupt einen freien Tag habe.
    Ist aber immer schön, der Abschluss vor den Weihnachtsferien.
    LG
    Uta

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